Bedoeld is: antroposofie in de media. Maar ook: in de persbak van de wijngaard, met voeten getreden. Want antroposofie verwacht uitgewrongen te worden om tot haar werkelijke vrucht door te dringen. Deze weblog proeft de in de media verschijnende antroposofie op haar, veelal heerlijke, smaak, maar laat problemen en controverses niet onbesproken.

zondag 10 juni 2012

Fichte

Op 17 mei had ik het in ‘Financiering’ uitgebreid over het vuistdikke boek van Hartmut Traub, ‘Philosophie und Anthroposophie. Die philosophische Weltanschauung Rudolf Steiners. Grundlegung und Kritik’. Wat ik toen nog niet gedaan had, was de link leggen met enkele berichten die ik vorig jaar heb geschreven (even uitgebreid trouwens) over Spinoza. De eerste was op 8 mei 2011 en droeg de titel ‘Wijnpers’. Ik heb een tijdlang daarna een aantal berichten over dit thema geschreven, dankbaar gebruik makend van een speciale website van NRC Handelsblad met boekrecensies, waaruit ik in extenso citeerde. Vooral de besprekingen van Arnold Heumakers.

En nu ben ik blij dat ik dat destijds zo heb gedaan, want niet lang daarna werd die website opgeheven en had je niet zomaar meer de beschikking over al die prachtige NRC-boekbesprekingen. Er is nog wel een mogelijkheid om recensies uit NRC Handelsblad op het internet te vinden, maar dat gaat via een andere website: ‘nrc lux, de cultuurwebwinkel’, en dan de pagina’s met ‘Besproken in NRC’. Voor niks gaat de zon op, en er moet toch in ieder geval gepoogd worden eraan te verdienen. Dat is logisch.

Misschien moet ik eerst al mijn berichten van destijds even op een rijtje zetten, volgend op die op 8 mei 2011:

‘Verlichting’ op 15 mei
‘Wereldbeschouwing’ op 20 mei 2011
‘Romantiek’ op 21 mei 2011
‘Ontdekking’ op 26 mei 2011
‘Duizend’ op 28 mei 2011
‘Nietzsche en de toekomst’ op 30 mei 2011
‘Imaginatie en inspiratie’ op 2 juni 2011
‘Lessing’ op 12 juni 2011
‘Bewustzijnsziel’ op 19 juli 2011
en als nakomertje ‘Op dreef’ op 29 september 2011.

Toen was het even op. De aanleiding tot dit alles waren twee voordrachten van Steiner waarop ik was gestuit. Hij heeft het daarin over twee vorige incarnaties van Fichte en noemt die ook. Van de zeer vroege voordracht in zijn loopbaan op 24 augustus 1903 in Berlijn, in GA 88, bestaan slechts een paar notities. Die luiden voor een deel:
‘Jedes menschliche Wesen muß durch eine Kraft vom Devachan wieder in die physische Sphäre herabgezogen werden, um dort Fähigkeiten zu erlernen, die es noch nicht entwickelt hat. In der obersten Arupastufe lernt der Mensch diese Kräfte kennen und bekommt dadurch Einfluß auf seine spätere Inkarnation. Er nimmt dann auch sein Leben bis zu einem gewissen Grade in die Hand. Er ist ein Beispiel regelmäßiger Entwicklung.

Eine Inkarnation hängt aber nicht allein von der eigenen Entwicklung ab, sondern auch von dem Nutzen und von der Bedeutung für die ganze Evolution. Die Aufeinanderfolge der Persönlichkeiten höherer Individualitäten ist nicht mehr unregelmäßig. Bei den weniger Entwickelten ist die Verkörperung noch unregelmäßig. Bei hoch entwickelten Individualitäten werden hervorstechende Eigenschaften hervortreten. Dazu gehören

1. ein ehrfürchtiges Aufschauen zu dem Höheren,
2. eine ruhige Liebe zu Gott,
3. das Werden in Gott.

Als Beispiel für eine regelmäßige Entwicklung einer Individualität können wir betrachten einen Zeitgenossen von Jesus, Philo von Alexandrien. Seine Individualität kam wieder als Spinoza und dann als Johann Gottlieb Fichte. Wir haben hier also eine durchgehende Individualität in drei Persönlichkeiten. Liest man Fichte ohne Kenntnis dieser Vorgänge, so versteht man ihn nur wenig. Mit dieser Kenntnis aber findet man, daß seine Worte mit Feuerschrift geschrieben sind. Alle diese großen Geister haben eine regelmäßige Entwicklung durchgemacht.’
De tweede voordracht was tien jaar later, op 5 juni 1913 in Helsinki, te vinden in GA 158, waarin Steiner bij zijn Russische publiek het bovenstaande blijkbaar als bekend veronderstelt:
‘So war es die europäische Kultur, welche dadurch, daß sie zurückgeblieben war, in ursprünglicher, frischer Kraft dastand – und ursprüngliche frische Kraft ist näher mit dem Göttlichen verwandt –, bereit war, den Christus-Impuls aufzunehmen. So flossen zusammen innerhalb der abendländischen Welt zwei Strömungen, die für jeden, der dafür eine Empfindung hat, scharf zu unterscheiden sind. Wer würde nicht unterscheiden können den eigentümlichen Grundton Fichtes, des mitteleuropäischen Philosophen, und den eigentümlichen Grundton Spinozas, der ja auch ein europäischer Philosoph war. Es ist sogar in der Menschheitsevolution so, daß dasjenige, was der allgemeinen Kultur angehört, von derselben Individualität getragen werden kann. Denn dieselbe Individualität ist ja Spinoza und Fichte, wie vielleicht schon einige unserer Freunde wissen. Aber Fichte ist als einzelne Persönlichkeit des 18., 19. Jahrhunderts ein Geist, der durchdrungen werden konnte von der ganzen Kraft des Christus-Impulses; Spinoza, also dieselbe Individualität, steht aber in der andern Strömung darinnen und hat nichts davon.’
Als ik dit weer heb opgehaald, namelijk de volgens Steiner met elkaar verbonden achtereenvolgende rij van Philo van Alexandrië, Spinoza en Fichte, kan ik terugkeren bij Hartmut Traub, Steiner en Fichte. En dat is heel simpel de volledige inhoud van het interview dat Ansgar Martins had met deze Hartmut Traub en dat hij op zaterdag 2 juni op zijn ‘Waldorfblog’ plaatste onder de titel ‘Die “Optik des Geistes” und der Geist des Okkulten – Ein Gespräch mit Hartmut Traub’. Het is buitengewoon verhelderend en ook voor een simpele en niet in de filosofie geschoolde geest als ik heel goed te volgen. Dus zet u schrap, daar komt-ie:
‘Waldorfschulen, demeter-Landwirtschaft und Weleda-Kosmetik sind weit bekannt, eine kleinere Öffentlichkeit ist auch über den okkulten Weltanschauungskosmos Rudolf Steiners informiert. Der philosophische Werdegang Steiners vor seiner Wende zur Esoterik ist aber bisher fast nur durch apologetische Stellungnahmen von AnthroposophInnen erschlossen, die versuchen zu zeigen, “dass die eigentlichen spirituellen Wurzeln des Frühwerks” bereits in der “übersinnlichen Wirklichkeit liegen” (Sergej Prokofieff), die der späte Steiner als Esoteriker beschwor. Die Realität ist freilich komplizierter. Dazu befragte ich Hartmut Traub, der mit seinem Buch “Philosophie und Anthroposophie” jüngst eine ideengeschichtliche Analyse und philosophische Kritik dieses “frühen” Steiner vorgelegt hat.

Ansgar Martins: Was interessiert Sie als Nichtanthroposoph und in Absetzung von der apologetischen Steinerdeutung an einer “Grundlegung und Kritik” der vor-esoterischen Philosophie Steiners?

Hartmut Traub: Das Problem, das Sie hier ansprechen, ist der philosophischen Forschung nicht unbekannt. Es geht um die häufig auftretende Frage, wie der Entwicklungsprozess eines Philosophen und die darin auftretenden Schwerpunktverlagerungen seines Denkens zu verstehen sind. Bei Platon etwa unterscheiden wir die frühen von den mittleren oder späten Dialogen. Bestimmt der Sokratische Zweifel die frühen Dialoge, so tritt in den späten Dialogen die Ideenlehre in den Vordergrund. Oder nehmen sie ein anderes Beispiel: Ludwig Wittgenstein. Hier stehen wir vor der Frage, ob der Wittgenstein der “Philosophischen Untersuchungen” noch der Wittgenstein des “Tractatus” ist. Oder denken Sie an die “Kehre” vom frühen zum späten Heidegger. Auch in der Fichte-Forschung, in der ich die Ehre habe, seit geraumer Zeit aktiv mitzuwirken, kennen wir dieses Problem. Wir fragen uns etwa, wie die radikalen Revolutionsschriften des frühen Fichte mit den geschichtsmetaphysischen Offenbarungsspekulationen des späten Fichte zusammen passen? Grundsätzlich kann man sagen, dass Philosophieren – auch bei den großen Denkern – ein Lern- und Entwicklungsprozess ist. Das impliziert Veränderung. Wenn Sie von Steiners “Wende zur Esoterik” sprechen, dann geht es genau um diese Frage nach dem Lern- und Entwicklungsprozess von Steiners Denken.

Martins: Wie gehen Anthroposophen mit diesem Lernprozess Steiners um?

Traub: Die anthroposophische Steiner-Forschung kennzeichnet der Versuch, den “ganzen Steiner”, das heißt, den esoterischen wie den prä-esoterischen Steiner, allein vom Ende seiner geistigen Entwicklung her erschließen und deuten zu wollen. Das ist ein höchst spekulatives und problematisches Unternehmen. Der Steiner der Philosophie der Freiheit hätte dagegen ernste Vorbehalte ins Feld geführt. Denken Sie etwa an seine Kritik der Teleologie auf dem Felde der Moral- und Geisteswissenschaften. Die “retrospektive Interpretation”, wie ich das genannt habe, birgt nämlich die Gefahr, die originäre Bedeutung und Eigenständigkeit der Ideen der früheren Phasen von Steiners Denken nicht angemessen würdigen zu können, weil die Sicht von der Einseitigkeit des anthroposophischen Standpunktes dominiert wird. Werkgeschichtlich scheint mir das ein zentrales Problem der anthroposophischen Steiner-Deutung zu sein.

Martins: Können Sie ein Beispiel dafür nennen?

Traub: An vielen Stellen meines Buches wird gezeigt, dass man mit der retrospektiven Interpretation in die größten Schwierigkeiten gerät. Dazu nun das Beispiel. Es gibt eine anthroposophische Deutung des Kapitels III der Philosophie der Freiheit, die behauptet, dass sich darin eine vierstufige Theorie des Denkens befände. Was dabei übersehen wird, ist die werkgeschichtliche Tatsache, dass die Referenzstelle für die vierte Stufe im ursprünglichen Text nicht enthalten war. Sie befindet sich in einer Fußnote, die von Steiner 1918 eingefügt wurde. Solche Ungereimtheiten ließen sich zahllose nennen. Dieses Problem entsteht der anthroposophischen Steiner-Forschung alleine dadurch, dass sie geradezu zwanghaft versucht, Steiners frühe Schriften in ein esoterisches Interpretationskorsett zu zwängen. Mein Anliegen läuft dem genau entgegen. Ich nehme die frühen Arbeiten in ihrer Genese und der Vielfalt ihrer Themen ernst, und ich denke auf diesem Wege gezeigt zu haben, dass Steiner mehr zu bieten hat, als das, was uns die anthroposophische Steiner-Forschung sehen lassen möchte.

