Bedoeld is: antroposofie in de media. Maar ook: in de persbak van de wijngaard, met voeten getreden. Want antroposofie verwacht uitgewrongen te worden om tot haar werkelijke vrucht door te dringen. Deze weblog proeft de in de media verschijnende antroposofie op haar, veelal heerlijke, smaak, maar laat problemen en controverses niet onbesproken.

dinsdag 10 maart 2015

Glazen huis


Info3-hoofdredacteur Jens Heisterkamp heeft ook een eigen weblog. Daarop schreef hij vandaag over ‘Ein Buch, das mich verändert hat’:
‘Es gibt Bücher welche die Kraft haben, die bisherige Sicht der Dinge infrage zu stellen. Ein solches Buch ist für mich die Neuerscheinung “Alle Schöpfung ist Werk der Natur”, die ich im Zuge meines Lektorats bereits vor ihrem Erscheinen intensiv kennenlernen durfte und die jetzt pünktlich zur Leipziger Buchmesse herauskam. Der Titel klingt zunächst einmal eher harmlos: Es ist ein Goethe-Zitat, das inhaltlich unverfänglich erscheint, denn was sollte – von einem aufgeklärten Standpunkt aus betrachtet – die Schöpfung sonst sein wenn nicht das Werk der Natur?

Und doch hat dieses Buch von Axel Ziemke in fundamentaler Weise mein Verständnis von Evolution verändert. Deren Grundidee, also die Entstehung sämtlicher Lebewesen auf dieser Erde durch natürliche Abstammung von niederen zu höher entwickelten Arten, stand für mich selbstverständlich auch vor der Lektüre nicht in Frage. Wohl aber das Erklärungsmodell der Neodarwinisten, die das evolutionäre Entstehen neuer Formen allein durch zufällige Mutationen und daran anschließende Selektionsprozesse erklären. Die rein mathematisch extreme Unwahrscheinlichkeit überlebensfähiger Mutationen und der Widerspruch zwischen sinnvoller Funktionalität z.B. von Organen und der angeblichen Willkür ihrer Entstehung hatten mich noch nie überzeugen können – und das Argument, dass man ja keine alternativen Erklärungen habe und sonst womöglich wieder beim lieben Gott oder dem Intelligent Design lande, war mir zu schwach.

Ziemke zeigt nun minuziös eine Strömung innerhalb der modernen Evolutionsbiologie auf, die die bisher rätselhaft bleibende Entstehung des Neuen in der Evolution und das Auftreten von “Sprüngen” erklärt und beschreibt etwas, das man mit Fug und recht einen Paradigmenwechsel in der Evolutionsforschung nennen kann: Demnach prägen nicht die Gene und ihre zufälligen Mutationen die schrittweise Entwicklung der Lebewesen, vielmehr ist es das Verhalten der Organismen, ihr Reagieren auf veränderte Umweltbedingungen, das zum Auftreten veränderter Organe und auch Arten führt und erst anschließend auch genetisch fixiert wird. Insbesondere am Problem der Entstehung des aufrechten Gangs zeigt Ziemke, wie die von der Eigenständigkeit des Organismus aus gedachte evolutionäre Dynamik wirkt, aber auch in vielen anderen Phänomenen der Pflanzen- und Tierwelt geht er dieser neuen Sichtweise nach.

Für mich war bislang – trotz des Erklärungsdefizits des eigentlichen “Motors” von Evolution – der emanzipatorische Impuls des Evolutionsdenkens von zentraler Bedeutung gewesen, der die Entstehung der Arten, ganz im Sinne Darwins, als ein rein innerweltliches Geschehen verständlich werden lässt. Auch ein Rudolf Steiner hatte diesem Impuls vollkommen zugesprochen als er in seinem Buch über die Erkenntnistheorie der Goetheschen Weltanschauung sinngemäß meinte, der Weltengrund habe sich vollständig in die Welt ausgegossen, er treibe sie von innen, und der Freiheit des Menschen zuliebe müsse jeder Glaube an eine metaphysische Weltenlenkung aufgegeben werden. Das ist ganz goethisch gedacht, denn auch der Dichter und Forscher aus Weimar suchte nichts hinter, sondern alles in den Phänomenen – und so ist es letzten Endes doch ein revolutionär aufklärerisches Wort, wenn Goethe sagt: “Alle Schöpfung ist Werk der Natur”.

Gleichzeitig ist diese Sicht auf die Natur keineswegs gleichbedeutend mit ihrer Entzauberung, im Gegenteil: Es beginnt mit der Lektüre dieses Buches ein neues Gesamtbild von Evolution vor das Auge zu treten, das weder auf die konventionell-materialistische Zufallsentwicklung noch auf vor-aufklärerische, von irgendwo außerhalb gesteuerte Eingriffe zurückgreift. Es ist vielmehr ein Bild, in dem zunehmendes Lernen und wachsende Bewusstheit sich in biologischen Prozessen und Funktionen selbständig organisieren und erhalten – ein Bild von “Geist in Aktion” also, wenn man so will, der aber nicht von außerhalb, sondern ganz innerhalb des Lebens, und zwar bis in seine genetischen Funktionen hinunter verankert ist.

Die Wirkung dieser die Stofflichkeit umwandelnden und von “innen” heraus durchdringenden Kraft ist mit einer klassischen Definition die des “schönen Scheins”. Axel Ziemke überrascht am Ende seines Buches mit diesem Gedanken und führt die Schönheit als evolutionäre Kategorie ein. Dies nicht etwa mit dem trivialen Ziel, der Schönheit (die wir doch seit Kant gerade als zweckfrei verstehen) irgendeinen evolutionären Nutzen unterzuschieben, sondern vielmehr in dem Sinne, dass die zunehmende Durchdringung der Stofflichkeit in immer differenzierteren und höheren Formen zu ihrem schönen Scheinen führt. Man darf hier von einer originären und innovativen Fortschreibung des Evolutionsdenkens sprechen, die Ziemke mit seinem Buch gelungen ist, und die keineswegs Theorie bleibt, sondern zu einem neuen Blick auf die “Schöpfung” führt.

Axel Ziemke: Alle Schöpfung ist Werk der Natur. Die Wiedergeburt von Goethes Metamorphosenidee in der Evolutionären Enticklungsbiologie
190 Seiten, Broschur
Illustrationen von Sarah Müller
€ 19,90
ISBN 978-3-95779-030-9
Hier direkt beim Verlag bestellen!
Dat doet me denken aan een voordracht die Johannes Kühl afgelopen oktober heeft gehouden. Hij is het hoofd van de natuurwetenschappelijke sectie aan het Goetheanum. Op de website van deze sectie vinden we:
‘Willkommen auf den Seiten der Naturwissenschaftlichen Sektion und des Forschungsinstituts am Goetheanum

Metamorphose & Evolution
100 Jahre Glashaus
Johannes Kühl
We hoeven alleen simpel op deze link te klikken, en dan komt de hele tekst van deze voordracht tevoorschijn, waarin een groot historisch overzicht wordt gegeven:
‘Metamorphose und Evolution, Hundert Jahre Glashaus
Johannes Kühl
Nach einem Vortrag gehalten am 15.10.2014 in Dornach

Das Gebäude und seine Mission

Das Glashaus ist zweifellos eines der schönsten und am meisten geliebten Gebäude auf dem Goetheanum Gelände – vor allem auch, weil es direkt an den ersten Goetheanum-Bau erinnert. Seine aufwendig schöne und zugleich schlichte Bauweise ist – einfach menschlich.

