Bedoeld is: antroposofie in de media. Maar ook: in de persbak van de wijngaard, met voeten getreden. Want antroposofie verwacht uitgewrongen te worden om tot haar werkelijke vrucht door te dringen. Deze weblog proeft de in de media verschijnende antroposofie op haar, veelal heerlijke, smaak, maar laat problemen en controverses niet onbesproken.

dinsdag 17 april 2012

Ongerede

U heeft er misschien niets van gemerkt, maar de website van News Network Anthroposophy Limited (NNA) was drie weken in ongerede. De tweede helft daarvan werd een noodverband gelegd. ‘Themen der Zeit’ van Michael Mentzel berichtte een week geleden over een zeer prozaïsche oorzaak, namelijk ‘Serverprobleme bei NNA’. Maar die zijn dus nu weer opgelost. Sinds gisteren staat er opnieuw een vracht aan nieuwsberichten. Niet alles is even sterk, maar er zitten heel waardevolle berichten tussen. NNA mag in zijn meer dan tienjarig bestaan een intussen niet te missen bron worden genoemd. Goede verzorging van publiciteit en journalistiek begint in de antroposofische beweging langzamerhand gemeengoed te worden. Ik neem drie berichten van NNA over, alle drie onderwerpen zijn hier eerder aan bod geweest, dus kun je wel spreken van een follow-up. Te beginnen met ‘Wie Wasser in der Wüste’ van 7 april, door Wolfgang G. Vögele (zie ook ‘Documentaire’ op 22 februari):
‘Film des preisgekrönten BBC-Dokumentaristen Stedall beleuchtet die Bedeutung von Steiners Werk für die Zukunft – Neue Ansichten auch zu Lebensstationen

Wie können die Ideen von Rudolf Steiner dazu beitragen, die anhaltende Krise der modernen Gesellschaften zu lösen? Dies ist eine der zentralen Fragestellungen des neuen Dokumentarfilms des renommierten britischen Filmemachers Johnathan Stedall, der vor kurzem in London Premiere hatte. Mit einer Aufführung in Dornach trat der Film jetzt seine Reise auf den europäischen Kontinent an. NNA-Korrespondent Wolfgang G. Vögele hat ihn sich angesehen.

DORNACH (NNA). Zur ersten Aufführung von “The Challenge of Rudolf Steiner” außerhalb der englischsprachigen Welt konnte Bodo von Plato, Vorstandsmitglied der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft, den Regisseur Jonathan Stedall und zahlreiche Zuschauer im Goetheanum begrüßen. Mit diesem Film ging für den 74-jährigen preisgekrönten BBC-Filmemacher, der schon Dokumentationen über Gandhi, Tolstoj und C. G. Jung gedreht hatte, ein langgehegter Traum in Erfüllung.

Stedall berichtete zunächst über die Entstehungsgeschichte des Films. Ursprünglich wollte er einen 75-minütigen Film über Steiner machen, doch dieses Format reichte nicht, um die Vielfalt der anthroposophischen Praxisfelder so zu zeigen, dass auch deren Hintergrund verständlich wird. So entschloss er sich zu einem zweiteiligen Werk (1. Teil: 90 Minuten; 2. Teil: 105 Minuten) über Steiners Leben und Vermächtnis. Drehorte waren Großbritannien, die USA, Indien, Österreich und die Schweiz.

Der Film wendet sich an Menschen, die in anthroposophischen Institutionen arbeiten, aber auch an jene, die noch sehr wenig über Steiner wissen, insbesondere in den USA. Stedall hofft auf baldige Fernsehausstrahlungen, etwa bei BBC, wo entsprechendes Interesse signalisiert wurde. Er beabsichtige, gesonderte DVDs mit den ungekürzten Interviews des Films herzustellen. Der ins Internet gestellte Trailer sei in wenigen Tagen über 18.000 mal abgerufen worden.

In zahlreichen Interviews kommen Anthroposophen zu Wort, die in Wissenschaft, Medizin, Landwirtschaft, Pädagogik und Kunst arbeiten und angeben, was ihnen Steiner persönlich bedeutet und warum seine Ideen für ihre Arbeit wichtig sind. Dabei wurde Wert darauf gelegt, dass die Interviewten jeweils an ihrem Arbeitsplatz zu sehen sind.