Martins: Wie würden Sie Steiners philosophische Weltanschauung zusammenfassen?

Traub: Wenn ich an den frühen Steiner und die Philosophie der Freiheit denke, dann haben wir es hier mit einem radikal-individualistischen Denkansatz zu tun, der davon überzeugt ist, durch die Kraft einer persönlichen Denkerfahrung die großen philosophischen Themenfelder der Erkenntnis, der Ethik und der Kosmologie erschließen und neu strukturieren zu können.

Steiner und Fichte

Martins: Sie betonen vor allem, dass Steiner seine Positionen in vielen Details und großen Entwürfen dem Idealismus Johann Gottlieb Fichtes verdankt. Naiv gesagt: Was wollte Fichte und wie hat Steiner ihn rezipiert?

Traub: In dem, was ich soeben über die Philosophie der Freiheit sagte, und das gilt auch für Steiners Dissertation und “Wahrheit und Wissenschaft”, ist es das von Descartes über Kant und Fichte gelegte Fundament der Geschichte der Philosophie der Neuzeit: das “Ich-denke”, von dem Steiner – im übrigen auch Stirner, Schopenhauer und Nietzsche – fasziniert war. Bei Fichte kommt hinzu, dass sein cogito (co-agito) zugleich ein volo, ein “Ich-will”, ein video, ein “Ich-sehe” und ein afficio, ein “Ich-fühle” ist. Es ist ja doch sehr bemerkenswert, dass J.G. Fichte der Referenzphilosoph von Steiners Dissertation war. Seine Dissertation heißt nicht, wie das manche Vertreter der anthroposophischen Steiner-Forschung gerne behaupten, Wahrheit und Wissenschaft, sondern: Die Grundfrage der Erkenntnistheorie mit besonderer Rücksicht auf Fichte’s Wissenschaftslehre. Das heißt, Steiner hat seine Erkenntnistheorie vor allem an Fichtes Theorie der intellektuellen Anschauung und der Theorie vom “inneren Sehen” ausgerichtet. In diesem Punkt gibt es von Steiners Seite aus keinen Dissens zu Fichte. Im Gegenteil: Fichtes “sehende Setzungskraft” oder “setzende Sehkraft”, die aufs Innerste mit der Freiheitshandlung des Ich verbunden ist, ist auch das Theorem, von dem aus Steiner seine Philosophie konzipiert.

Bei Fichte ist mit der Theorie des “übersinnlichen Sehens” zudem eine sehr interessante interpersonal gedachte Idee des “Geisterreichs” verbunden. Ich bin davon überzeugt, dass auch dieser Gedanke für Steiner Signalwirkung, wenn nicht gar Prägefunktion gehabt hat.

Martins: Wo liegen Steiners Differenzen zu Fichte?

Traub: Von Fichte verabschiedet er sich dann bei den Themen “Transzendentalität” und “Konstitutivität”. Allerdings, und auch das habe ich ausführlich gezeigt, gibt es in diesem Themenkomplex bei Steiner eklatante Missverständnisse und Fehleinschätzungen. Und die betreffen nicht alleine Fichte, sondern vor allem auch Kant. Sie betreffen aber auch die Beurteilung des eigenen Denkansatzes. Lassen Sie mich auch dazu ein Beispiel geben. Wenn Steiner behauptet, Begriffe, etwa der der Kausalität, werden nicht induktiv durch Generalisierung sinnlicher Wahrnehmungen gewonnen, sondern liegen der Möglichkeit der Ursache-Wirkungs-Erfahrung bereits zu Grunde, dann hat er sich damit nicht nur nicht vom kategorialen Denken der Transzendentalphilosophie abgesetzt, sondern exemplarisch wiederholt und bekräftigt, was etwa Kant in seiner transzendentalen Analytik ausführlich erörtert. Davon unberührt ist allerdings die Frage nach dem Verhältnis von Kants Theorie der Objektivität transzendentaler Begriffe und Steiners Lehre von der Realität der Begriffe und Ideen.

“Windmühlen seiner eigenen Phantasie”

Martins: Wie gut kannte Steiner sich im Kanon der “abendländischen” Philosophie aus? In der “Philosophie der Freiheit” finden sich Bezüge auf Hegel und Humes berühmtes Billardkugel-Beispiel, aber auch eine bemerkenswert verfehlte Spinozakritik. In Ihren Worten kämpft Steiner mit seiner philosophischen Polemik hier teilweise gegen die “Windmühlen seiner eigenen Phantasie”. Warum?

Traub: Steiner war, lassen Sie es mich etwas bildhaft ausdrücken, ein “literarischer Vielfraß und Schnellesser”. Was er sich alles in kürzester Zeit angeeignet zu haben scheint, ist atemberaubend. Nehmen Sie allein Kants Kritik der reinen Vernunft. Wer mit dem ernsthaften Studium dieses Werks einmal angefangen hat, der wird sehr schnell feststellen, dass man damit nicht in drei Wochen fertig sein kann. Nichtsdestoweniger hat sich Steiner mit vielen Autoren der Philosophiegeschichte sehr intensiv auseinander gesetzt, sie studiert, exerpiert und auch internalisiert, Nietzsche und Stirner z.B. Was die “Windmühlen seiner eigenen Phantasie” betrifft, so geht es hier um das Spannungsverhältnis zwischen philosophiegeschichtlicher Redlichkeit im Umgang mit Autoren einerseits und um die argumentationsstrategische Modellierung von Positionen zum Zweck einer polemischen Selbstbehauptung andererseits. Im Dienst der Ausschärfung der eigenen Position wendet Steiner die Methode der Verzerrung philosophischer Gegenargumente an. Dieses methodologisch durchaus legitime Verfahren führt bei ihm allerdings dazu, dass die Ausschärfung der eigenen Position zugleich als Widerlegung des verzerrten Standpunktes behauptet wird. Und das geht nun nicht. Ich nenne Ihnen ein Beispiel.

Martins: Ich bitte darum!

Steiner, Kant und das Etikett Neukantianismus

Traub: Steiner behauptet in seiner Dissertation, Kants Kritik der reinen Vernunft mache die synthetischen Urteile a priori zur voraussetzungslosen Grundlage der Erkenntnistheorie. Und jetzt wird gezeigt, dass sie diese Funktion nicht übernehmen können, weil sich nachweisen lässt – so Steiner –, dass dieser Voraussetzung eine andere zugrunde gelegt werden muss, nämlich das Erkennen des Erkennens selbst. Zur Einführung und Ausschärfung der eigenen Erkenntnistheorie ist das ein legitimer Ansatz. Nun aber zu behaupten, damit sei Kant widerlegt, ist Unsinn. Denn es müsste zunächst geprüft werden, ob die synthetischen Urteile a priori tatsächlich der Punkt sind, an dem man Kants transzendentale Erkenntnistheorie aufhängen kann. Das aber – und das habe ich in meiner Kritik zu diesem Punkt minutiös nachgewiesen – ist nicht der Fall. Kants “Erkenntnistheorie” auf der Lehre von den synthetischen Urteilen a priori aufzubauen und dann heftig dagegen zu streiten, ist ein Kampf gegen Windmühlen der eigenen philosophischen Phantasie. Von solchen Fällen gibt es in Steiners Schriften etliche. Auch Schopenhauer, Hartmann, Spinoza, Descartes natürlich, auch Fichte oder etwa bestimmte Inhalte der Theologie und des christlichen Glaubens werden auf diese Weise von Steiner traktiert. Ein großer Teil meiner Kritik an Steiners Argumentationsstrategie besteht im ausführlichen Nachweis der Unhaltbarkeit dieses Verfahrens der Urteilsbildung.

Martins: Überhaupt war Kant ein weiterer wichtiger Referenzpunkt für Steiner, von dem er sich offiziell aber meist abgrenzte, ihn gar zum Gegner stilisierte. Dem widersprechen u.a. Helmut Zander und auch der Alanus-Philosophieprofessor Harald Schwaetzer, die Steiner zumindest im Neu-Kantianismus situieren. Wo sehen Sie Steiners Differenzen zu und Übereinstimmungen zu ihm?

Traub: Ich würde zunächst einmal grundsätzlich zwischen Steiners Bezug zu Kant und zum Neukantianismus unterscheiden. Das ist deswegen wichtig, weil es bei Steiner einen originären, differenzierten und nicht nur ablehnenden Bezug zu Kant selbst gibt, der weit über das für den Neukatianismus zentrale Thema der transzendentalphilosophischen Erkenntnistheorie hinaus reicht. Aber zunächst zur Verortung Steiners im Neukantianismus. Ich halte die Ausleuchtung des geistesgeschichtlichen Umfeldes, in dem sich Steiner bewegt, für ein fruchtbares und auch notwendiges Forschungsprojekt. Und dabei spielt der Neukantianismus durchaus eine wichtige Rolle. Man muss dabei aber zwei Dinge beachten. Der Neukantianismus ist keine in sich homogene philosophiegeschichtliche Strömung. Das bedeutet, man muss klären: Welches theoretische Problem interessiert Steiner bei welchem Vertretern des Neukantianismus? Thematisch geht es, wenn ich das richtig sehe, vor allem die vom Neukantianismus aus begründete erkenntnistheoretische Kritik am Materialismus. Dieser erkenntnistheoretische Bezug deckt nun aber bei weitem nicht Steiners Verhältnis zu Kant ab. Ich habe den Eindruck, dass die Verortung Steiners im Neukantianismus von der Intention geleitet wird, Steiner in erkenntnistheoretischen Fragekontexten festzusetzen. Das aber wird seinem Verhältnis zu Kant nicht gerecht.

Martins: Wo und wie geht Steiners Verhältnis zu Kant über erkenntnistheoretische Fragen hinaus?

Traub: Mit ihm verbinden sich vor allem auch moralphilosophische Fragestellungen. Denken Sie etwa an die Kerndimension von Steiners Anthropologie, die Unterscheidung zwischen dem “Normal-Menschen” und dem “höheren Menschen”. Hier gibt es eine bemerkenswert enge, wenn auch ambivalente Beziehung zu Kants Lehre vom “niederen” und “höheren Begehrungsvermögen”. Diese, für Steiner höchst relevanten Freiheitsfragen kommen in seiner Auseinandersetzung mit den Vertretern des Neukantianismus nicht zur Sprache. Wegen der Gefahr der Problemverengung habe ich Schwierigkeiten mit dem Thema “Steiner im Neukantianismus”, wie ich überhaupt ein Problem mit der “Ismen” Etikettierung von Philosophen habe. Steiner und der Spiritualismus, Steiner und der Okkultismus, Steiner und der Transzendentalismus oder Steiner und Neukantianismus usw. Die “Ismen-Debatte” läuft meines Erachtens Gefahr, vom lebendigen Gedanken weg zu führen und sich in Strukturgittern philosophiegeschichtlicher Konstruktionen zu verfangen.

Martins: Was wäre Ihr Gegenvorschlag?