Wir verdanken seine Entstehung einem glücklichen Moment: Das Baubüro wollte im Herbst 1913, also kurz nach der Grundsteinlegung für das Goetheanum, zum Schleifen der Glasfenster zunächst eine einfache Baracke errichten. Als jemandem der Gedanke kam, die Pläne Rudolf Steiner zu zeigen, skizzierte dieser den Bau, den wir heute kennen! (Quelle: Mündlicher Bericht von Kurt Remund)

In einem späteren Vortrag (4. Januar 1915, GA 275) beschrieb Rudolf Steiner, wie alle zum Goetheanum gehörenden Nebenbauten eine durch ihre Aufgabe bestimmte Metamorphose desselben sein müssten – mit explizitem Bezug zu Goethes Metamorphosenlehre. Dabei steht das Doppelkuppel-Motiv im Zentrum:

“In diesem Durchdringen der beiden Kuppelmotive liegt ein unendlich Mannigfaltiges, liegt unendlich viel. Nur dadurch, dass wir dieses Durchdringen der Doppelkuppelmotive zustande gebracht haben, wird für das weitergehende künstlerische Stadium unseres Baues das zustande kommen, was sich als Abglanz unserer geisteswissenschaftlichen Gedanken in dem Bau zum Ausdruck bringt. Also diese Durchdringung ist eben beim Hauptbau vorhanden. Und wenn wir, ich möchte sagen, die Durchdringung wieder aufheben, die Kuppelmotive auseinandernehmen, dann nähern wir uns mehr einem ahrimanischen Prinzip. Würden wir sie noch mehr nähern oder ganz ineinander drängen, würden wir sie so bauen, dass wir die eine in die andere hineinstellen, so würden wir uns in dem Bau dem luziferischen Prinzipe nähern.”

Und etwas vorher:

“Der Grundgedanke der Doppelkuppel muss festgehalten werden bei allem, was in innigem, organischem Zusammenhang steht mit unserem Bau…”

Dies wird dort am Beispiel des Heizhauses entwickelt: Hier wird das ahrimanische Prinzip aus dem Bau herausgesetzt, wohl insofern es die “technische Zentrale” des Baus war. Die beiden in einander greifenden Kuppeln des Goetheanums werden dafür wie auseinander gezogen, die Nordseite wird asymmetrisch gross im Vergleich zur eher verkümmernden Südseite, und aus ihr wächst gleichsam der Schornstein heraus.

Leider kennen wir keine ähnliche Beschreibung der Metamorphose, die zur Form des Glashauses geführt hat – man kann sie selbst suchen. Wie beim Heizhaus sind auch hier sind die beiden Kuppeln auseinandergezogen und getrennt, also dem ahrimanischen Prinzip angenähert, der Bau behält aber weitgehend seine Symmetrie. Ist das ein Hinweis auf die beinahe gewaltsame, aber eben doch künstlerische Tätigkeit, mit der dem harten Glas die Bilder abgerungen wurden? Oder eine Antizipation der späteren naturwissenschaftlichen Tätigkeit, die immer auch eine Auseinandersetzung mit ahrimanischen Tendenzen enthält?

Nach den Unterlagen im Planarchiv des Goetheanums wurden die Pläne für die Ausführung des Baus im Januar 1914 gezeichnet, die Chronik von Christoph Lindenberg nennt den 1. April 1914 als Tag des Baubeginns. Bereits zweieinhalb Monate später, am 17. Juni 1914, ist die Einweihung des Baus! – Bedenkt man, dass zu jener Zeit fast ohne Maschinen gearbeitet wurde – das Bauholz wurde, wie auch für den Goetheanumbau, mit Pferdefuhrwerken angeliefert – ist das eine erstaunlich kurze Bauzeit. Auf frühen Fotos erkennt man, dass zunächst das Dach noch nicht mit den Schieferplatten gedeckt war, auch die Schornsteine fehlen noch.

Zur Einweihung des Glashauses, damals meistens als Atelier oder Künstlerhaus bezeichnet, hielt Rudolf Steiner einen Vortrag, wahrscheinlich im sog. Mittelraum des Glashauses (gedruckt in GA 286). Darin beschrieb er eine besondere Wirkung des Goetheanum-Baues: Durch die Reliefgestaltung werden die Wände “sprechend”, durch sie kann gleichsam die Sprache der Götter vernommen werden. (Dazu macht Steiner eine interessante Nebenbemerkung: Nirgends in der Natur fände man diese Qualität – mit einer Ausnahme: Das Relief der Erde, die Gestaltung der Landschaft!). Die Reliefs und Skulpturen werden wie zum Kehlkopf für diese Sprache und deren Wirkung mache den Menschen friedensfähig:

“Meine lieben Freunde, lasst noch so viel die Menschen nachsinnen, wie sie durch äussere Einrichtungen Verbrecherisches und Vergeherisches aus der Welt schaffen: wahre Heilung vom Bösen zum Guten wird in der Zukunft für die Menschenseelen darin liegen, dass die wahre Kunst jenes geistige Fluidum in die menschlichen Seelen und die menschlichen Herzen senden wird, so dass diese Menschenseelen und –herzen, wenn sie verständnisvoll umrahmt sind von dem, was geworden ist in architektonischer Skulptur und in anderen Formen, dann, wenn sie lügnerisch veranlagt sind, aufhören zu lügen, dann, wenn sie friedensstörerisch veranlagt sind, sie aufhören, den Frieden ihrer Mitmenschen zu stören.”

Solche Worte gehen auch heute zu Herzen in einer Zeit, da auf der Erde über 50 Millionen Menschen auf der Flucht sind vor Grausamkeit und Gewalt! Allerdings gibt es eine erstaunliche Vorbemerkung:

“Vielleicht wird noch nicht mit unserem Bau – weil wir eigentlich nur die primitivsten Anfänge aufrichten wollen – schon alles erreicht werden.”

Bedenkt man, dass in der Folgezeit nicht einmal die unmittelbar mit dem Goetheanum verbundenen Menschen diese Friedensfähigkeit leben konnten, dann ahnt man, wie weit in die Zukunft dieses Ideal greift!