Schon der Trailer betont, dass Steiner ein ausgesprochen pragmatischer und praktisch orientierter Denker war, dem der freie Wille einer Person unantastbar war: “Er wollte nicht, dass wir ihm folgen, er wollte, dass wir uns selbst folgen.”, meinte eine Studentin. Andere empfanden ihre Begegnung mit Steiners Ideen “wie das Finden von Wasser inmitten einer Wüste”.

Der Film geht von Paul Gauguins Frage aus: “Woher kommen wir – Wer sind wir? – Wohin gehen wir?” Für Steiner steht der freie menschliche Wille nicht im Widerspruch zu Karma und Reinkarnation. Seine Erkenntnis, dass wir alle Sklaven unserer Vergangenheit, aber Meister unserer Zukunft seien, hat für Anthroposophen ethische Konsequenzen, die etwa auch in der Heilpädagogik oder im Strafvollzug zum Tragen kommen. Ein Gefängnisdirektor in Süd Wales versucht mit den Strafgefangenen aufgrund dieses Menschenbildes zu arbeiten: auch der kriminell gewordene Mensch besitzt eine Menschenwürde. Man muss ihm beim Finden seiner individuellen Lebensaufgabe helfen. Ebenso in der anthroposophischen Biographie-Beratung: Menschen haben “eine Geschichte miteinander”, wobei es weniger darum geht, wer wir in der vergangenen Inkarnation waren, sondern vielmehr, wie wir in Zukunft miteinander auskommen.

Für viele Zuschauer neu waren Mitteilungen über die relativ junge, aber boomende Waldorfbewegung in China: Sie profitiert von den Mängeln im staatlichen Schulwesen: Viele Eltern finden in den Waldorfschulen die gesuchte Alternative! Oder wer weiß schon, dass in zahlreichen öffentlichen Schulen Kaliforniens Waldorf-Methoden angewendet werden?

Ein Theologieprofessor aus Cambridge berichtet, wie ihm die Ideen Steiners zu einer tieferen Verständnis seines Christentums verholfen haben. Die Bekennerin einer nichtchristlichen Religion erzählt, wie ihr manche “Ungereimtheit” im eigenen Glaubenssystem durch Steiner nachträglich verständlich geworden sei.

Auch die ungesunde Vorherrschaft der Wirtschaft über das Kulturleben und die Politik kommen zur Sprache. Der Erfolg nachhaltiger arbeitender Geldinstitute wird am Beispiel der Triodos-Bank festgemacht. Anthroposophische Medizin wird in ihrer bekanntesten Sparte, der Krebsforschung und -therapie, gezeigt, Ärzte berichten über ihre praktischen Erfahrungen in dieser Dißiplin. Bei der Besprechung der biologisch-dynamischen Landwirtschaft wird resümiert, dass nicht nur Nahrungsmittel qualitativ verbessert werden müssen, auch die Erde selbst müsse geheilt werden.

Der Film bietet nie gesehene Außenaufnahmen aus einigen Lebensstationen Steiners: Pottschach, Wien, Weimar, Berlin und Dornach. Dabei wird die Naturanschauung Goethes als wesentlicher Bezugspunkt Steiners hervorgehoben und der zeitgeschichtliche Hintergrund kurz und treffend erklärt. Auch Steiners Wirken innerhalb der Theosophischen Gesellschaft wird thematisiert und auch die Differenzen, die schließlich zur Trennung geführt haben. Dabei werden führende Theosophen dargestellt, die in der englischsprachigen Welt viel bekannter sind als in Mitteleuropa.

Dem Zuschauer prägt sich ein: Steiner appelliert an die Selbständigkeit der Menschen: er macht Vorschläge und sagt: Probiere es aus! Mache etwas daraus! Im Gegensatz zu manchen in Mitteleuropa verbissen geführten Theorie-Debatten wird hier die spirituelle Kraft der anthroposophischen Bewegung deutlich und in einem Nebensatz zugestanden, dass es selbstverständlich auch “Steiner purists”, also orthodoxe Anhänger gäbe. In diesem Film überwiegt die praktisch-optimistische Sicht zur Schaffung einer humaneren Welt. Ob mit oder ohne deutsche Untertitel – Stedalls Werk könnte bei entsprechender Verbreitung durch andere Medien ein Klassiker werden, den man überall dort gern heranzieht, wo es gilt, Steiners Ideen und die weltweiten Aktivitäten der anthroposophischen Bewegung möglichst objektiv darzustellen. Der Film ist seit März als Doppel-DVD im Handel erhältlich.