Traub: Es ist dringend erforderlich, zwischen unserer Rekonstruktion von Steiners ideengeschichtlichem Umfeld einerseits und den Bezügen zu expliziten, philosophischen Positionen und konkreten Argumentationen, die Steiner selbst herstellt, andererseits, zu unterscheiden. Ich habe mich ausschließlich mit Letzterem beschäftigt. Der Vorteil ist dabei, dass ich mich auf sicherer textlicher Grundlage bewege. Zwar nennt Steiner – etwa in der Philosophie der Freiheit – auch Vertreter des Neukantianismus, Friedrich Albert Lange zum Beispiel, konkrete oder thematische Argumentationszusammenhänge werden aber nicht wirklich hergestellt. Das ist bei Eduard von Hartmann, Fichte oder Kant deutlich anders. Bei diesen Autoren nennt Steiner die konkreten gedanklichen Zusammenhänge, mit denen er sich auseinandersetzt, ja, er zitiert sie gelegentlich, wie etwa Kant mit seinem Pflichtbegriff. Diese Bezüge machen eine Erörterung von konkreten Sachfragen ergiebiger als eine hypothetische Zuordnung “des ganzen Steiner” zu welcher Geistesströmung auch immer. Und nun zu meinem zweiten Punkt. Für eine Einschätzung von Steiners ideengeschichtlichem Kontext ist darüber hinaus eine angemessene Gewichtung der jeweils unterstellten Einflüsse von Bedeutung. Das heißt, neben der Frage: “Was ist unsere Rekonstruktion, und was ist Steiners eigene Referenz?”, muss auch die Frage, “Was ist marginal und was zentral?” mit Blick auf “Steiner und der Neukantianismus” erörtert werden.

Was bleibt nach der ideengeschichtlichen Kontextualisierung?

Martins: Reformulierte Steiner letztlich nur andere Beiträge? Gibt es eine originär Steinersche Position im philosophischen Diskurs seiner Zeit?

Traub: Kontextualisierung ist ein schillernder Begriff. Das habe ich ja soeben anzudeuten versucht. Wenn damit die epochale Kategorisierung Steiners in Strukturraster irgendwelcher “Ismen” gemeint ist, dann tut man seinem philosophischen Ansatz keinen Gefallen. Man muss sich schon der Mühe des geistigen Mitvollzugs seines Denkens unterziehen, wenn man das Eigentümliche seiner Philosophie entdecken will. Im Übrigen bin ich nicht der Ansicht, dass Reformulierung oder Reorganisation mit einem pejorativen Unterton verstanden werden sollte. Ich habe in meinem Buch Marcel Prousts “Gesetz der Optik des Geistes” erwähnt. Dieses “vom Schicksal gewollte Gesetz” ist für Ihre Frage nach der Reformulierung oder Originalität Steiners relevant. Proust behauptet, dass unsere eigene Weisheit dort beginnt, wo die des Autors endet. Was eben auch bedeutet, dass wir die Wahrheit von niemandem erhalten können, sondern dass wir sie selbst schaffen müssen. Was Autoren können, so Proust, ist: “unsere Liebe zu den Dingen zu erwecken, die für sie bedeutungsvoll sind.” Die Schlussfolgerungen müssen wir jedoch selber ziehen und entwickeln.

Wenn wir das “Gesetz der Optik des Geistes” auf Steiner anwenden, dann sehe ich in der epochalen Entdeckung Fichtes, dass vom übersinnlichen Sehen des Ich aus eine wissenschaftlich begründete Weltanschauungslehre entfaltet werden kann, jenen Impuls, von dem Proust spricht, der bei Steiner die Liebe zu den Dingen erweckt hat, die auch Fichte wichtig waren. Nur, und auch darin kommt das “Gesetz der Optik des Geistes” zur Anwendung, ging dieser Anstoß für Steiner nicht weit genug. Fichte hat Steiner, wie Proust sagt, keine Antworten, sondern “Wünsche” gegeben, nämlich insbesondere den: mit dem geistigen Sehen nicht nur die Phänomenologie des sich objektivierenden Geistes, sondern auch die Welt des okkulten Geistes wissenschaftlich, ja, naturwissenschaftlich zu erschließen und für die Lebenspraxis der Menschen fruchtbar zu machen. Ob diese Position wirklich originär ist, darüber kann man streiten. Denn mit dem Okkultismus haben sich ja auch viele andere Philosophen vor Steiner befasst. Die Intensität und Konsequenz aber, mit der Steiner dieses Projekt verfolgt hat, ist wohl einzigartig.

Martins: Natürlich, es gibt den Unterschied von Genese und Geltung. Kontextsensible Situierung – durchaus auch in “Ismen” – entbindet nicht von der inhaltlichen Rekonstruktion und Analyse. Fichtes “Entdeckung” zu Steiners intellektuellem Kernmotiv zu erklären, halte ich aber für stark spekulativ: Der Philosoph Steiner warf Fichte – bei aller Zustimmung – eben auch vor, er wolle die ganze Welt aus einem Gedankengebäude herausspinnen. Erst als er selbst Esoteriker war, nahm Steiner Fichte auch auf diesem Gebiet in Schutz: Derartiges sei Fichte, Schelling, Hegel “niemals eingefallen” (GA 35, 95).

Traub: Das ist nun ein sehr weites Feld, das Sie hier eröffnen. Aber ich gehe gerne darauf ein. Zuerst möchte ich noch einmal ausdrücklich betonen, dass sich Steiner zu Fichtes “Freiheitstat der Selbstsetzung des Ich” und auch zu anderen Theoremen seiner Philosophie bereits vor der Abfassung der Philosophie der Freiheit explizit bekannt hat. Quellen dazu sind sowohl Steiners Briefwechsel als auch seine Dissertation. Letztere spricht Fichte, neben der Entdeckung des “höheren Sehens”, das Verdienst gegenüber Kant zu, dessen vermeintlich formales Wissen des “Ich denke” in die Forderung und Realisierung eines aktualen und unmittelbaren Vollzugswissens übersetzt zu haben. Die Zustimmung des jungen Steiner zu Fichte insbesondere zu diesem Punkt habe ich im Buch intensiv recherchiert und nachgewiesen. Ein weiterer Punkt der enthusiastischen Zustimmung Steiners zu Fichte – und zwar vor seiner theosophischen Konversion – betrifft Fichtes Liebeslehre aus der Anweisung zum seligen Leben. Auch den Vorbildcharakter des Wissenschaftsethos, das Fichte in seinen Vorlesungen über den Gelehrten entworfen hat, wird man für den jungen Steiner reklamieren dürfen. Die These, dass Steiner Fichte, den Philosophen des Ich, erst als Anthroposoph positiv rezipiert und verteidigt haben soll, ist m. E. nicht zu halten. Allerdings haben Sie Recht, wenn Sie sagen, dass Steiner nicht allen Konsequenzen zustimmen konnte, die Fichte aus der “Thathandlung” abgeleitet hat. Das ist aber kein Argument gegen Steiners grundsätzliches Bekenntnis zu einer Vielzahl von Theoremen der Philosophie Fichtes insbesondere zu dessen Theorie einer transzendentalen sowie existenzbezogenen Selbstkonstituierung des Ich.

“Übersinnliches Sehen”. Fichte und das Okkulte

Martins: Nochmal zum von Ihnen angesprochenen “übersinnlichen Sehen” bei Steiner und Fichte. Ich möchte nicht Ihre zweifellos größere Kompetenz in Sachen Fichte herausfordern, aber wenn ich ihn richtig verstehe, ist dort die “intellektuelle Anschauung” zwar ein “geistiges Sehen”, aber das heißt nicht, dass man Geister sieht, sondern es geht um eine reflexive und auch phänomenologische Selbstkonstitution des Ich: Dieses Ich erzeugt sich in der Reflexion auf sich selbst. Und ohne auf Kants Kritik dieses Topos – dass Anschauung nicht ohne Sinnlichkeit möglich ist – einzugehen, würde ich behaupten, dass der “okkulte Geist” oder die Ideenschau der “Akasha-Chronik” sich davon doch qualitativ unterscheiden. In Fichtes Bestimmung des Menschen schaut mich zwar alles “aus hellen Geister-Augen” an, aber Fichte präzisiert: “Auf das mannigfaltigste zerteilt und getrennt schaue in allen Gestalten außer mir ich selbst mich wieder, und strahle mir aus ihnen entgegen...” Bei Steiner dagegen treten dem “Geistesforscher” Engel und Geister als von mir autonome Subjekte und “reale Wesenheiten” entgegen. Ist diese Fortschreibung Fichtes durch Steiner wirklich eine Verlängerung oder nicht auch eine entscheidende Transformation von Fichtes Anspruch?

Traub: Da möchte ich auf folgenden Umstand aufmerksam machen. Sie haben sicher Recht, dass es schwierig ist, die philosophische Theorie der “intellektuellen Anschauung”, wie sie Fichte in seiner Wissenschaftslehre vertritt, mit einer esoterischen Wesensschau zu vereinbaren. Allerdings sind für eine angemessene Beurteilung dieses Themenkomplexes drei Dinge mit in Betracht zu ziehen, die bei Fichte selbst über eine enge, rein philosophische Analyse der intellektuellen Anschauung hinausweisen:

1. Es gibt im Denken Fichtes einen apokalyptischen Zug, der mit seiner frühen Berufswahl, Pfarrer zu werden, zusammenhängt. Apokalyptische Symbolik finden wir nicht nur in Fichtes frühen Predigten, sondern auch in seinen späteren populär-philosophischen Vorträgen. Denken Sie etwa an die Vision von der Endzeit und dem Anbruch der Heilszeit beim “Seher” Hesekiel, mit der Fichte im realpolitischen Kontext seiner Reden an die deutsche Nation im Jahre 1808 arbeitet. Auch die Engel- und Teufelszenarien aus der Apokalypse des 2. Petrusbriefs oder aus der Offenbarung des Johannes gehören zum Arsenal der Fichteschen Bildersprache. Übrigens hat Nietzsche über eines dieser von Fichte verwendeten apokalyptischen Bilder einen interessanten Aphorismus unter dem Titel “So ruft mit großem Munde der große Fichte” verfasst.

2. Worüber man sich beim Thema Fichte und der Okkultismus auch im Klaren sein sollte ist der Umstand, dass Fichte in seiner Berliner Zeit nicht nur Mitglied einer Freimaurerloge, sondern “Oberredner im Inneren Orient der Großloge” war. Wer sich in der Freimaurerei ein wenig auskennt, weiß, dass damit ein vertieftes Wissen über die freimaurerische Lehre, die Geheimzeichen, die Zahlensymbolik usw. verbunden ist. Fichte hat mehrere Reden in den Logen über das Wesen der Freimaurerei gehalten und stand in seiner Jenaer Zeit lange Zeit im Verdacht, selbst eine geheime, illuministische Gesellschaft gründen zu wollen.

3. Fichte hat sich überdies intensiv mit dem Mesmerismus befasst. Seine Überlegungen dazu hat er im “Tagebuch über den animalischen Magnetismus” festgehalten. I. H. Fichte hat über den etwas kryptischen Text ein hochinteressantes Urteil gefällt. Es sei ein Text, der zum Einen den Mittelpunkt des Idealismus am deutlichsten und tiefsten erfasst, und es sei der Text, der zeige, nach welchen Seiten hin Fichtes Idealismus weiterer Ausführungen bedürfe. Gemeint ist damit I. H. Fichtes Psychologie und Anthropologie, die eben auch eine Phänomenologie des Okkulten beinhalten.