Dann geht Steiner über zu der beabsichtigten Wirkung der Fenster:

“Diese ganze Reliefgestaltung ist Organ für die Sprache der Götter... Was können wir wollen, wenn wir also suchen unsere Wände zu durchdringen?... Da können wir nichts anderes anstreben, als zu zeigen, dass der Mensch..., indem er die Wand durchbricht, den Weg sucht zu den Geistern. Und wir werden diese Fenster anschauen; sie sollen uns darstellen in ihrem Helldunkel, in ihrem farbigen Helldunkel: “So findest du, o Mensch, den Weg zum Geiste.”

Und etwas später:

“In dem Augenblick aber, wo wir in unserem Empfinden den Übergang finden von dem “Ruhigseinkönnen”, von dem “Ruhig-sitzen”... zu unserer eigenen Bewegung, zu dem was wir tun wollen, um den Weg zu den Göttern zu finden, in dem Augenblick müssen wir Bewegung haben, aber innere Bewegung; wir müssen die Wand durchbrechen. Da müssen diese Fenster da sein, die unsere Seelen auffordern, nun auch in Bewegung den Weg anzutreten zu denjenigen Orten, aus denen zu uns durch die Formen der Wände gesprochen wird.”

Es ist eindrücklich, wie Steiner in diesem Vortrag, der im Wesentlichen zu den “Baugenossen” der “Bauhütte Goetheanum” gesprochen worden ist, die Empfindung, das Gefühl der Menschen anspricht, die dort mit ihm arbeiten. So sei noch ein Satz aus dem Schluss des Vortrags wiedergegeben:

“Besser als durch Worte, meine lieben Freunde, weihen wir diese Arbeitsstätte, denn eine Arbeitsstätte soll sie sein, wenn wir jetzt, indem wir das Tor wieder verlassen, uns konzentrieren mit allen Kräften unseres Herzens auf die Liebe zur Menschen- und Geisteswelt, damit gefunden werde durch dasjenige, was in diesen Räumen geschieht, der Weg zum Geiste; zum Geiste, von dem ausgehen wird, wenn der Mensch ihn in Liebe findet, Friede und Harmonie unter den Menschen auf Erden.”

Damit ist in gewissem Sinne die Mission des Glashauses und der Arbeit dort beschrieben. –

Baubüro und Verlag

Selbstverständlich wurde das Glashaus zunächst hauptsächlich für das Schleifen der Glasfenster genutzt. Die fertigen farbigen Glasplatten kamen von einer Firma in Frankreich. Sie wurden dann vor den entsprechend den Fenstern im Goetheanumbau gestalteten Fenstern im Glashaus aufgestellt und von innen bearbeitet. Die beiden “Kuppeltürme” hatten noch keine eingezogenen Decken. Wie Fotos zeigen, konnten sich die Künstler, auf einer Art Aufzugsplattform stehend, hinauf und hinunter bewegen und haben mit Korundscheiben, welche von Elektromotoren über biegsame Wellen angetrieben wurden, das wohl kontinuierlich mit Wasser gekühlte Glas beschliffen. Die Fenster des ersten Goetheanums wurden unter der Leitung von Thaddäus Rychter hergestellt, die des zweiten unter der Leitung von Assia Tugenjew, die dafür zusammen mit Rudolf Steiner die Schraffur-Technik entwickelte (sie beschreibt das selbst, s. GA K12). Erst nach dem zweiten Weltkrieg wurden sie 1945 in den Bau eingesetzt. – Immer wieder war auch das Baubüro im Glashaus untergebracht, hier wurden Pläne gezeichnet, Organisatorisches besprochen usw. In der Wohnung über dem Mittelraum lebte zunächst Thaddäus Rychter, später Assia Turgeniew. Noch in den 80er Jahren arbeitete hier die Bauadministration und zumindest ein Teil der Finanzverwaltung des Goetheanums. Selbst Vorstandmitglieder mussten sich hier bei Herrn Estermann und Fräulein Ruschmann in bar ihr Gehalt abholen. Später wurden die Räume vom “Philosophisch-Anthroposophischen Verlag am Goetheanum” genutzt. Inzwischen waren in die Kuppeltürme längst Decken eingezogen, die beiden Kuppeln dienten Jahrzehnte lang als Lagerräume!

Naturwissenschaft, Landwirtschaft und Therapie

Bereits früh, spätestens im Jahr 1920, begannen im Glashaus auch naturwissenschaftliche Besprechungen, z.T. zusammen mit Rudolf Steiner. Mit Ehrenfried Pfeiffer und Günther Wachsmuth trafen sich dort zwei Menschen, die gemeinsam eine naturwissenschaftliche Arbeit in Dornach begründen wollten. So kam es 1921 zur Gründung des “Forschungslaboratorium am Goetheanum”. Wachsmuth beschreibt, wie ein solcher Vorgang ein Schicksalsereignis ist:

“Solche Impulse und die daraus hervorgehenden Institutionen kamen nicht durch äussere Veranlassung zustande. Sie wurden geboren aus der konkreten Lebensbegegnung bestimmter Menschen, die ihr Schicksal und zugleich ihr freier innerer Entschluss, der Geisteswissenschaft zu dienen, in einer bestimmten Lebens- und Arbeitssphäre zusammenführten. So wurde dieses Forschungslaboratorium in Dornach aus meiner Lebensbegegnung und Freundschaft mit Ehrenfried Pfeiffer geboren... (So) ergab es sich ganz selbstverständlich, dass man nach kurzer Zeit des Zusammen-Denkens und -Wollens nach einem Raum suchte, wo man experimentieren könne. R. Steiner hatte uns auf unsere Bitte gestattet, einen Kellerraum des Glashauses ... zu beziehen, wo oben die farbigen Glasfenster geschliffen wurden, und wir begannen mit dem primitivsten Schöpfungsakt der Laboratoriumsgründung.” (zit. nach Alla Selawry: Ehrenfried Pfeiffer. Dornach 1987)

Pfeiffer, der auch die Bühnenbeleuchtung am Goetheanum betreute und unter Steiners Beratung in Basel Naturwissenschaften studierte, war eher der Praktiker, den es drängte, zu experimentieren, experimentelle Nachweise etwa für das Ätherische zu finden. Wachsmuth war eher der “Theoretiker”, der gleichsam an einem “System” der ätherischen Bildekräfte arbeitete, wie er es später in seinem Buch “Die ätherischen Bildekräfte in Kosmos, Erde und Mensch” niedergelegt hat. Als Wachsmuth bei der Weihnachtstagung 1923 in den Vorstand und als Leiter der Naturwissenschaftlichen Sektion berufen wurde, kündigte Steiner dieses Buch lobend an und nennt es geradezu als Rechtfertigung für die Berufung des unter den Anthroposophen noch weitgehend unbekannten jungen Mannes (Wachsmuth war damals 30 Jahre alt, und kein ausgebildeter Naturwissenschaftler).