Links: http://vimeo.com/36636191 (Trailer) , www.jonathanstedall.co.uk, http://rudolfsteinerfilm.squarespace.com/order-dvd/, www.rudolf-steiner-2011.com
Het volgende bericht, van 15 april, is van dezelfde auteur, Wolfgang G. Vögele, en behandelt een thema dat hier eerder ook langskwam, namelijk in ‘Scaligero’ op 19 maart, en is getiteld ‘Anthroposophische Bewegung vor neuer Herausforderung’:
‘Forschung des US-Historikers Staudenmaier untersucht Verhältnis von Anthroposophie zu rassistischem und völkischem Gedankengut sowie Kontakte zum NS-Regime

MAINZ (NNA). Das Verhältnis von Anthroposophie zu völkischen und rassistischen Theorien sowie die Kontakte zwischen Anthroposophen und Repräsentanten des NS-Regimes sind das Thema der Forschungsarbeit des US-Historikers Peter Staudenmaier, die jetzt als über 800 Seiten umfassende Online-Ressource und in Kurzfassung in einem deutschen Sammelband vorliegen (siehe Literaturhinweis). Für die anthroposophische Bewegung in Deutschland und ihre Einrichtungen ergibt sich so die Notwendigkeit, sich erneut mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Staudenmaier ist Juniorprofessor für Neuere deutsche Geschichte an der Marquette University (Milwaukee, Wisconsin). Für seine Forschung zum Thema hat er in größerem Umfang Dokumente u. a. aus dem Bundesarchiv in Berlin ausgewertet. Die Forschung, eine Dissertation, wurde mit Unterstützung der Cornell University, Ithaka (NY) durchgeführt. Die Kurzfassung wurde bei einem Workshops des Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung an der Universität Dresden vorgestellt.

Grundsätzlich geht der US-Historiker von einer “ideengeschichtlichen Nähe” von anthroposophischen und völkischem Gedankenguts aus. Die Verknüpfung liegt für ihn vor allem im Begriff des deutschen Wesens und Geistes und der damit verbundenen Weltmission. Staudenmaier sieht im Werk Rudolf Steiners auch eine “Rassenlehre” als “tragende Säule” sowie ein ambivalentes Verhältnis zur Demokratie und eine Abneigung gegen Liberalismus und Sozialismus. Dieses rechtslastige Erbe der anthroposophischen Bewegung habe aber auch in Spannung zu anderen, entgegengesetzten Elementen gestanden. In seiner Dissertation spricht Staudenmaier von einem “left-right crossover that has marked anthroposophical politics from the beginning”.

Staudenmaier betrachtet seine Forschung als Korrektiv zur 1999 erschienenen Arbeit von Uwe Werner “Anthroposophen in der Zeit des Nationalsozialismus, die aus seiner Sicht Abgrenzung und Gegnerschaft der anthroposophischen Bewegung zum NS-Regime und seinen ideologischen Grundlagen zu sehr in den Vordergrund stellt. Demgegenüber legt er den Schwerpunkt auf die Verbindungen der Anthroposophie zu völkischem und rassistischem Denken und seinen Repräsentanten vor und während der NS-Zeit.

Die Bandbreite der Verbindungen durch Publikationen oder persönliche Kontakte, die Staudenmaier auflistet, reicht von der Wertschätzung von Rudolf Steiner für Friedrich Lienhards Weltkriegs-Pamphlet über die Publikation seines Seelenkalenders in einer ariosophischen Zeitschrift über die Mitwirkung der Vereinigung anthroposophischer Ärzte bei der Reichsarbeitsgemeinschaft für eine Neue Deutsche Heilkunde bis zur Förderung der bio-dynamischen Landwirtschaft durch führende Repräsentanten des NS-Staats wie Heß, Rosenberg oder Ohlendorf. “Die führenden Männer der Demeter-Bewegung” hätten sich rückhaltlos dem nationalsozialistischen Deutschland zur Verfügung gestellt, schreibt z. B. Erhard Bartsch 1937 in einem Brief, den Staudenmaier im Bundesarchiv ausfindig gemacht hat.