Martins: Interessante Hinweise! Es gibt m.E. auch tatsächlich erstaunliche Parallelen zwischen einigen journalistischen Aufsätzen aus Steiners Wiener Zeit – z.B. die Polemik Papsttum und Liberalismus – zu Fichtes “Philosophie der Maurerei” (1802/3). Aber was bedeutet all das für die Frage nach dem Wesen des  “inneren Sehens” bei J. G. Fichte und dessen Verhältnis zum Okkultismus?

Traub: Meines Erachtens war Fichte selber sehr daran interessiert – und das besagen die Hinweise, die ich soeben gegeben habe –, die Grenzen und Möglichkeiten einer Erweiterungen der Prinzipien seiner exoterische Philosophie auf Gebiete des Esoterischen auszuloten. Das Thema “Fichte und Mystik” hat in der Fichte-Forschung eine lange Tradition. Möglicherweise liegt in diesem Themenkomplex eines der Motive dafür, dass Steiner den alten Fichte für einen der bedeutenden Wegbereiter der Anthroposophie erklärt hat. Dass sich Fichtes Zugang zur Esoterik und zum Okkulten eher abgeklärt protestantisch als überbordend und bildreich katholisch wie bei Steiner gestaltet, ändert nichts an der Tatsache, dass eine gewisse Nähe, wenn nicht gar Affinität Fichtes zum Okkulten zu konstatieren ist. Ein Zug, der, wenn man I. H. Fichtes Berichten über sein Elternhaus folgt, auch durch Johanne Marie Fichte, der Gattin des Philosophen, unterstützt wurde. Ein Letztes: Sie haben auf den Unterschied zwischen der Annahme objektiver okkulter Wesenheiten bei Steiner und den eher subjekttheoretischen Charakter in Fichtes Lehre vom “höheren Sehen” hingewiesen. Dem kann ich nur bedingt zustimmen. Denn in Fichtes Theorie des Geisterreichs tritt die “ideale Individualität” (Originalität) des einzelnen Menschen in Beziehung zu anderen, durchaus objektiven Geistern. Und was Ihr Zitat aus der Bestimmung des Menschen betrifft, so könnte man mit Recht danach fragen, ob es sich dabei nicht um eine Fichte spezifische Fassung des “tat twam asi” (das bis du), das heißt um die individualitätserhaltende gleichwohl aber universalitätserschließende Einheitserfahrung der indischen Mystik handelt. Wie gesagt: Ein weites Feld.

Theosophie, Anthroposophie und “östliche” Philosophie

Martins: Der von der Waldorfzeitschrift “Erziehungskunst” beschäftigte Wachhund einer ultrakonservativen Steinerdeutung, Lorenzo Ravagli, hat Ihr Buch in einer Rezension wie folgt vereinnahmt: “Traubs Untersuchung führt einen tausendseitigen Nachweis darüber, dass sowohl Steiners Philosophie als auch die Anthroposophie mit allen denkbaren Wurzeln und Fasern in der Philosophie des deutschen Idealismus verankert ist und dass die zuletzt von Helmut Zander weitschweifig erhobene Behauptung, die Anthroposophie sei ein Abklatsch der Adyar-Theosophie, offenbar auf einem grundlegenden Missverständnis beruht.” Schließen Sie tatsächlich eine Beeinflussung Steiners durch die theosophische Kosmo- und Anthropologie aus?

Traub: Nein, das tue ich nicht. Meine These lautet ja nicht, dass es den Einfluss der Adyar-Theosophie nicht gegeben hat. Sondern ich habe zu zeigen versucht, dass sich Steiners Auseinandersetzung mit den östlichen Weisheitslehren auf der Grundlage und im Interpretationsrahmen europäischer Ideen- und Geistesgeschichte vollzog. Diesem Kontext sind ja weder der Reinkarnationsgedanke noch okkultes Denken oder Einweihungsrituale und Geheimwissenschaften fremd. Allerdings darf man bei aller ideengeschichtlichen Kontextualisierung nicht ganz außer Acht lassen, dass bei Steiners “Adaptionsbiographie”, die ja nicht auf die Philosophie des Ostens beschränkt ist, auch die Frage nach einer sicheren “Berufsperspektive” stets eine Rolle gespielt hat. Neben dem zweifellos sachlichen “Fascinosum” der östlichen Weisheitslehren, dem sich Steiner nicht entziehen konnte und auch nicht entziehen wollte, wird sicher auch ein “kalkulatorisches” Moment mit im Spiel gewesen sein.

Martins: Oh ja! Aber erlauben Sie einen Einwurf zur “östlichen” Theosophie. In meiner Rezension zu Ihrem Buch habe ich geschrieben: “Das Indienbild Steiners und der Theosophen hatte mit buddhistisch-hinduistischer Geistigkeit so viel zu tun wie ein Zitrone-Lotusblüte-Tee Marke Pfanner mit einer japanischen Teezeremonie.” Das ist zwar Polemik, aber für falsch halte ich zumindest die These, dass die Theosophie eine “östliche” Philosophie sei: Die evolutionäre Anthropologie Blavatskys und Sinnets – versunkene Kontinente, eine Abfolge von “Rassen” als Medien der Evolution usw. – hat sehr detaillierte Vorbilder im französischen Martinismus, v.a. von Fabre d’Olivet und gleicht in der “rassisierten” Struktur mehr Haeckel als einer brahmanischen Emanationsvorstellung. Die siebenfältige Kosmologie entstand, darauf hat Joscelyn Godwin aufmerksam gemacht, ausgerechnet in der Auseinandersetzung mit der Hermetic Brotherhood of Luxor, wo man versuchte, die vier “yugas” mit den biblischen Schöpfungstagen auf einen Nenner zu bringen. Überdies fällt auf, dass Blavatsky sich laut Tagebuchnotizen im fraglichen Zeitraum mit Johannes Trithemius’ De septem secundeis auseinandersetzte, ebenfalls ein jeweils siebenstufiges Geschichtsmodell. Die theosophische Meditationspraxis scheint, wie Karl Baier 2009 überzeugend dargestellt hat, weit weniger mit “indischer” Kontemplation zu tun zu haben, als vielmehr mit dem Mesmerismus, mit dem sich auch Schopenhauer und – wie sie schon sagten – Fichte beschäftigt haben. Überdies werden in Blavatskys “Geheimlehre” dutzende Male Leibniz, Schelling und Hegel bemüht und zitiert. Ich behaupte, nicht Steiner machte eine “östliche Phase” durch, sondern die Theosophie war letztlich eine “östlich” explizierte Position innerhalb westlich-esoterischer Strömungen. Gehen Sie da mit?

Traub: Wenn ich das richtig verstanden habe, dann vertreten Sie eine Applikationsthese, die noch weiter geht, als das, was ich in meinem Buch über Steiner und die östliche Weisheit gesagt habe. Ob bei ihm oder anderen ein ernstes und genuines Interesse an indischer Philosophie vorliegt oder nur ein Projektionsprozess europäischer Ideen in Horizonte hinduistischen Denkens vollzogen wird, darüber müsste im Einzelfall entschieden werden. Meine These ist ja nur, dass ich Steiner – bei aller Sympathie für außereuropäische Geistesströmungen – eine grundlegend europäisch, genauer idealistisch geprägte Weltanschauung unterstelle.

“Es gibt keine Schlusssteine in der Philosophie”

Martins: Sympathie oder Antipathie, auch darüber wäre zu diskutieren. Ernstes Interesse am Hinduismus würde ich den Theosophen natürlich auch nicht absprechen, aber ich glaube, dass sie den Hinduismus vor allem als Antwort und Autorität in Disputen des westlichen Okkultismus heranzogen. Um nochmal auf die “Erziehungskunst”-Rezension zurückzukommen: Ravagli dient der Nachweis, dass Steiner in der Denktradition des Deutschen Idealismus zu verorten sei, natürlich nicht zur geistesgeschichtlichen oder kritischen Einordnung, sondern um die Anthroposophie als Erbin oder vermeintlichen Schlussstein deutscher Philosophie in toto legitimieren zu können. Grundlage ist hier eine apologetisch-retrospektive Deutung von Steiners früher Philosophie durch die Brille seiner späteren Esoterik. Es wird vorausgesetzt, dass Steiner immer schon auf seine spätere sog. “Initationswissenschaft” hingearbeitet habe. Wie beurteilen Sie eine solche Interpretation?

Traub: Auf die Schwierigkeiten der retrospektiven Interpretation bin ich ja schon eingegangen. Was die “Initiationswissenschaft” angeht, habe ich auf den bemerkenswerten Methodenwechsel in Steiners philosophischer Didaktik hingewiesen. Während Steiner insbesondere die Philosophie der Freiheit als ein denkerisches “Selbsterfahrungsabenteuer” inszeniert, haben die späteren Schriften eher den Charakter von “Lehrdidaktiken”. Sie sind weniger Experiment als vielmehr Anleitung. Exemplarisch für diesen Wechsel sei auf die in meinem Buch intensiv erörterten Konsequenzen aus Steiners interpretatorischer Neujustierung des Einstiegs in die Philosophie der Freiheit in der zweiten Auflage hingewiesen. Was nun den ersten Teil Ihrer Frage betrifft, so besteht zwischen der darin aufgestellten Vollendungsthese und Grundlegungsthese kein notwendiger Zusammenhang. Denn die Vollendung des deutschen Idealismus in Steiners esoterischer Anthroposophie setzt deren Annahme als Grundlage für den Vollendungsprozess nicht voraus. Hier sind wir wieder beim Thema “Teleologie” und der Frage nach der Möglichkeit, Zweckbegriffe als Ursachen für geistesgeschichtliche Entwicklungsprozesse annehmen zu können. Ich wiederhole das gerne noch einmal, Steiner hat entschieden bestritten, dass man das auf eine seriöse Weise tun kann.

Noch ein Wort zum Bild: “Die Anthroposophie sei der Schlussstein der Entwicklung des Idealismus.” Schlusssteine haben das Unangenehme an sich, dass nach ihrem Einsatz eine lebendige Bauphase beendet wird. Für die Philosophiegeschichte mit solchen Bildern zu arbeiten, halte ich angesichts dessen, worum es hier geht, nämlich um den lebendigen Geist, für wenig angemessen. Insbesondere dann, wenn ein solcher Schlussstrich für das ganze Unternehmen des Denkens und Wirkens Rudolf Steiners, der deutschen Philosophie oder der Philosophie und Geistesgeschichte überhaupt reklamiert wird. Das zu postulieren ist ebenso sinnlos, wie mit Netzen einen Fluss am Fließen hindern zu wollen. In diesem Zusammenhang darf ich vielleicht auf das Buch eines der tiefsinnigsten Idealismusforscher der Gegenwart hinweisen. Es trägt den für unser Thema sehr sprechenden Titel: Die dreifache Vollendung des Idealismus. Der Autor, Wolfgang Janke, kommt in diesem Buch zu dem Ergebnis, dass es neben den großen systematisch durchgearbeiteten Vollendungsgestalten des Idealismus in den Werken Fichtes, Schellings und Hegels vor allem Fichtes “ungeschriebene Lehre”, also die verlebendigende Kraft des mündlichen Vortrags ist, in der der Geist des Idealismus “vollendet” zum Ausdruck kommt, das heißt, worin er sich stets erneuert und weiterentwickelt. Es gibt keine Schlusssteine in der Philosophie. Sie zu proklamieren ist nicht die Vollendung, sondern das Ende der Philosophie.