Pfeiffer, der später insbesondere auf dem Feld der Landwirtschaft und Ernährung arbeiten wird, griff zunächst Steiners Hinweis auf, das Ätherische mit Hilfe von Kristallen zu untersuchen. Im Keller des Glashauses wurde die Methode der empfindlichen Kristallisation entwickelt, die bis heute an verschiedenen Orten in der Welt angewendet wird. Sie dient zum einen für Qualitätsuntersuchungen, wurde zum anderen vor allem als Unterstützung bei der Krebsdiagnose eingesetzt. Schon bald unterstützte ein kleines Team von Mitarbeitern die Arbeit, welche mit grossem Enthusiasmus bei der Durchführung der Experimente halfen. Als Pfeiffer 1936 eine Stelle in den USA angeboten wurde und er dorthin übersiedelte, arbeiteten diese Menschen unter verschiedener Leitung weiter an den Kristallisationsbildern. In den 90er Jahren verlor die Kristallisation als Diagnosehilfe ihre Bedeutung.

So findet man bereits zu Beginn der Arbeit im Glashaus den naturwissenschaftlichen Impuls vereint mit der praktisch landwirtschaftlichen und der therapeutischen Arbeit.

Nach der Auflösung des “Kommenden Tag” und des Stuttgarter naturwissenschaftlichen Instituts 1925 – das biologische Institut von Lili Kolisko blieb weiter bestehen – kam der Ingenieur Paul Eugen Schiller nach Dornach und richtete die “Physikalische Abteilung” des Instituts ein. Er arbeitete wohl vor allem im Heizhaus; insbesondere beschäftigte ihn, ebenfalls aufgrund eines Hinweises von Steiner, die schallempfindliche Flamme. So zeigte er, wie eine Gasflamme, die mit verschiedenen Lauten “angesprochen” wurde, schnell wechselnde und daher nur in einem Stroboskop zu sehende Formen zeigte. Das dafür von ihm entwickelte “Superstroboskop” wurde wohl sogar einige Male verkauft! – Bemerkenswert ist, dass Steiners Hinweis und Schillers Arbeiten später in den 60er Jahren die Arbeiten zur Strömungsakustik und, damit zusammenhängend, die Arbeiten an Ringwirbeln als Urphänomen der Strömung am Max Planck Institut für Strömungsforschung in Göttingen mit inspiriert haben. Dort entstand um Prof. Ernst-August Müller und immer im Zusammenhang mit der Naturwissenschaftlichen Sektion über viele Jahre eine äusserst fruchtbare Zusammenarbeit jüngerer anthroposophisch interessierter Physiker.

Versuche, das Wirken des Ätherischen zu beweisen

Nach dem Krieg übernahmen Frieda Bessenich und später Ate Koopmans die Leitung des Kristallisationslabors. Auch Schiller setzte seine experimentellen Arbeiten fort. So wurde z.B. untersucht, ob man mit Weizenkeimen unterschiedliche Wärmequalitäten nachweisen könnte, indem man die Weizenkörner auf einem Tisch keimen lies, welcher mit von verschiedenen Wärmequellen erwärmtem Wasser (Feuer, Elektrizität) beheizt wurde. Die Experimente erbrachten allerdings keine Ergebnisse. Mit einem anderen Versuchsaufbau wurden Unterschiede in den Wärmequalitäten von Tag und Nacht mit feinen, von allen übrigen Einflüssen möglichst isoliert aufgehängten Metallspiralen untersucht. Auch hier gelangte man nicht zu den gewünschten Ergebnisse. – An diesen Experimenten war auch ein junger Physiker, Georg Maier beteiligt, der aber nach dem negativen Ausgang der Versuche wieder entlassen wurde.

Diese Arbeiten wie auch manche Argumentationen in den Büchern von Wachsmuth zeigen eine bestimmte Haltung: Man suchte nach Experimenten und Effekten, die die damalige Naturwissenschaft nicht erklären konnte, um damit das Wirken des Ätherischen zu “beweisen” – das konnte nicht gelingen. Wo “unerklärbare” Effekte aufgedeckt wurden, fanden selbstverstänlich bald Wissenschaftler erklärende Zusammenhänge. Dennoch ist es wohl wichtig, dass solche Versuche sorgfältig gemacht wurden – ein negatives Ergebnis ist für die Wissenschaft auch ein Ergebnis, und künftige Wissenschaftler können daraus lernen! Wie Jochen Bockemühl einmal formulierte:

“Einer ersten und zweiten Generation anthroposophischer Arbeit lag es aus den Zeitbedingungen heraus weniger nahe zu begreifen, dass es bei der Erkenntnis von Zusammenhängen nicht um Erklärungen von Erscheinungen durch hinzugefügte Gedanken geht, sondern um eine denkende Anschauung der in der Sache (Erscheinung) liegenden Zusammenhänge selbst. Diese Zusammenhänge sind das Geistige, das die Wirklichkeit des Angeschauten ausmacht und für das sich durch die entsprechende Schulung Organe bilden lassen, die in immer tiefere Dimensionen vordringen”. (Biographie Günther Wachsmuths in: Anthroposophie im 20. Jahrhundert: Ein Kulturimpuls in biografischen Porträts. Hg. Bodo von Plato, Dornach 2003)

Das Ätherische in der Denktätigkeit

1953 begann Jochen Bockemühl seine Arbeit in Dornach. In der einen Hälfte seiner Zeit wertete er Kristallisationsbilder aus, in der anderen arbeitete er an eigenen Projekten. Mit botanischen und zoologischen Themen wurden die Keime für seine späteren Arbeiten zum Lebendigen gelegt.

1963, nach dem Tod von Wachsmuth, übernahm Hermann Poppelbaum die Leitung der naturwissenschaftlichen Sektion. Er hatte bereits als junger Biologe 1924 in einem Buch den Entwicklungsgedanken Rudolf Steiners aufgegriffen, zahlreiche weitere Veröffentlichungen folgten. Auch wenn manche Inhalte selbstverständlich inzwischen überholt sind, so ist doch seine klare und sorgfältige Gedankenführung immer wieder ein Genuss! Da er 1963 ausserdem Vorstandsmitglied und -vorsitzender wurde, war er für die Sektionsarbeit weitgehend auf seine Mitarbeiter im Glashaus angewiesen. Bockemühl und der Physiker Mario Howald-Haller vollzogen mit der Begründung der Zeitschrift “Elemente der Naturwissenschaft” 1964 einen ersten bedeutenden Schritt. Das Organ der Sektion für die Publikation und den Austausch der Arbeiten anthroposophisch orientierter Naturwissenschaftler wird bis heute herausgegeben (Schriftleitung bis 1973 Jochen Bockemühl und Mario Howald-Haller, bis 1992 Georg Maier, seither Johannes Wirz). – Etwa 1968 begründeten die beiden zusammen mit Anselm Basold und weiteren nicht in Dornach ansässigen Naturwissenschaftlern, insbesondere Robert Bünsow, Norbert Pfennig und Ernst-August Müller, alle drei Dozenten der Universität Göttingen, ein Sektionskollegium, das erste dieser Art in Dornach! 1971, an seinem 80. Geburtstag, übergab Poppelbaum die Sektionsleitung an Jochen Bockemühl.