Für Staudenmaier ist die seiner Meinung nach bisher nicht ausreichend geleistete Aufarbeitung dieser “geschichtlichen Gemengelage”, in der es zu einer Begegnung und Befruchtung von lebensreformerischen, völkischen und esoterischen Ansätzen gekommen sei, auch ein weiteres Hindernis für die “ohnehin mühsame Diskussion” zwischen Anthroposophie und akademischer Wissenschaft. Möglicherweise stehe die Anthroposophie, die sich als “Sprachrohr des deutschen Geistes” verstehe, dadurch erneut an einem Scheideweg, betont der US-Wissenschaftler zum Abschluss seines Beitrags.

In seiner großen Forschungsstudie widmet Staudenmaier 90 Seiten der Geschichte der Anthroposophie in Italien, wo er wesentlich intensivere Verquickungen anthroposophischer Denker mit dem Faschismus und sogar mit der Judenverfolgung belegt.

In den letzten Jahrzehnten kam es des öfteren zu Debatten über das Ausmaß der Nähe der Anthroposophie Rudolf Steiners zu rassistischem Gedankengut, da Kritiker immer wieder Anstoß nehmen an Äußerungen in Steiners Vorträgen, die mit dem rassistisch geprägten Evolutionsdiskurs seiner Zeit parallel gehen und auch nach heutigem Empfinden diskriminierend für bestimmte Völker oder Ethnien wirken.

Bereits 1996 hatte die Mitgliederversammlung der Anthroposophischen Gesellschaft in den Niederlanden dazu eine Untersuchungskommission unter Vorsitz des Menschenrechtlers Ted. A van Baarda eingesetzt, die 1999 ihr Gutachten vorlegte.

Sie hatte rund 150 Zitate aus dem Werk Rudolf Steiners untersucht, später wurden sie auf 250 Stellen erweitert. Abschließend kommt die Kommission zu dem Ergebnis, dass als “eindeutig diskriminierend oder beleidigenden Charakters” zwölf kleinere Zitate aus dem 89.000 Seiten umfassenden Gesamtwerk Steiners anzusehen seien. Sie legt dabei die Definition des niederländischen Strafrechts zugrunde, die mit den international gültigen Bestimmungen übereinstimmt. Danach kommt es bei dem Tatbestand der Diskriminierung nicht nur auf die Absicht der sich äußernden Person, sondern auch auf die Wirkung bei den betroffenen Menschen an. Die Verletzung der Menschenrechte sei grundsätzlich im subjektiven Erleben des Opfers begründet, heißt es dazu in der Einführung. Das Vorliegen einer Rassenlehre im Werk Rudolf Steiners wird von der Kommission dagegen verneint.

Die niederländische Kommission hatte keine Bedenken gegen das Werk “Die Mission einzelner Volksseelen” von Steiner. Das Rassebild jener Vorträge beinhalte allenfalls “eine leichte Form von Diskriminierung als Folge einer zeitgebundenen Wortwahl”. Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien in Deutschland, die auf Initiative von Anthroposophiegegnern hin diese Steiner-Schrift 2006 begutachtet hatte, stufte die Texte dagegen als “in Teilen ... rassendiskriminierend” ein. Die Prüfstelle bestand darauf, dass die Schrift mit einem Kommentar versehen werden muss.

Der Bund der Freien Waldorfschulen in Deutschland hatte die Debatte zum Anlass genommen, die sog. Stuttgarter Erklärung zu verabschieden, in der jede Form der Diskriminierung anderer Völker oder Ethnien als unvereinbar mit den Prinzipien der Waldorfpädagogik erklärt wird. Die problematisierten Passagen in Steiners Werk stuft die Stuttgarter Erklärung als zeitgebunden ein und gesteht zu, dass sie heute diskriminierend wirken.