Martins: Wie sieht dann das Verhältnis von Philosophie und anthroposophischer Geisterseherei aus? Führt von Kant und Fichte ein Weg zum Postulat atlantischer Planetenorakel, asurischer Heerscharen, zweier Jesusknaben oder Buddhas Mission auf dem Mars?

Traub: Ich habe ja schon gesagt, dass Steiner nach dem “Gesetz der Optik des Geistes” durch Fichte auf den Weg gebracht wurde, das übersinnliche Sehen weiter zu entwickeln und auch auf das Okkulte anzuwenden. Auf die Ansätze zu einem solchen Unternehmen bei Fichte selbst habe ich ja ebenfalls hingewiesen. Wie weit eine seriöse Forschung in dieser Sache gehen kann, das mag ich nicht abschließend zu beurteilen. Denn auf meinem Weg durch die philosophischen Frühschriften Steiners steht nach der geleisteten Grundlegung als nächstes die Skizzierung eines Grundrisses seiner Philosophie an. Das heißt, ich möchte im Ausgang von meiner kritischen Analyse und ohne anthroposophische Anleihen die Elemente und Strukturen des philosophischen Denkens Rudolf Steiners entwickeln. Das wäre dann die Voraussetzung für einen exoterischen Deutungsversuch von Steiners Esoterik. Die Frage, was es mit den von Ihnen angesprochenen Phänomenen auf sich hat, ob es sich dabei um esoterische Denksportaufgaben, okkulte Fantasy oder diskussionswürdige Verbildlichungen geistiger Phänomene handelt, bleibt abzuwarten.

“Liquidiert wurde der anarchistische ‘Aufbruch in die Freiheit’”

Martins: Steiner hat seine Frühschriften nach 1900 einer esoterischen Relektüre unterzogen und die philosophischen Positionen teilweise stark überarbeitet. Welche Topoi wurden in dieser apologetischen Neudeutung liquidiert und welche kamen neu hinzu?

Traub: “Liquidiert”, wenn ich diese Vokabel aufgreifen darf, wurde der anarchistische “Aufbruch in die Freiheit”, also das, was den frühen Steiner – auch Stirner, Nietzsche und Fichte – besonders anziehend macht: Das Freiheitsmotiv, das die Philosophie seit ihren europäischen Anfängen in denkenden Wesen anspricht und zum Klingen bringt, der unüberwindliche Glaube an die selbstschöpferische Kraft des Individuums. Da Stirner noch Nietzsche und auch Fichte keine “Kirche” gegründet haben, bestand für sie kein Anlass, sich von ihrem radikalen Freiheitsbekenntnis zu distanzieren. Bei Steiner ist das anders. Wie bei der Bildung aller Organisationen wurde im Zuge der wachsenden Institutionalisierung seines anthroposophischen Unternehmens auch für ihn die Kanonisierung der Lehre zu einer drängenden Aufgabe. Absicherung gegen Fehldeutungen, der Umgang mit Abweichlern und Häretikern rufen nach autorisiertem Dogma und Deutungshoheit in Zweifelsfragen. Zanders Steiner-Biographie zeigt dieses Problem sehr schön am Spannungsverhältnis zwischen der anthroposophischen Gesellschaft und der von Steiner gegründeten Christengemeinde. Was für Steiner jetzt in den Vordergrund rückt sind systemische Strukturen: eine ausgefeilte Seelentopographie, eine dezidiert seherische Haltung gegenüber den philosophischen Themen, wobei das Seherische nicht mehr das intellektuelle Sehen des Idealisten, sondern die inspirierte Schau des Mystikers meint. Auch an den didaktischen Wandel – vom denkerischen Selbstexperiment zur geistigen Anweisung – sei hier noch einmal erinnert. Es ist insgesamt ein Wechsel von einer Begriffssprache zu einer Bildsprache, ein Wechsel von rationalem zu spirituellem Denken zu verzeichnen.

“Löcher im Kerygma”

Martins: Der vor-theosophische Steiner wird, wo man ihn nicht auch schon zum Okkultisten erklärt, gern zum Freigeist und radikalen Religionskritiker stilisiert. Sie dagegen sehen beim frühen Steiner dezidiert religionsphilosophische Theoreme. Was sind deren Kernpunkte – und warum hat Steiner die Gottesbezüge in seiner “Philosophie der Freiheit” in der theosophischen Überarbeitung 1918 nahezu geräuschlos entfernt?

Traub: Steiners Kindheit umfängt ein anthroposophischer Mythos. Das Motiv für die Stilisierung des Freigeists und Technikfreaks Rudolf Steiner beruht auf einem Kompatibilitätspostulat, das verlangt, dass alles aus Steiners Biographie, was dem anthroposophischen Deutungsmonopol widerspricht, entweder umgedeutet oder ignoriert wird. Das ist ein aus dem Gemeindebildungsprozess des Christentums bekannter und gut erforschter Vorgang. Lassen Sie mich das kurz erläutern. Der durch Christus gestiftete Glaube impliziert eine bestimmte Deutung Jesu zu den Verhältnissen seiner Zeit. Dazu gehörte unter anderem die oppositionelle ja feindselige Haltung von Pharisäern und Schriftgelehrten gegenüber Jesus. Schließlich, so will es die Überlieferung, waren sie ja auf seinen Tod bedacht. Bei der Verfassung der Evangelien wurde durch die gläubigen Evangelisten genau darauf geachtet, dass dieses Bild kanonisiert wurde. Leider, oder Gott sei Dank, sind sie mit dem vorliegenden Quellenmaterial nicht konsequent umgegangen. Denn – wie der Theologe Ernst Käsemann herausgefunden hat – gibt es Stellen im Neuen Testament, in denen sich die Todfeinde Jesu als dessen Beschützer erweisen, die ihn vor den Nachstellung des Herodes warnen (Luk. 13, 31). Jesus nimmt die Warnung an und entflieht dem Machtbereich des Herodes. Diese mit dem Glauben (Kerygma) inkompatiblen Ereignisse im Leben Jesu werden “Löcher im Kerygma” genannt. Denn sie ermöglichen Einblick in Lebensumstände Jesu, die mit der durch den Glauben geprägten Auffassung vom Leben Jesu nicht vereinbar sind.

Martins: Und wo liegen diese “Löcher” in der mythifizierten Kindheitsgeschichte Steiners?

Traub: Ähnlich wie die Evangelisten, so geht auch die anthroposophische Steiner-Forschung mit der Kindheit Steiners um. Es führt sicher zu weit, die Ergebnisse meiner Untersuchung zur religiösen Sozialisation Steiners im Einzelnen hier vorzutragen. Aber soviel kann man in aller Kürze sicher behaupten: Steiner hatte als Kind ein positives Verhältnis zur katholischen Kirche, insbesondere zu “mystikaffinen” Elementen der Liturgie. Auch das asketische Leben der Mönche hatte einen besonderen Reiz für ihn. Dieser Eindruck muss im Zusammenhang mit der religiösen Sozialisation von Johann Steiner gesehen werden. Rudolf Steiner hat an den Reformbestrebungen der Katholischen Kirche großes Interesse gezeigt. Letztlich mündet seine katholische Biographie in der Gründung einer Kirche, deren (alt)katholische Prägung kaum zu übersehen ist. Religionskritik und tiefer Glaube sind keine Gegensätze, sondern komplementäre Verhaltensmuster. Es sind gerade tiefreligiöse Menschen, die die größten Kirchen- und Religionskritiker sind und waren. Denken Sie etwa an Martin Luther. Die Religionsgeschichte lebt in ihrer Vielfalt geradezu von Häretikern und Schismatikern.

“Die Welt ist Gott”

Traub: Zu Ihrer zweiten Frage [nach den entfernten Gottesbezügen – AM] möchte ich sagen, dass ich das nicht so sehe, dass die zweite Auflage der Philosophie der Freiheit Gottesbezüge geräuschlos entfernt hätte. Der dritte Teil “Die letzten Fragen” enthält nach meiner Lesart eine eigenständige theologische Kosmologie, in der das “Leben in Gott” den Höhepunkt der Steinerschen Intuitionslehre bildet. Auch an anderen Stellen der Philosophie der Freiheit setzt sich Steiner ausführlich mit der Gottesfrage auseinander. Von einer Entfernung der Gottesbezüge in der zweiten Auflage würde ich nicht sprechen. Denken Sie da eine spezielle Passage?

Martins: Ich denke weniger Passagen – so lang ist das Kapitel ja nun schlicht nicht – als eindeutige Formulierungen, beispielsweise Steiners spinozistisch-pantheistisch angehauchte Aussage: “Die Welt ist Gott”. Diese Definition schickte Steiner in der 1. Auflage dem “Leben in Gott” voraus. In der 2. Auflage der “Philosophie der Freiheit” fehlt sie.
Exkurs Spinoza: Welterkenntnis sei Gotteserkenntnis. “Da ferner ohne Gott nichts sein noch begriffen werden kann, so ist gewiss, dass jedes Ding in der Natur entsprechend seinem Wesen und seine Vollkommenheit ausdrückt. Je mehr wir daher die natürlichen Dinge erkennen, desto größer wird auch unsere Erkenntnis Gottes ... Und so hängt also unsere ganze Erkenntnis, d.h. unser höchstes Gut, nicht so sehr von der Erkenntnis Gottes ab, sondern besteht vielmehr ganz und gar aus ihr.” (Spinoza, Tractatus Theolologico-politicus, in: Sämtliche Werke, III, 68)
Traub: Was die “Korrektur” des Textes zur zweiten Auflage im Hinblick auf die Formulierung “Die Welt ist Gott” betrifft, stimme ich Ihnen zu. Man kann diese Streichung in der zweiten Auflage vielleicht aus der Befürchtung Steiners verstehen, das “ist” in der Formulierung “Die Welt ist Gott” als eine Ontologisierung seines Gottesverständnisses zu missdeuten. Meines Erachtens ist diese Befürchtung aber unbegründet. Denn der Kontext des Kapitels lässt eine solche Missdeutung eigentlich nicht zu. Steiner erläutert ja im Vorfeld, dass das mit Gedanken erfüllte Leben in der Wirklichkeit “ein Leben in Gott” ist. Wobei Wirklichkeit die lebendige Einheit von Wahrnehmungs- und Ideenwelt meint. Eine ontologisierende oder transzendierende Projektion dieses Lebens in ein Jenseits oder eine transzendente Substanz ist an dieser Stelle gänzlich auszuschließen. Folglich führt der Versuch, die lebendige Wirklichkeit, also die Einheit von Wahrnehmungs- und Ideenwelt, über ihre individualitäts- und interpersonalitätsbezogene Erlebnisqualität, das heißt über das “Leben in Gott” hinaus, in ihrer objektiven Realität zu denken, schlüssig auf den Satz: “Die Welt ist Gott.”

Martins: Noch einmal zurück zu Steiners religiöser Prägung in seiner Kindheit: Eine religionsaffine Sozialisierung Steiners fände ich zwar plausibel, aber das einzige Dokument, das wir dazu heranziehen können – seine Autobiographie “Mein Lebensgang” – ist in vielen Passagen stark apologetisch und eine rückblickende Selbststilisierung des über sechzigjährigen Steiner. Wieso sind Sie so optimistisch ob deren Verlässlichkeit?