In den 70er Jahren begann eine Vielzahl von Aktivitäten im Glashaus: In vielen Gesprächen gelang es Bockemühl zusammen mit Herbert Koepf, der 1972 die Leitung der landwirtschaftlichen Abteilung der Naturwissenschaftlichen Sektion übernahm, und weiteren Freunden aus der biologischdynamischen Landwirtschaft, die so verschiedenen Bestrebungen in dieser Bewegung zu einer gemeinsamen Arbeit zu führen, die landwirtschaftlichen Tagungen wuchsen von Jahr zu Jahr.

Erkenntnismässig gelang ein grosser Schritt in der Zusammenarbeit von Bockemühl und dem inzwischen ans Glashaus zurückgekehrten Georg Maier: Man suchte das Ätherische nicht mehr als Kraft “da draussen”, vergleichbar einem magnetischen Feld, sondern bemerkte, wie es in der anschauenden Denktätigkeit erfahrbar wird. Ein erster Schritt markiert der Aufsatz von Maier: “Elemente als Stufen der Naturbetrachtung” (EdN 13, 1970). 1976 entstand aus einer Zusammenarbeit im Sektionskollegium das Buch “Erscheinungsformen des Ätherischen” mit Bockemühls Aufsatz “Elemente und Äther - Betrachtungsweisen der Welt”. Die Ideen selbst werden zu Auffassungsorganen, mit denen man dem Geistigen in der Natur begegnet. Mit dieser Publikation war ein Forschungsprogramm umschrieben, welches die nächsten Jahre der Arbeit prägte.

1976 wurde das “Anthroposophisch-Naturwissenschaftliche Studienjahr” begründet, welches bis zum Ende der 90er Jahre Bestand hatte. Bis zu zwanzig Studierende aus aller Welt arbeiteten zuerst für zwei, danach für ein Jahr im Glashaus, verfolgten Kurse und fertigten Studienarbeiten an, insbesondere zu botanischen Themen, aber auch zur Physik, bis hin zur Landschaftsgestaltung des Goetheanumgeländes! Diese intensive Lehrtätigkeit strahlte über Europa hinaus in viele Länder und Kontinente aus.

Eine weitere Entdeckung Bockemühls sei hier genannt: die Gegenläufigkeit der Metamorphose der Blätter am Stengel einer Pflanze von unten nach oben und bei der Blattentwicklung. Die gleichen (vier) Formprinzipien sind wirksam sind, aber in umgekehrter Reihenfolge! Man hat damit ein Bild der beiden Zeitströme, von denen Steiner gelegentlich gesprochen hat.

Maier leistete seine wohl bedeutendsten physikalischen Arbeiten im Bereich der Optik. Sein Buch “Optik der Bilder” (Dürnau 1986) ist zu einen Standardwerk der “erscheinungsorientierten Optik” geworden. U.a. gelang es ihm, die Welt der Beugungserscheinungen – ursprünglich die Domäne der Wellentheorie des Lichtes – einer goetheanistischen Betrachtung zugänglich zu machen. Die seit den 70er Jahren bis heute stattfindenden “Arbeitstage für Physiker und Physiklehrer” wurden zum alljährlichen Treffen mit den Kollegen, darunter insbesondere Heinz-Christian Ohlendorf und Manfred von Mackensen, und Studenten, fast jedes Jahr bereichert durch neue Experimente und Experimentreihen. Einige dieser ehemaligen Studenten sind inzwischen Lehrstuhlinhaber und bauten in ihren Dissertationen auf den Arbeiten von Maier auf.

Auch die Arbeit an den Kristallisationsbildern ging weiter, seit 1972 unter der Leitung des Biochemikers Haijo Knijpenga. Zu jener Zeit bearbeitete man bis zu 5000 Blutkristallisationen im Jahr und konnte mit den Einnahmen einen Teil der Forschung finanzieren!

Die Sektion, das Goetheanum und das Zeitgeschehen

In diesen Jahren war das Glashaus ein Ort intensiver, reger naturwissenschaftlicher und anthroposophischer Arbeit, aber teilweise ziemlich losgelöst vom übrigen Goetheanum. Man sprach gelegentlich von “denen da oben”. Mit dem Ende der 80er Jahre begann eine neue Entwicklung: Sektionsleiter wie Michaela Glöckler und Georg Glöckler, Manfred Klett als Nachfolger von Koepf in der Leitung der Abteilung Landwirtschaft, später auch Christian Hitsch arbeiteten daran, die innere Trennung der Sektionen vom Goetheanum zu überwinden, sie fühlten sich nicht nur für ihre Sektionen, sondern für das Ganz mitverantwortlich. Regelmässige Sitzungen des entstehenden “Hochschulkollegiums”, der Sektionsleiter mit den Vorstandsmitgliedern wurden eingerichtet. In diese Zeit fiel 1996 die Übernahme der Leitung der Naturwissenschaftlichen Sektion durch den Physiker und ehemaligen Waldorflehrer Johannes Kühl. Jochen Bockemühl und Georg Maier arbeiteten weiter im Glashaus mit, es entwickelte sich eine freundschaftliche Zusammenarbeit mit gelegentlichen Wechseln im Team.

In den 90er Jahren ging eine Ära zu Ende: Wie in allen anderen anthroposophischen Ausbildungen gingen die Studentenzahlen zurück, so dass das regelmässige Studienjahr aufgegeben werden musste. Die Anfragen nach Blutkristallisationen reduzierten sich auf unter 500 im Jahr, die Finanzierung wurde zum Problem und nach der Jahrhundertwende musste diese Arbeit ganz eingestellt werden. Gleichzeitig gewannen grössere Forschungsprojekte im Zusammenhang mit Zeitfragen an Bedeutung wie z.B. Genetik (ifgene-Konferenz 1996) und später Bienenhaltung. Hier zeigen sich wesentliche Anliegen des Biologen Johannes Wirz, der bis heute mitverantwortlich das Institut trägt. Die Arbeit an Heilpflanzen wird durch Torsten Arncken und Ruth Richter weitergeführt, nach dem Ausscheiden des Physikers Florian Theilmann (2005) begann bald Matthias Rang eine erste Promotionsarbeit im Glashaus an einem aus der Goetheschen Farbenlehre entwickelten Thema. Gegenwärtig läuft eine weitere Dissertation von Renatus Derbidge zu Formschwankungen von Mistelbeeren. Johannes Kühl arbeitete neben aktuellen Themen (Radioaktivität, Technik, Quantenphysik) an einer Beziehung der Goetheschen Farbenlehre zu den Atmosphärischen Farben.