Im 2011 erschienenen Sammelband “Anthroposophie in Geschichte und Gegenwart” setzt sich Uwe Werner erneut mit dem Thema Anthroposophie im Nationalsozialismus auseinander. Werner betont darin zunächst die Berechtigung von Kritik an Steiners Rassenbegriff: “Es ist die Rede von Dekadenz, Degeneration, von auf- und absteigender Entwicklung. Diese Äußerungen werden nicht ohne Grund seit den neunziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts von Kritikern moniert. “ Im Folgenden verweist Werner auf Steiners Sicht des Individuums, das eine Abwertung aufgrund der Zugehörigkeit zu einer Ethnie ausschließt. Nach Steiner sei jedes Individuum eine “Art für sich”. Diese Sichtweise Steiners werde durch die moderne DNA-Forschung bestätigt. Werner wirft den Kritikern Steiners vor, dass sie diesen Hintergrund seiner missverständlichen Äußerungen nicht zu deren Interpretation mit heranziehen.

Steiner sei sich bewusst gewesen, dass Äußerungen von ihm missdeutet werden können. Eindeutig habe er sich gegen Rassenvorurteile geäußert, die den Menschen hindern, den anderen zu verstehen, im “in die Seele zu blicken”. Steiner habe deutlich gemacht, dass es wichtig sei, die Unterschiede der leiblichen Herkunft zur Kenntnis zu nehmen, diese dürften aber nicht zum Bewertungskriterium werden.

Werner betont, dass sich Rudolf Steiner von allen Auffassungen distanziert hat, die davon ausgingen, dass Rassen für die Zukunft noch eine Bedeutung haben könnten. Halte man daran fest, konserviere so den Hass und löse ihn nicht durch Liebe auf, so müsse “das Allerschlimmste daraus folgen”, so zitiert Werner Steiners Vortrag aus dem Jahr 1905. Steiners Aussagen zu Atlantis und “Rasseneigentümlichkeiten” seien in diesem Kontext zu interpretieren, da sie in zeitlicher Nähe erfolgten.

Steiners Bekenntnis zum Deutschtum sieht Werner so, dass es sich hier um ein “unpatriotisches, unpolitisches Verständnis” gehandelt habe, das sich in der schöpferischen Leistung einzelner Menschen geäußert habe. Allerdings habe dies nach dem Ausbruch des 1. Weltkriegs und Steiners Argumentation gegen die Kriegsschuld des deutschen Volkes missverstanden werden können, konzediert Werner. In diesem Zusammenhang habe Steiner sich auch für die Finanzierung der verschwörungstheoretischen Schrift “Die Entente-Freimaurerei und der Erste Weltkrieg” von Karl Heise eingesetzt. Bereits der Steiner-Biograph Christoph Lindenberg hatte 1989 dafür plädiert, Steiners Äußerungen im Kontext des Ersten Weltkriegs “nicht nur als zeitgeschichtliche, sondern auch als zeitbedingte Darstellungen einzuschätzen”.

Werner stellt auch fest, dass sich viele Anthroposophen nach der Machtergreifung “in den von Hitler ausgelösten Begeisterungssog für eine Erneuerung und Einigung Deutschlands hineinziehen” ließen. Der damalige Vorsitzende der Anthroposophischen Gesellschaft, Hans Büchenbacher, der selbst einen jüdischen Elternteil hatte, schätze den Anteil der in dieser Hinsicht anfälligen Gesellschaftsmitglieder in seinen Erinnerungen auf zwei Drittel. Als Beispiel für diejenigen Anthroposophen, die den Nationalsozialismus von Anfang an richtig einschätzten, nennt Werner Ita Wegmann, die von einer “Verführung ohnegleichen” sprach und Albert Steffen, der in seinem Tagebuch seine Angst vor Nazideutschland in eindringliche Worte fasste.

Werner bezieht auch kritisch zu Staudenmaiers Dissertation Stellung: Die Fokussierung auf die “Gemengelage” von völkischen und anthroposophischen Themen berge die Gefahr, deren Relevanz für die damalige Anthroposophie zu überschätzen. Denn die “Schwerpunkte anthroposophischer Tätigkeit und schriftstellerischer Erörterung” hätten an anderer Stelle gelegen. “Trotzdem”, so Werner, komme Staudenmaier “stellenweise zu einer adäquaten Einschätzung.”