Traub: Zur Frage, warum ich die Auskünfte aus “Mein Lebensgang” im Hinblick auf meine Analysen zu Steiners religiöser Sozialisation für verlässlich halte, möchte ich dreierlei sagen. Das Erste ist ein erziehungswissenschaftliches Plausibilitätsargument, das sich auf unsere Erfahrungen mit Enkulturations- und Sozialisationsprozessen stützt. Vorausgesetzt, Steiners Angaben zur Biographie seiner Eltern enthalten im Kern etwas Zutreffendes, dann ist schwer verständlich zu machen, warum die klösterliche Prägung seines Vaters keine Rolle für die weltanschauliche Entwicklung des Sohnes gespielt haben soll. Vor allem dann, wenn es für diese Annahme weitere positive Anhaltspunkte aus der Biographie Steiners selbst gibt. Das zweite Argument für eine starke Auslegung der religiösen Sozialisation beruht auf dem, was ich eben zu Ernst Käsemann und den “Löchern im Kerygma” gesagt habe. Gerade weil Steiner selbst und insbesondere die anthroposophische Steinerdeutung die von mir herausgearbeiteten Aspekte der Biographie gerne ausblenden, weil sie dem Bild vom Freigeist widersprechen, muss man ihnen meines Erachtens besondere Aufmerksamkeit schenken. Das Dritte ist, dass, außer in “Mein Lebensgang”, in Steiners Briefen und seinen frühen Schriften Stellungnahmen zu theologischen und religiösen Phänomenen vorliegen, die gemeinsam mit den Kommentaren zur Biographie ein einigermaßen klares Bild über gewisse Eckpunkte seiner frühen religiösen Prägung ergeben. So stützt etwa Steiners Kritik am Rationalismus des Protestantismus seine Berichte über die Faszination, die die katholische Liturgie oder das “Geheimnis” des klösterlichen Lebens auf ihn ausgeübt haben. Oder Steiners positive Bewertung des Altkatholizismus in seinen Briefen ergänzen plausibel seine Kritik an der autoritären Beichterfahrung, wie sie sich in der Philosophie der Freiheit findet usw.

Sackgassen und Forschungslücken

Martins: Die Etablierung einer nichtanthroposophischen Steinerforschung steht bisher aus bzw. steckt noch in den Kinderschuhen einer grundsätzlichen historisch-kritischen Erschließung. Welche Funde und Innovationen würden Sie hier erwarten?

Traub: Im Anschluss an meine Ausführungen zu Steiners religiöser Sozialisation erwarte ich zunächst die Komplettierung der von der Anthroposophie einseitig betonten naturwissenschaftlichen Prägung Steiners sowie der daraus abgeleiteten fundamentalistischen Kanonisierung der Erkenntnistheorie als einzigem Deutungsrahmen der Philosophie Rudolf Steiners. Das hätte zur Folge, dass auch andere bedeutende Felder seines Denkens, solche, die nicht durch die Erkenntnistheorie dominiert werden, zur Sprache kommen könnten. Selbstverständlich sehe ich die Bedeutung, die Steiners Arbeit an Goethes naturwissenschaftlichen Schriften für seine Weltanschauung hatte. Was ich aber auch sehe, und zwar mit großem Bedauern für die Vielfalt der Themen des Steinerschen Denkens, ist, dass die Fixierung des Blicks auf den naturwissenschaftlichen Goethe und durch ihn auf eine idealistisch vervollständigte Naturwissenschaft in eine interpretatorische Sackgasse führt. 
Dem korrespondiert meines Erachtens auch der oben erwähnte Versuch, den betont erkenntnis- und wissenschaftstheoretisch ausgelegten Neukantianismus für die Philosophie Rudolf Steiners fruchtbar machen zu wollen. Was aussteht ist unter anderem: Die Klärung der Frage nach der Freiheit des Geistes im existenziellen wie theoretischen Sinn, die Konzeptionalisierung der frühen Erkenntnistheorie, die Grundlegung einer Ethik aus dem Geist der Freiheit, die Entwicklung einer Theorie und Praxis der Interpersonalität und die einer Kulturgeschichte der moralischen Entwicklung, das Problem ethischer Implikationen naturwissenschaftlicher Forschung, die Frage nach einer philosophisch begründeten Idee von Kunst, Religion und Wissenschaft, die Einbettung der unterschiedlichen Themen in eine philosophische Kosmologie inklusive einer produktiven Religionskritik, die Klärung des Verhältnisses von Intuition und begrifflicher Argumentation. Das alles sind brachliegende Felder im philosophischen Denken Rudolf Steiners, deren Fruchtbarmachung und kohärente Darstellung ohne interpretatorische Hilfestellungen der esoterischen Anthroposophie auskäme und die überdies mehr zu bieten hätten, als eine erkenntnistheoretisch begrenzte Naturforschung. Ich denke und hoffe, dass wir in zehn Jahren über diese Themen eine breitere Diskussion in der Steiner-Forschung führen werden.

Martins: Da bin ich leider mit Blick auf die bisher mangelnde Diskussionsbereitschaft weiter anthroposophischer Kreise skeptisch. Aber ich hoffe mit und bin gespannt. Danke für Ihre Antworten!

Dr. Hartmut Traub ist Studiendirektor am Seminar für schulpraktische Lehrerbildung in Essen und Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats der Johann-Gottlieb-Fichte-Gesellschaft. Promotion über Fichtes Populärphilosophie und Herausgeber u.a. des Briefwechsels zwischen Schelling und Fichte, der Fichte-Studien und der Fichte-Studien Supplementa. Lehraufträge in Philosophie und Philosophie-Didaktik an der Mercator Universität Duisburg, der Universität Duisburg/Essen und der Alanus-Hochschule Alfter.

donderdag 7 juni 2012

Crowdfunding


Poogde ik dinsdag in ‘Notitieboek’ een overzicht van het Nederlandse antroposofische nieuws van de afgelopen tijd te geven, had ik voor vandaag het internationale nieuws (wat dan meestal weer Duits is) op het oog. Er komt echter steeds zoveel ook weer relevants bij, dat dit moeilijk te realiseren valt. Maar laat ik gewoon beginnen met wat AntroVista gisteren ook al meldde, en waarover sinds gisteren bericht wordt op de ‘Gemeentepagina Nijmegen’, namelijk ‘Meander Vrijeschool Nijmegen opent eigen “zonnecentrale”’:
‘Meander Vrijeschool voor basisonderwijs Nijmegen aan de Groesbeekseweg opent donderdag haar eigen “zonnecentrale”: 70 zonnepanelen op het schooldak. Naar een idee van een groep ouders, betaald uit schoolactiviteiten en door creatieve samenwerking met de Zevenheuvelenloop en andere sponsoren, en een bijdrage van de gemeente Nijmegen. De zonnecentrale maakt deel uit van de plannen van de school om energieneutraal te worden. Een mooi voorbeeld in het kader van Power2Nijmegen, waarin burgers en bedrijven werken aan plannen voor een energieneutrale stad in 2045.

Het idee voor zonne-energie kwam van een groep ouders. De school heeft haar zonnepanelen vervolgens op originele wijze gefinancierd. Meander en de stichting Zevenheuvelenloop kennen elkaar omdat de school haar gebouw ter beschikking stelt aan de 7H-Kidsrun en stroom levert aan het evenement. De Zevenheuvelenloop verduurzaamt het loopevenement door deelnemers die met de auto komen (in plaats van met het gereduceerde treinkaartje) een vervoerstoeslag te laten betalen van 5 euro. De stichting besteedt de 25.000 euro die dat jaarlijks oplevert aan (lokale) projecten die duurzaam met energie om gaan. En daar kwam Meander in beeld: de school kreeg een donatie van 15.000 euro. De school heeft verder sponsorgeld bijeengebracht met schoolactiviteiten waaronder de Run-4-Sun-loop die 5000 euro opbracht en een herfstmarkt die 3000 euro opleverde, en “leerondernemingen” van de klassen 2, 3 en 4. De gemeente Nijmegen subsidieerde het plan met 10.000 euro.

Meander wekt gedurende 30 jaar met de 70 zonnepanelen voor ongeveer 3000 euro per jaar energie op. Groene energieleverancier en sponsor Greenchoice neemt die stroom voor dezelfde prijs af (en levert in minder zonnige tijden ook stroom voor die prijs). In haar streven naar energieneutraliteit wil de school ook het totale energieverbruik terugdringen. Momenteel studeren twee HAN-Studenten af op een energiescan van de school, waaruit een overzicht van energiebesparingsmaatregelen moet voortkomen. Meander besteedt veel aandacht aan een duurzame omgeving en “duurzaam leren” voor haar leerlingen, bijvoorbeeld met een groen speelplein, de “boerderijschool” en een duurzame bedrijfsvoering.

Dit project van Meander lijkt op het Solar Schools-initiatief dat onder andere in de VS, Australië en Engeland wordt uitgevoerd. Het idee achter een “solar school” is dat de school zonnepanelen plaatst die niet alleen elektriciteit opwekken, maar ook een leerdoel hebben: kinderen komen al op jonge leeftijd met klimaatverandering en duurzame energie in aanraking. De panelen worden gefinancierd door “crowdfunding”: financiering door verschillende partijen in het netwerk van de school (bijvoorbeeld ouderbijdragen, opbrengsten van schoolactiviteiten en sponsorgelden en donaties van maatschappelijke partners).

De gemeente Nijmegen hoopt dat dit initiatief andere scholen, organisaties en bedrijven inspireert om op innovatieve wijze aan verduurzaming en energieneutraliteit van het eigen gebouw te werken. In het project Power2Nijmegen werken inmiddels ruim 160 mensen en 9 werkgroepen aan ideeën voor energiebesparing en -opwekking, zodat Nijmegen in 2045 energieneutraal kan zijn.

Wethouder Van der Meer onthult de zonnepanelen die op de vrije school Meander geplaatst zijn op donderdag 7 juni om 12.00 uur. Adres: Groesbeekseweg 146.’
De Gelderlander kwam vandaag ook met dit nieuws, in ‘70 zonnepanelen op dak basisschool’. Dan gaan we naar Bionext, die gisteren het persbericht ‘Biologisch stuwt markt duurzame voeding vooruit’ publiceerde:
‘De consument kocht in 2011 voor 881 miljoen euro aan biologische voeding. Dat is een stijging van 17,1 procent ten opzichte van 2010 toen de omzet 752 miljoen euro bedroeg. Niet eerder was de groei zo groot.

Alle productgroepen droegen bij aan de groei. Biologische eieren en zuivel waren de grootste groeiers met respectievelijk 30,7 en 25,3 procent extra omzet. Het marktaandeel biologische eieren nadert hiermee de tien procent. Zuivel is de belangrijkste productgroep geworden, gevolgd door AGF (aardappels, groente en fruit).

De supermarkten hebben hun positie als belangrijkste verkoopkanaal versterkt. Hun marktaandeel steeg van 45,3 naar 48,4 procent. De omzet in speciaalzaken groeide gemiddeld met 7,6 procent, maar hun marktaandeel nam door de snellere groei van het supermarktkanaal toch iets af: van 35,3 naar 32,4 procent.

Het aantal boeren dat omschakelde naar biologische teelt groeide in 2011 net zo hard als in 2010: 3,4 procent. Eind 2011 waren er 1.511 biologische boeren en tuinders. De groei is opvallend, want de algemene trend in de landbouw is dat het aantal boeren en het landbouwareaal al jaren daalt. In de biologische teelt steeg het areaal juist: met 2,3 procent tot ruim 55.000 hectare. Overigens is er een discrepantie tussen de groei van de vraag en de groei van het aanbod. Ketenorganisatie Bionext besteedt daarom veel aandacht aan de voorlichting van boeren die overwegen om te schakelen.