Der Blick auf Zeitforderungen und der Kontakt mit Freunden innerhalb und ausserhalb der anthroposophischen Bewegung waren auch Anliegen von Nikolai Fuchs, der 2001 die Leitung der Abteilung Landwirtschaft übernommen hatte.

Von November 2005 bis Januar 2007 wurde das Glashaus grundlegend renoviert. Die Kuppeln wurden zu Seminarräumen umgebaut. Noch heute sind die Kollegen für die liebevolle Bauführung durch Susanne Böttge und Martin Zweifel dankbar. Das grösste Kompliment hinterher war wohl, als eine ehemalige Studentin nach der Renovation hereinkam und “murmelte”: “Ah – es ist immer noch das Glashaus!” – Mit der Erneuerung des Gebäudes wurde die “Abteilung Landwirtschaft” zur Sektion. Nach dem Rücktritt von Nikolai Fuchs Im Jahr 2010 wurde er von einem Sektionsleiter-Team abgelöst: Ueli Hurter und Jean-Michel Florin arbeiten zum Teil im Glashaus, begleitet von Thomas Lüthi in Schweden, zum Teil arbeiten sie aber auch weiter als Landwirt in der Schweiz bzw. in der landwirtschaftlichen Vereinigung in Frankreich, so dass ein besonders enger Bezug zum Lebensfeld hergestellt ist. Seit dem arbeiten beide Sektionen, die einerseits den liebevoll-erkennenden Blick auf die Erde, andererseits die liebevoll-pflegende Zuwendung zur Erde repräsentieren, im selben Gebäude nebeneinander, teilweise auch an gemeinsamen Projekten.

So liegt heute der Schwerpunkt der Arbeit in der Zuwendung zu Zeitfragen, in der Zusammenarbeit vor Ort, mit dem Goetheanum, aber auch mit der weltweiten Bewegung anthroposophisch arbeitender Landwirte und Naturwissenschaftler. – Einem Grundanliegen bleiben die Kollegen im Glashaus treu: An Wegen zu arbeiten, die eine moderne spirituelle Praxis (Meditation) mit einer spirituell offenen Naturwissenschaft verbinden, um so in aller Bescheidenheit mitzuhelfen bei der Entwicklung einer modernen Mysterienstätte. In diesem Sinne versuchen wir, die Mission des Glashauses zu erfüllen:

“Besser als durch Worte, meine lieben Freunde, weihen wir diese Arbeitsstätte, denn eine Arbeitsstätte soll sie sein, wenn wir jetzt, ..., uns konzentrieren mit allen Kräften unseres Herzens auf die Liebe zur Menschen- und Geisteswelt, damit gefunden werde durch dasjenige, was in diesen Räumen geschieht, der Weg zum Geiste; zum Geiste, von dem ausgehen wird, wenn der Mensch ihn in Liebe findet, Friede und Harmonie unter den Menschen auf Erden.” (Rudolf Steiner, 17.6.1914)’

7 opmerkingen:

matthijs zei

"Für mich - Info3-hoofdredacteur Jens Heisterkamp - war bislang – trotz des Erklärungsdefizits des eigentlichen "Motors" von Evolution – der emanzipatorische Impuls des Evolutionsdenkens von zentraler Bedeutung gewesen, der die Entstehung der Arten, ganz im Sinne Darwins, als ein rein innerweltliches Geschehen verständlich werden lässt. Auch ein Rudolf Steiner hatte diesem Impuls vollkommen zugesprochen als er in seinem Buch über die Erkenntnistheorie der Goetheschen Weltanschauung sinngemäß meinte, der Weltengrund habe sich vollständig in die Welt ausgegossen, er treibe sie von innen, und der Freiheit des Menschen zuliebe müsse jeder Glaube an eine metaphysische Weltenlenkung aufgegeben werden".

Hier gaat Jens in de Plens!
Uitdrukkelijk stelt Rudolf Steiner in het bovengeciteerde Goethes Weltanschauung, GA 6 op bladzijde 214, Meine Schrift ist aber so gehalten, das sie Goethes Weltanschauung ganz für sich, ohne Bezug zur eigentlichen Geisteswissenschaft, betrachten will.
In die Geisteswissenschaft wordt nu juist en feitelijk al eerder in de Filosofie van de Vrijheid de drijvende kracht 'von innen' als vanuit de geest ontsproten geduid in diverse toonaarden.
De 'Freiheit des Menschen' opgeven zoals Jens ons wil doen geloven, toont aan niet over enige basiskennis te beschikken ten aanzien van Geesteswetenschap.

Rudolf Steiner vermochte weder die damalige Entwicklungstheorievoll zu bejahen, weil in ihr das selbständige Sein und Wirken des Geistigen keine Berücksichtigung fand, noch konnte er das Postulat von den Erkenntnisgrenzen akzeptieren. Denn ihm war es erlebtes Erkennen, daß das Sinnenfällige, «richtig erkannt», überall zeigt, daß es eine Offenbarung des Geistigen ist, und daß der Mensch mit seinem Denken, wenn er dies genügend vertieft, in der Weltwirklichkeit als einer geistigen drinnen lebt 7 Mein Lebensgang, GA 28, Kapitel 2.8

Hieronder volgt een weergave, waarin beschreven wordt dat het rijk van de zintuigen – het ontstaan der soorten – overal aantoont dat dit een openbaring van de geestelijk werking is en dat de mens, indien hij zijn denken verdiept in de werkelijkheid van de wereld als geestelijk wezen leeft.
Hier valt mij op dat Jens Heisterkamp methodisch eenzelfde zienswijze hanteert en de weg van de neergaande spiraal inslaat, even als de inmiddels veel besproken Christian Clement met zijn SKA – Steiner-Kritische-Ausgabe. Waar de geest niet wordt ingesloten maar uitgesloten.
Christian blinkt uit in het afwaarderen van kritiek. Uit één thema haalde ik enkele kwalificaties;

Das Predigen an die tauben Ohren, allem Gegacker im anthroposophischen Hühnerhof zum Trotz, Warum ich auf die Unbelehrbaren weiterhin eingehe - weiß ich selbst nicht genau - Was für eine elaborierte Verschwörungstheorie haben Sie sich denn nun wieder ausgedacht? - sich in irgendeinem vorkritischen Anthroposophistan niederlässt - der Heiland Rudolf Steiner das Erlösungswerk für einen ja bereits vollendet hat - zum Dogmatiker und elitären Besserwisser - bleibt man weiterhin naiver Realist - Nirvana der anthroposophischen Inspiration und Intuition – in dem Glauben, dass der Heiland Rudolf Steiner das Erlösungswerk für einen ja bereits vollendet hat…etc
http://egoistenblog.blogspot.nl/2015/03/wir-sind-die-sklaven-der-vergangenheit.html