Literaturhinweise:

INFO3-Verlag (Hg.): Anthroposophie und die Rassismus-Vorwürfe – Der Bericht der niederländischen Untersuchungskommission “Anthroposophie und die Frage der Rassen”, 4. Aufl. Frankfurt 2006, Schriftenreihe “Kontext” Bd. 1, Vorwort von Justus Wittich.

Lindenberg, Christoph: Rudolf Steiner und die geistige Aufgabe Deutschlands, in: Die Drei, Nr. 12/1989, S. 800-910.

Staudenmaier, Peter: Between Occultism and Fascism: Anthroposophy and the Politics of Race and Nation in Germany and Italy 1900-1945, Diss. Cornell University 2010.

Staudenmaier, Peter: Der deutsche Geist am Scheideweg: Anthroposophen in Auseinandersetzung mit völkischer Bewegung und Nationalsozialismus, in: Puschner, Uwe/Vollnhals, Clemens (Hg.): Die völkisch-religiöse Bewegung im Nationalsozialismus. Eine Beziehungs- und Konfliktgeschichte, Göttingen/Oakville (USA) 2012, S.473-491.

Werner, Uwe: Anthroposophen in der Zeit des Nationalsozialismus (1933-1945) München 1999.

Werner, Uwe: Rudolf Steiner zu Individuum und Rasse, in: Uhlenhoff, Rahel (Hg.): Anthroposophie in Geschichte und Gegenwart, Berlin 2011, S. 705-778.’
Dat jaartal waarin het rapport van de Nederlandse onderzoekscommissie uitkwam, klopt niet helemaal. In 1998 verscheen het tussenrapport, twee jaar later het eindrapport. Het derde van NNA overgenomen bericht is van 8 april, ‘Kurswechsel bei Weleda’, geschreven door Christian von Arnim, en belicht verschillende details die hier nog niet aan bod kwamen in ‘Stuurlui’ op 4 april en in ‘Kritische uitgave’ op 27 maart. Van dit nieuwsbericht is overigens ook een Engelse versie, ‘Radical shake-up of Weleda top management to restore profitability’, gisteren gepubliceerd. Ik presenteer hier echter de Duitse tekst:
‘Bisheriger Verwaltungsrat zum Rücktritt gezwungen – Neuer CEO ernannt – Wirtschaftlichkeit soll gestärkt werden

BASEL (NNA). Andauernde Schwierigkeiten in der wirtschaftlichen Lage des Heilmittel- und Naturkosmetikherstellers Weleda haben zu einem vollkommenen Wechsel in der Führungsriege geführt. An einer kurzfristig einberufenen außerordentlichen Generalversammlung Ende März haben die Aktionäre einen neuen Verwaltungsrat gewählt, nachdem die Hauptaktionären zuvor in einem unerwarteten Schritt den Rücktritt des alten Verwaltungsrates verlangt hatten. Das Vorstandsmitglied der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft und studierter Wirtschaftswissenschaftler und Bankier, Paul Mackay, ist zum Präsidenten des neuen Verwaltungsrates ernannte worden.

In einer weiteren Entwicklung ist der auf die Restrukturierung und den Aufbau von Unternehmen spezialisierte Diplom-Kaufmann und Unternehmensberater Ralph Heinisch zum neuen Geschäftsführer ernannt worden, nachdem sein Vorgänger, Patrick Sirdey, Anfang des Jahres von diesem Amt zurückgetreten war (NNA berichtete). Auch der bisherig CFO Patrick Kersting hat das Unternehmen “im beiderseitigen Einvernehmen” Ende März verlassen. Der Unternehmensberater und Wirtschaftsprüfer Heinz Stübi wird seine Aufgaben bis zur definitiven Nachbesetzung übernehmen. Neben Mackay sitzen Dr.  Jürg Galliker, Dr.  Andreas Jäschke, Dr.  Harald Matthes und Elfi Seiler im neuen Verwaltungsrat.

In einer Medienmitteilung sagte das Unternehmen es sei das “erklärte Ziel” des neuen Verwaltungsratspräsidenten die Wirtschaftlichkeit von Weleda kurzfristig zu verbessern und nachhaltig zu einer soliden Ertragsbasis zurückzuführen. “Der bisherige Verwaltungsrat ist auf Wunsch der Hauptaktionäre, Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft und Ita Wegman Klinik, zurückgetreten. Die Neuwahl wurde durchgeführt, weil die Weleda einen handlungsfähigen Verwaltungsrat braucht,” so die Mitteilung.