De totale consumentenbestedingen aan duurzaam voedsel stegen in 2011 van 1,3 naar 1,7 miljard euro. Biologische voeding was goed voor bijna de helft van de totale omzet. Onder duurzame voeding wordt voeding verstaan die zich op één of meerdere duurzaamheidsaspecten onderscheidt van wat de wet eist, zoals dierenwelzijn, fair trade of milieuvriendelijkheid.

De groei van duurzaam voedsel was daarmee tien maal zo hoog als de stijging van de totale omzet aan voedsel in Nederland, meldt de Monitor Duurzaam Voedsel van het ministerie van EL&I. Het marktaandeel van duurzaam voedsel steeg in 2011 van 3,5 naar 4,5 procent.

De Monitor Duurzaam Voedsel 2011 is een uitgave van het ministerie van EL&I. De hoofdstukken over biologische landbouw en voeding kunt u hier gratis downloaden.’
Biojournaal schonk hier vandaag ook aandacht aan, in ‘“Light users zijn de aanzet voor de huidige groei”. Presentatie Monitor Duurzaam Voedsel: bio-bestedingen +17,1%’. Biojournaal wist vandaag tevens te melden dat ‘Weleda opent filiaal in Moskou’:
‘Weleda, het toonaangevende natuurlijke- en biologische cosmeticabedrijf in Europa, heeft een filiaal geopend in Moskou. Het nieuwe filiaal zal zich richten op de verkoop en marketing van Weleda-producten in Rusland. Natalya Yarmolenko is benoemd tot algemeen directeur van “Weleda East”.
Het nieuwe kantoor in Moskou is van plan om de aanwezigheid van Weleda op de Russische markt uit te breiden, dit door te investeren in de uitbreiding van de distributie en het productaanbod bij bestaande retailers te versterken. Weleda heeft vier nieuwe reeksen natuurlijke en biologische lichaamsverzorgingsproducten geïntroduceerd op de Russische markt: granaatappel, sinaasappel, sandthorn en roos.’
Er zijn meer berichten over Weleda, maar die zijn heel anders van karakter. De Neue Zürcher Zeitung berichtte op 1 juni ‘Weleda in der Erholungskur. Der Weg aus der Verlustzone führt über schlankere Strukturen’:
‘Weleda hat ein ernsthaftes Problem. Für den der Anthroposophie nahestehenden Kosmetik- und Heilmittelhersteller ist nach eigenem Bekunden Gewinn zwar «kein Ziel, sondern eine Voraussetzung für nachhaltiges Wirtschaften»; wenn sich aber, wie in den vergangenen zwei Jahren, die Verluste zu häufen beginnen, muss das Steuer, wie bei anderen kommerziellen Unternehmen auch, herumgerissen werden. Das soll unter Führung von Ralph Heinisch, der die Gruppe seit 1. April leitet, geschehen.’
Ik geloof niet dat de Neue Zürcher Zeitung wil dat ik het bericht verder overneem. Maar dat is ook niet echt nodig, we weten er al het een en ander van (zie bijvoorbeeld ‘Stuurlui’ op 4 april). Daar zijn op maandag 4 juni deze ‘Weleda Nachrichten’ bijgekomen, gebaseerd op een ‘Medienmitteilung’, getiteld ‘WELEDA mit neuer Leitung auf Konsolidierungskurs’:
‘Weleda befindet sich auf dem Weg zum Turnaround. Diese Einschätzung gaben die neuen Verantwortlichen der führenden Herstellerin für anthroposophische Arzneimittel und zertifizierte Naturkosmetik, Verwaltungsratspräsident Paul Mackay und CEO Ralph Heinisch, den Medien in Arlesheim/Schweiz anlässlich der Vorstellung des Jahresabschlusses 2011 bekannt. Heinisch hat die Leitung des Unternehmens am 1. April 2012 übernommen. Wie bereits gemeldet, hatte Weleda 2011 bei stagnierenden Erlösen nach Zinsen und Steuern einen Verlust von 8,3 Mio. Euro zu verkraften.

Geschäftsjahr 2012 verläuft bis jetzt erwartungsgemäss. Sparmassnahmen greifen

Die Umsätze sind planmässig und über Vorjahr. Im ersten Quartal 2012 wurde ein Umsatz von 84,8 Mio Euro (+ 5 Prozent ggü. Vorjahresperiode) und ein positives Betriebsergebnis (EBIT) erwirtschaftet. Wichtigster Wachstumshebel in der Naturkosmetik ist die Einführung der Körperpflegelotionen, die seit Januar in Deutschland, Frankreich, Österreich und in der Schweiz eingeführt wurden. Der Arzneimittelumsatz profitiert von Preiserhöhungen und gutem Wachstum im OTC (“Over the Counter”)- Sortiment. Dadurch können Rückgänge beim Mistel-Arzneimittel Iscador (Verlust der Erstattungsfähigkeit in Deutschland) kompensiert werden. In Verbindung mit bereits eingeleiteten Sparmassnahmen ist für 2012 mit einem ausgeglichenen Ergebnis zu rechnen. Weitere Massnahmen zur nachhaltigen Sicherung der Rentabilität sind in Umsetzung.

Strukturänderungen zum 1. Juni 2012

Um die Effizienz innerhalb des Unternehmens zu erhöhen, erhält die Weleda Gruppe mit Wirkung vom 1. Juni 2012 eine funktionale Struktur, die sich an den Kernprozessen orientiert.

Der neuen Geschäftsleitung gehören an: Ralph Heinisch, Chief Executive Officer (Gruppenführung und Stakeholdermanagement), Andreas Sommer, Chief Commercial Officer (Markt), Dr. Samir Kedwani, Chief Operations Officer (Herstellung) und Heinz Stübi, Chief Financial Officer ad interim (Finanzen und Services). Dieses Gremium ersetzt die bisherige Weleda Gruppenleitung.

Aufgrund der Reorganisation werden die bisherigen Mitglieder der Weleda Gruppenleitung, Moritz Aebersold, Peter Braun und Patrick Sirdey, aus der Unternehmensleitung ausscheiden. Für ihre, zum Teil seit Jahrzehnten, erbrachten Leistungen zur Weiterentwicklung des Unternehmens sprechen ihnen der Verwaltungsrat und die neue Geschäftsleitung ihren ausdrücklichen Dank aus. Patrick Sirdey, seit 1981 bei Weleda, hatte von 2008 bis Januar 2012 die Funktion des CEO inne. Moritz Aebersold, seit 1993 im Unternehmen tätig, verantwortete zuletzt die Business Unit Internationale Märkte. Peter Braun trat 2008 ins Unternehmen ein und leitete zuletzt die Business Unit Arzneimittel. Von Januar bis März 2012 war er zudem als CEO ad interim tätig.

Zweck der organisatorischen Anpassung ist eine grundsätzliche Verschlankung der Strukturen innerhalb des Unternehmens. Auch die Standorte Schwäbisch Gmünd (D), Arlesheim (CH) und Huningue (F) sollen zu einer wirtschaftlichen Einheit zusammengefasst und in die neue Organisation integriert werden. Die derzeit in einem Bürogebäude in Basel Stadt ansässigen zentralen Funktionen werden schrittweise auf die drei Produktionsstandorte verteilt. Mit der Prozessoptimierung einhergehend ist eine kontinuierliche Reduzierung des Personalbedarfs.

Produktivitätsverbesserung in allen Bereichen angestrebt

Weleda ist insgesamt gut im Markt positioniert. In der zertifizierten Naturkosmetik ist das Unternehmen unverändert Marktführer. Auch bei den Arzneimitteln sieht Heinisch Chancen. “Dank des aktuellen Trends zur Ganzheitsmedizin und zu Naturheilmitteln ist noch ein erhebliches Potenzial vorhanden – gerade in Verbindung mit dem starken Weleda-Markenprofil. Bisher ist es uns noch nicht gelungen, die Wertschätzung, die unserer Naturkosmetik entgegen gebracht wird, auf die Arzneimittel auszuweiten.”

Laut Geschäftsleitung gibt es keinen Anlass, das Geschäftsmodell grundsätzlich zu ändern. Mittel- und langfristiges Ziel ist die Verbesserung der Produktivität in allen Bereichen – ganz im Sinne der Ressourceneffizienz. Zu einer nachhaltigen Unternehmensführung zählt Weleda auch die Erwirtschaftung angemessener, nachhaltiger Gewinne, um die nötigen Investitionen aus eigener Kraft finanzieren zu können.

Umfassende Nachhaltigkeit bleibt Kernwert

Nachhaltigkeit stellt für Weleda einen Kernwert dar. Erstmals wurde darum der aktuelle Jahresbericht als integrierter Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht aufgelegt.

Mit dem im Oktober 2011 erfolgten Beitritt zur “Union for Ethical Biotrade” (UEBT) intensiviert das Unternehmen sein Engagement hinsichtlich nachhaltiger Beschaffung, Biodiversität und fairem Handel: Verbindliche Standards zur Evaluierung unserer Lieferanten werden ab 2012 schrittweise eingeführt.

Neu wurde 2011 zudem eine für alle Weleda-Gesellschaften verbindliche Biodiversitätsrichtlinie entwickelt und implementiert. Ziel der Weleda Gruppe ist es, bis 2015 vollständig klimaneutral zu werden. In den Bereichen Energie, Wasser, Verpackung und Abfall gelang es, die Verbrauchsintensität weiter zu senken (Tabellen siehe PDF Medienmitteilung).’
Uit ongeveer dezelfde categorie is het bericht gisteren op de website van Info3, ‘Unbeugsam in Butzbach’. Een typisch Duitse aangelegenheid, maar wellicht ook symptomatisch:
‘hessnatur-Belegschaft wehrt sich gegen Verkauf an Finanz-Investor Capvis

Ein Kommentar von Jens Heisterkamp und Laura Krautkrämer

Als langjähriger Begleiter, Sympathisant und nicht zuletzt Kunde will man es immer noch nicht ganz glauben: Da soll ein ökologisch und sozial vorbildliches Unternehmen wie hessnatur, einst aus anthroposophischen Wurzeln hervorgegangen und heute als Pionier in Sachen Nachhaltigkeit anerkannt, den kapitalistischen Weg allen Fleisches gehen und nach Heuschreckenart an einen Investor verscherbelt werden. Und der macht erst gar keinen Hehl daraus, dass er das Unternehmen – das unter Geschäftsführer Wolf Lüdge die besten Ergebnisse seit seinem Bestehen einfuhr – rationalisieren und nach einigen Jahren mit dem dadurch entstandenen Gewinn wieder verkaufen will.

Die Tatsache, dass sich die MitarbeiterInnen von hessnatur gegen dieses Schicksal trotz bereits erfolgter Verkaufszusage wehren, ist daher aller Solidarität wert. Man fühlt sich dabei ein wenig an Asterix und Obelix und ihren Mut erinnert: “Wir befinden uns im Jahre 50 vor Christus. Ganz Gallien ist von den Römern besetzt. Ganz Gallien? Nein! Ein von unbeugsamen Galliern bevölkertes Dorf hört nicht auf, dem Eindringling Widerstand zu leisten.” Wir befinden uns im Jahr 2012, doch was sich derzeit im hessischen Butzbach, dem Unternehmenssitz von hessnatur, abspielt, erinnert ein bisschen an die unbeugsamen Gallier: Auch nachdem am vergangenen Freitag der Schweizer Finanzinvestor Capvis als neuer Eigentümer des Ökotextil-Versenders präsentiert wurde, halten MitarbeiterInnen und KundInnen von hessnatur an ihrer Idee einer Genossenschafts-Lösung fest.