Michel Gastkemper zei

Ik begrijp dat een aristotelische benadering je zwaar valt, Matthijs. Jij bent meer van een (onterechte, want verkeerd begrepen) platonische tweedeling. Overigens vergis je je, want Grundlinien einer Erkenntnistheorie der Goetheschen Weltanschauung is niet hetzelfde als Goethes Weltanschauung. Het eerste, überhaupt Steiners eerste zelfstandige publicatie, is een aristotelisch-filosofische beschouwing, het tweede, elf jaar later, een afrekening met een platonische interpretatie van Goethe. Steiner herzag deze publicatie trouwens in 1918 aanzienlijk. Beide boeken zijn ook in het Nederlands vertaald, maar alleen antiquarisch te verkrijgen. Ze heten respectievelijk ‘Waarnemen en denken’ en ‘Goethes wereldbeschouwing’.

matthijs zei

Mogelijk heb ik beide boekjes verwisseld tijdens het intypen van de tekst, jammer!
Inhoudelijk blijft de koers echter gelijk en ongewijzigd.
Het aristotelische danwel platonische toedichting is'onterecht, want verkeerd begrepen'.
Vandaag heb ik mij gekwalificeert als Later Day Anthroposoof een LDA-er, dat staat voor een persoon die zich dagelijks de vraag stelt of hij/zij anthroposoof is.
Eerst volgen enkel citaten van Goethe & Gott (zoals hij bij de buren heet).
Gott in der Natur, die Natur in Gott zu sehen

Alle Schöpfung ist Werk der Natur. Von Jupiters Throne // Zuckt der allmächtige Strahl, nährt und erschüttert die Welt. - Johann Wolfgang von Goethe, Vier Jahreszeiten – Herbst 1796

Gott und die Natur: …bei meiner reinen, tiefen, angeborenen und geübten, Anschauungsweise, die mich Gott in der Natur, die Natur in Gott zu sehen unverbrüglich gelehrt hatte, so dass diese Vorstellungsart den Grund meiner ganzen Existenz machteTag und Jahreshefte 1811

Was wär ein Gott, der nur von aussen stiesse, / Im Kreis das All am Finger laufen liesse! / Ihm ziemt's, die Welt im Inneren zu bewegen, / Natur in sich, sich in Natur zu hegen, / Nie seine Kraft, nie seinen Geist vermisst. Gott und Welt – Im ernsten beinhaus

Oh ja, natuurlijk bedankt voor je reactie, zo help je mij en de wereld een stapje verder!

Michel Gastkemper zei

Beste Matthijs,
In het dertigste hoofdstuk van ‘Mein Lebensgang’ beschrijft Steiner hoe hij in 1901 tot zijn «Welt- und Lebensanschauungen im neunzehnten Jahrhundert» kwam (wat later, in 1914, zijn «Rätsel der Philosophie» werd). Hij vertelt heel open hoe hij toen eerst nog een natuurwetenschappelijk-darwinistische positie innam, om er pas later een antroposofisch-imaginatieve zienswijze bij te winnen. Maar ook als hoe terecht die eerste visie opgevat kan worden, en dat deze zelfs een voorwaarde is om tot de tweede te komen:

‘Ich bewegte mich so vorwärts, daß ich zu dem, was in meiner Seele lebte, neue Gebiete hinzufand. Und ein besonders regsames Hinzufinden auf geistigem Gebiete fand bald nach der Bearbeitung der «Welt- und Lebensanschauungen» statt.
Dazu kam, daß ich nirgends in das Geistgebiet auf einem mystisch-gefühlsmäßigen Wege vordrang, sondern überall über kristallklare Begriffe gehen wollte. Das Erleben der Begriffe, der Ideen führte mich aus dem Ideellen in das Geistig-Reale.
Die wirkliche Entwickelung des Organischen von Urzeiten bis zur Gegenwart stand vor meiner Imagination erst nach der Ausarbeitung der «Welt- und Lebensanschauungen».
Während dieser hatte ich noch die naturwissenschaftliche Anschauung vor dem Seelenauge, die aus der Darwinschen Denkart hervorgegangen war. Aber diese galt mir nur als eine in der Natur vorhandene sinnenfällige Tatsachenreihe. Innerhalb dieser Tatsachenreihe waren für mich geistige Impulse tätig, wie sie Goethe in seiner Metamorphosenidee vorschwebten.
So stand die naturwissenschaftliche Entwickelungsreihe, wie sie Haeckel vertrat, niemals vor mir als etwas, worin mechanische oder bloß organische Gesetze walteten, sondern als etwas, worin der Geist die Lebewesen von den einfachen durch die komplizierten bis herauf zum Menschen führt. Ich sah in dem Darwinismus eine Denkart, die auf dem Wege zu der Goethe’schen ist, aber hinter dieser zurückbleibt.
Das alles war von mir in ideellem Inhalte noch gedacht; zur imaginativen Anschauung arbeitete ich mich erst später durch. Erst diese Anschauung brachte mir die Erkenntnis, daß in Urzeiten in geistiger Realität ganz anderes Wesenhaftes vorhanden war als die einfachsten Organismen. (...)
Der Mensch als makrokosmisches Wesen, das alle übrige irdische Welt in sich trug, und das zum Mikrokosmos durch Absonderung des übrigen gekommen ist, das war für mich eine Erkenntnis, die ich erst in den ersten Jahren des neuen Jahrhunderts erlangte.
Und so konnte diese Erkenntnis in den Ausführungen der «Welt- und Lebensanschauungen» nirgends impulsierend wirken. Ich verfaßte gerade den zweiten Band dieses Buches so, daß in einer vergeistigten Gestalt des im Lichte der Goethe’schen Weltanschauung gesehenen Darwinismus und Haeckelismus der Ausgangspunkt einer geistigen Vertiefung in die Weltgeheimnisse gegeben sein sollte.
Als ich dann später die zweite Auflage des Buches bearbeitete, da war in meiner Seele schon die Erkenntnis von der wahren Entwickelung. (...)’

Michel Gastkemper zei

‘Bei alledem hat die Gestalt, die meine «Rätsel der Philosophie» bekommen haben, nicht nur eine subjektive Berechtigung als festgehaltener Gesichtspunkt aus einem gewissen Abschnitte meines geistigen Werdeganges, sondern eine ganz objektive. Diese besteht darin, daß ein Denken, wenn es auch geistig erlebt wird, als Denken, die Entwickelung der Lebewesen nur so vorstellen kann, wie das in meinem Buche dargestellt wird. Und daß der weitere Schritt durch die geistige Anschauung geschehen muß.
So stellt mein Buch ganz objektiv den vor-anthroposophischen Gesichtspunkt dar, in den man untertauchen muß, den man im Untertauchen erleben muß, um zu dem höheren aufzusteigen. Dieser Gesichtspunkt tritt bei demjenigen Erkennenden auf als eine Etappe des Erkenntnisweges, der nicht in mystisch-verschwommener, sondern in geistig-klarer Art die Geistwelt sucht. In der Darstellung dessen, was sich von diesem Gesichtspunkt aus ergibt, liegt also etwas, das der Erkennende als Vorstufe des Höheren braucht.’

matthijs zei

Vervolg.