Laut Weleda steuert das Unternehmen im Geschäftsjahr 2011 auf einen Verlust von rund 10 Mio. schweizer Franken (8.31 Mio. Euro) zu bei einem voraussichtlichen Gruppenumsatz von 380 Mio. Franken (315.81 Euro).

Während im Unternehmen trotz der durch den radikalen Führungswechsel ausgelösten Verunsicherung den nächsten Schritten abwartend entgegengesehen wird, geht aus einem Interview mit Mackay in der Basler Zeitung deutlich hervor, dass die Hauptaktionäre ihr Vertrauen in der Unternehmensstrategie des bisherigen Verwaltungsrates verloren hatten bzw. die Strategie als falsch bewerteten. Es gelte das Potential des Unternehmens voll außuschöpfen, sagte Mackay. Weleda brauche eine starke Führung “damit die Mitarbeiter wissen, in welche Richtung es geht”. Der Heilmittel- und Naturkosmetikhersteller sei in einer Talsohle. Die Liquidität müsse sichergestellt und die Wirtschaftlichkeit gestärkt werden. “Aber es müssen auch Fragen beantwortet werden, wie Weleda aufgestellt werden muss,” erklärte Mackay der Basler Zeitung gegenüber.

Wie die neue Strategie für die Gruppe konkret aussehen soll wollte Mackay jedoch noch nicht ausführen. Es sei noch zu früh dazu meinte er. Noch müsse die bisherige Lage geprüft werden. Aber ausschließen wolle er nichts. Auch nicht, dass die gegenwärtig getrennten Sparten der Arzneimittel und Naturkosmetik möglicherweise wieder zusammengeführt würden. In einer Politik, die unter Teilen der anthroposophischen Ärzteschaft viel Besorgnis ausgelöst hatte, war es das Ziel der alten Geschäftsleitung gewesen, die verlustmachenden Heilmittel selbsttragend zu machen und sie nicht mehr durch den erfolgreichen Unternehmensbereich Naturkosmetik zu subventionieren. Man müsse die beiden viel mehr in einem Zusammenhang sehen, sagte der Verwaltungsratspräsident der Basler Zeitung.

Auch in Antwort auf die Frage, ob Bereiche geschlossen oder Stellen abgebaut würden wollte sich Mackay nicht festlegen: “Das muss sehr gut überlegt sein. Aber ich möchte und kann nichts von vorneherein ausschließen.”

Weiter ist noch unklar wie sich die jüngste Entwicklung auf die weltweit tätigen Weleda-Gesellschaften auswirken wird. Wie aus dem Unternehmen verlautete, sei es noch zu früh genaueres dazu sagen zu können. Auch Mackay ließ die Frage offen: “Das muss jetzt angeschaut werden. Wir müssen uns generell fragen: Was können wir uns leisten?”’

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(Hilversum, 1960) – – Vanaf 2016 hoofdredacteur van ‘Motief, antroposofie in Nederland’, uitgave van de Antroposofische Vereniging in Nederland (redacteur 1999-2005 en 2014-2015) – – Vanaf 2016 redacteur van Antroposofie Magazine – – Vanaf 2007 redacteur van de Stichting Rudolf Steiner Vertalingen, die de Werken en voordrachten van Rudolf Steiner in het Nederlands uitgeeft – – 2012-2014 bestuurslid van de Antroposofische Vereniging in Nederland – – 2009-2013 redacteur van ‘De Digitale Verbreding’, het door de Nederlandse Vereniging van Antroposofische Zorgaanbieders (NVAZ) uitgegeven online tijdschrift – – 2010-2012 lid hoofdredactie van ‘Stroom’, het kwartaaltijdschrift van Antroposana, de landelijke patiëntenvereniging voor antroposofische gezondheidszorg – – 1995-2006 redacteur van het ‘Tijdschrift voor Antroposofische Geneeskunst’ – – 1989-2001 redacteur van ‘de Sampo’, het tijdschrift voor heilpedagogie en sociaaltherapie, uitgegeven door het Heilpedagogisch Verbond

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