Gott in der Natur, die Natur in Gott zu sehen

Aber das Sinnenfällige, richtig erkannt, zeigt überall, dass es Offenbarung des Geistigen ist.
Dieser richtigen Erkenntnis des Sinnenfälligen gegenüber war mir klar, dass «Grenzen der Erkenntnis», wie sie damals festgestellt wurden, nur der zugeben kann, der auf dieses Sinnenfällige stößt und es so behandelt, wie jemand eine vollgedruckte Seite dann behandeln würde, wenn er die Anschauung nur auf die Buchstabenformen richtete und ohne Ahnung vom Lesen sagte, man könne nicht wissen, was hinter diesen Formen stecke.
GA 2/9 VORREDE ZUR NEU-AUFLAGE Grundlinien einer Erkenntnistheorie der Goetheschen Weltanschauung mit besonderer Rücksicht auf Schiller.

In - Grundlinien einer Erkenntnistheorie der Goetheschen Weltanschauung, mit besonderer Rücksicht auf Schiller GA2/11 Vorrede Neuauflage 1924 – staat het zo…Indem ich sie heute wieder vor mich hinstelle, erscheint sie mir auch als die erkenntnistheoretische Grundlegung und Rechtfertigung von alle dem, was ich später gesagt und veröffentlicht habe. Sie spricht von einem Weg des Erkennens, das den Weg freilegt von der sinnenfälligen Welt in die geistige hinein.

Het éne betreft de 'Offenbarung des Geistigen' het andere de Platonische tweedeling opheffend 'von einem Weg des Erkennens, das den Weg freilegt von der sinnenfälligen Welt in die geistige hinein.
Het derde is natuurlijk de interval het echt vernieuwende welk later verschijnt, ook wel Anthroposofie genoemd.

WAHRHEIT UND WISSENSCHAFT Vorreden III dit staat op de pagina-repro-van RUDOLF STEINER ONLINE ARCHIV* http://anthroposophie.byu.edu, maar heeft wel dezelfde boektitel Grundlinien einer Erkenntnidtheorie etc. Bovenstaand Archive* bestaat met de toevoeging E als Archive, daar 'dumpte' Christian Clement enkele van zijn Duitse kopieën, http://www.rsarchive.org/ vnl engels georiënteerd.
http://fvn-archiv.net/ hanteert Herausgegeben von der Rudolf Steiner Nachlassverwaltung:
de indeling en repro van mijn papieren boek uitgave.

Dit roept natuurlijk verwarringen op op deze Kop Wahrheit und Wissenschaft GA.3/jaar 1892 te gebruiken in Grundlinien einer Erkenntnistheorie…GA.2/1886 Christian Clement helpt met zijn methode die hij niet prijs wil geven, op een vraag van mij bij Michael Eggerts blog
http://egoistenblog.blogspot.nl/2015/03/wir-sind-die-sklaven-der-vergangenheit.html
Gerichte vragen begrijpt hij niet of ontwijkt ze, dit ziet er inmiddels uit als een strategie, hij meent werkelijk t.o.v. Rudolf een zoals Nietzsche schreef 'ein seinen Quellenschriftstellern überlegener Kopf' te zijn.

Hier kan kwijt dat ik niet zoals Michel eerder aangaf Angst heb door of voor de verschijning van Clement. Ik ben er wel van overtuigd dat er geen helder spel gespeeld wordt. Kennelijk heb ook de bakens gunstig gestaan gezien de situatie en het personele geklungel bij het Rudolf Steiner Archief en de financiële onmacht.
Dan wordt zo’n verschijning van drie Jokers een engel/duivel verschijning begroet.
David Marc Hoffmann leider R.S.Archiv bevriend met Eckart Holzboog- filosoof-uitgever-eigenaar duidt als Steiner als een 19e eeuwse alternatieveling.
Zijn quasi openheid berust in mijn beschouwing en ervaring op schijn, het voeren van afwaarderende woordbalkenbrij stroomt zo snel als de Rijn, waarbij ik een moreel lek signaleer.

matthijs zei

Michel bedankt voor je 'Erweiterungen'.
Waar ik stekelbaarsjes van krijg is o.a. juist dat uitventen van Rudolf als leenheer bij andere tijdsgenoten, wetenschappers, filosofen, kunstenaars, straatvolk en kruidenverzamelaars.
Ik kan dit niet anders zien en beleven dat Rudolf met een enorme Karmarugzak zijn 'Handel'wel uit moest venten in een sociale omgeving en kennis van anderen daar noodzakelijker wijs, 'Aardse Stuf'in op MOET nemen. Hij demonstreerde dat met zijn filosofie der vrijheid waar hij aanvankelijk niet allerlei filosofen mee wilde opnemen. Dit werd van buitenaf - de academische Code - verlangt.
Christian vent ook voortdurend uit dat Rudolf boeken heeft gecorrigeerd bij heruitgaven,maar dat geld voor al zijn tijdgenoten van Kant tot Hegel exact hetzelfde proces. Hij geeft er een 'geur' aan mee waardoor Rudolf gaat 'ruiken' misschien wel 'stinken'.

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(Hilversum, 1960) – – Vanaf 2016 hoofdredacteur van ‘Motief, antroposofie in Nederland’, uitgave van de Antroposofische Vereniging in Nederland (redacteur 1999-2005 en 2014-2015) – – Vanaf 2016 redacteur van Antroposofie Magazine – – Vanaf 2007 redacteur van de Stichting Rudolf Steiner Vertalingen, die de Werken en voordrachten van Rudolf Steiner in het Nederlands uitgeeft – – 2012-2014 bestuurslid van de Antroposofische Vereniging in Nederland – – 2009-2013 redacteur van ‘De Digitale Verbreding’, het door de Nederlandse Vereniging van Antroposofische Zorgaanbieders (NVAZ) uitgegeven online tijdschrift – – 2010-2012 lid hoofdredactie van ‘Stroom’, het kwartaaltijdschrift van Antroposana, de landelijke patiëntenvereniging voor antroposofische gezondheidszorg – – 1995-2006 redacteur van het ‘Tijdschrift voor Antroposofische Geneeskunst’ – – 1989-2001 redacteur van ‘de Sampo’, het tijdschrift voor heilpedagogie en sociaaltherapie, uitgegeven door het Heilpedagogisch Verbond

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