Als die Aktivisten um den hessnatur-Betriebsrat Walter Strasheim-Weitz Anfang 2011 mit der Gründung der Mitarbeiter-Genossenschaft hnGeno an die Öffentlichkeit traten, fanden sich schnell zahlreiche Unterstützer. Die Option, hessnatur dem Zugriff des Kapitals zu entziehen und in eine Mitarbeiter-geführte Firma zuverwandeln, steht immer noch. Wäre es nicht tatsächlich stimmig, wenn das 1976 von Heinz Hess gegründete Pionier-Unternehmen mit einer solchen Genossenschafts-Lösung wiederum Vorreiter für einen Wandel im Wirtschaftsleben würde?

Bewundernswert ist jedenfalls, mit welcher offenbar ungebrochenen Energie die Kämpfer für ein unabhängiges Unternehmen den Verkauf anfechten und weiterhin nach alternativen Lösungen streben. In einem offenen Brief an Capvis drücken die hessnatur-Mitarbeiter ihre “große Sorge” darüber aus, dass ein auf Gewinnmaximierung ausgerichteter Investor dem Unternehmen von Schaden sein wird: “Unsere Kunden bringen bisher ein außerordentliches Maß an Interesse für den hessnatur-Markenkern und unsere Unternehmenswerte auf”, heißt es im Schreiben der Belegschaft. “Zweifel an dessen Erhalt, wie sie durch die Eigentümerschaft eines allein renditeorientierten Private Equity-Unternehmens entstünden, würden zu Kundenverlusten, massiven Umsatzeinbrüchen und damit mittelfristig nicht nur zu einer Gefährdung unseres Unternehmens sondern auch Ihrer Gewinnerwirtschaftungsmöglichkeiten führen.”

Eine dauerhafte Lösung ist mit Capvis ohnehin nicht in Sicht: Das Unternehmen macht nach Aussagen eines Sprechers in der taz “keinen Hehl daraus”, dass hessnatur “irgendwann” weiterverkauft werden soll – das ist nun mal das Geschäft einer solchen Beteiligungsgesellschaft. Es bleibt also noch weiter spannend: Ob die Bitte der hessnatur-Belegschaft, dem “einzigartigen Markenkern, Mitarbeitern und Kunden Respekt zu zollen und vom Kauf von hessnatur zurückzutreten”, Gehör finden wird?

“Werde ein Mensch mit Initiative!”, heißt es bei Rudolf Steiner. Da ein Zaubertrank zur Unterstützung der rebellischen Butzbacher nicht in Sicht ist, sind sie auf andere Hilfe angewiesen: Viele tatkräftige Unterstützer haben sich bereits in den letzten Tagen auf dem Online-Portal www.wir-sind-die-konsumenten.de geäußert, auch auf der Website des Instituts für soziale Dreigliederung gibt es kreative Anregungen. Also, da geht sollte doch noch was gehen, beim Teutates! Wir drücken die Daumen!’
Van de economie naar de journalistiek. De website Anthromedia.net waar ik net het uitvoerige persbericht over Weleda vandaan haalde, kwam op 28 mei met het bericht van Goetheanum-redacteur Sebastian Jüngel over ‘Neugriffe’ (blijkbaar afkomstig uit ‘Anthroposophie weltweit’ Nr. 6/2012 van 25. Mai 2012). Over deze integratieve actie heb ik reeds eerder bericht. Maar hier heeft u alles weer op een rijtje, in de nieuwste stand:
‘Am Goetheanum wird mit dem Neugriff der Wochenschrift ‹Das Goetheanum› (mit Integration anderer Publikationen) und der Begrüßungsseite der Goetheanum-Website Schritt für Schritt die Kommunikation weiterentwickelt.

Kommunikation mit den Mitgliedern

Zeitnah berichten

Zum unverzichtbaren Bestandteil des Goetheanum gehört, dass sich unter seiner Ziel- und Aufgabenstellung viele Menschen verbinden: sei es, dass sie als Mitglieder das seelische Leben pflegen, dass sie Anteil nehmen möchten an dem, was am Goetheanum geschieht, oder dass sie auf eine gute Kommunikation angewiesen sind, um tätig zu sein. Und tatsächlich ‹produziert› das Goetheanum neben Büchern und Veranstaltungen nicht zuletzt ‹Nachrichten›. Um diese leichter und schneller zugänglich zu machen, wird seit einigen Jahren am Goetheanum die Kommunikation des Hauses weiterentwickelt. Erleichternd ist dabei, dass die Nachrichten über das Internet mit zum Teil relativ wenig Aufwand schnell und breit bereitgestellt werden können. Auch bestehende Technologien wie die der Sozialen Medien bieten sich für eine Nutzung an.

Eigenständigkeit des Halbjahresvorblicks

Diese Überlegungen führten zum Zusammenlegen verschiedener Publikationen in der Wochenschrift ‹Das Goetheanum› und der konsequenteren Nutzung von ‹Anthroposophie weltweit› als Mitgliederorgan. Der Halbjahresvorblick als Ausgabe des ‹Goetheanums› wurde jedoch von den Abonnenten nicht wie erhofft als ‹Goetheanum›-Ausgabe angenommen. Er wird daher wieder als eine eigenständige Publikation erscheinen und sich dabei weitgehend (aber nicht nur) auf die eigentliche Agenda konzentrieren. Bewährt hat sich bisherigen Rückmeldungen zufolge das Konzept, einzelne Ausgaben des ‹Goetheanums› der Arbeit von Sektionen zu widmen. Insbesondere die Dokumentation von Beiträgen der Landwirtschaftlichen Tagung bekam gute Rückmeldungen. Parallel zu dieser Ausgabe von ‹Anthroposophie weltweit› erscheint zudem erstmals ein Themenheft mit exemplarischen Beiträgen von der Weltkindergarten- und Weltlehrertagung.

Goetheanum-Website

Die Redaktion des ‹Goetheanums› betreut zudem neu einen Teil der Goethe­anum-Website und die Facebook-Seite des Goetheanum. In einem Pilotprojekt mit Katharina Hofmann, Bereichsleitende Empfang und Veranstaltungen, berichtet die Redaktion möglichst zeitnah von einzelnen Aktivitäten des Hauses, in der Hoffnung, so der Mitgliedschaft und der weiteren Öffentlichkeit einen besseren Einblick in die vielfältigen Tätigkeiten am Goetheanum zu vermitteln. Dafür wurden auch die Übersichtlichkeit und Funktionalität der Website von den Webbetreuern Christian und Simon Peter optimiert. Wo möglich, war bereits eine Stunde nach Ende der Veranstaltung eine Nachricht online, bei anderen Anlässen dauerte es länger. Rückmeldungen, ob Sie dieses Angebot nutzen, sind willkommen, auch, ob eine Übersetzung dieser Meldungen beispielsweise ins Englische gewünscht ist.’
Het is sterk te merken aan de website van het Goetheanum. Ik meldde eerder de metamorfose die deze heeft ondergaan, en dat ten positieve. Bijvoorbeeld in ‘Kalenberg’ op 5 mei. Er staan nu heel actuele berichten op. Zoals deze van 4 juni, ‘Christengemeinschaft zu Gast’:
‘Heute begann am Goetheanum die jährliche Allgemeine Synode der Christengemeinschaft für rund 280 Priesterinnen und Priester.

Jedes Jahr treffen sich die Priesterinnen und Priester der Christengemeinschaft an wechselnden Orten zur allgemeinen Synode. Diesmal ist das Goetheanum von 4. bis 8. Juni Tagungsort für die rund 280 Teilnehmenden aus aller Welt. Am Abend finden auf die Synode zugeschnittene öffentliche Aufführungen statt, beispielsweise ein Eurythmieprogramm am 4. Juni und Szenen aus den Mysteriendramen Rudolf Steiners am 7. Juni.’
‘Christiane Haid wird ab September 2012 zusätzlich zum Verlag am Goetheanum auch die Sektion für Schöne Wissenschaften am Goetheanum leiten.

Sie arbeitete von 2000 bis 2006 bereits mit Martina Maria Sam am Sektionsaufbau mit, 2006 wechselte sie in die Albert-Steffen-Stiftung, und vor Kurzem erschien ihre Dissertation ‹Mythos, Traum und Imagination. Die Kleinen Mythen Albert Steffens› im Schwabe-Verlag, Basel. 2009 hat sie die Leitung des Verlags am Goetheanum übernommen, dem sie rasch eine neue Richtung gab. Der Verlag soll auch in Zukunft seine eigenständige und zugleich eng mit der Hochschule zusammenwirkende Rolle behalten. Das Hochschulkollegium hat volles Vertrauen zu Christiane Haid, dass sie eine initiative Sektionsleitung und eine eigenständige Verlagsführung gut miteinander wird verbinden können.’
Maar nu is meteen ook wel duidelijk dat de website van weekblad ‘Das Goetheanum’ hiervoor heeft moeten inleveren. Die wordt niet meer met nieuwe berichten aangevuld, hooguit met de cover van het actuele nummer:
‘Das Goetheanum Nr. 21-22 | 2012

Auch bei Facebook’
Dit laatste is veelzeggend, want daar verschijnen wel zo nu en dan nieuwe berichten. Zo heb ik kunnen vernemen van een enquête onder Facebookgebruikers, ‘Haben Sie Interesse an einer digitalen Ausgabe der Wochenschrift “Das Goetheanum”?’ Van de eerste honderd inzendingen is meteen een mooi overzicht gemaakt, dat ik helaas niet hier kan kopiëren, maar wat u wel zelf kunt aanschouwen via deze link: http://issuu.com/dasgoetheanum/docs/goedigital?mode=window&viewMode=singlePage. Dat moet wel een hele verandering zijn voor de oudere generatie lezers! Nog meer journalistiek getint nieuws was onder meer te vinden bij Info3, dat eergisteren berichtte over ‘Neues in Sachen “Wiener Erklärung”’ (zie ook ‘Coördinatie’ op 1 mei):
‘KoPRA-Delegation traf Vorstand der Rudolf Steiner Nachlassverwaltung

Am 23. Mai fand im Rudolf Steiner Archiv in Dornach das in der “Wiener Erklärung” (mehr Information) der Konferenz der Presse- und Öffentlichkeitsarbeiter und Redakteure aus anthroposophischem Umfeld (KoPRA) angebotene Gespräch mit dem Vorstand der Rudolf Steiner Nachlassverwaltung statt. Im Vordergrund stand der Austausch über die in Wien mit Sorge vorgebrachten Fragen zur inhaltlichen Ausrichtung der Nachlassverwaltung, zu Personalia und Finanzen.

In der “Wiener Erklärung” hatten KoPRA-Mitglieder insbesondere Äußerungen des Vorstandsmitglieds Andreas Kühne kritisch kommentiert, wonach zukünftig “nur noch in absoluten Ausnahmefällen Originale das Haus Duldeck verlassen” sollten. Der Vorstandsvorsitzende der Nachlassverwaltung, Cornelius Bohlen, hatte bereits kurz nach Bekanntmachung der Erklärung diese Aussage korrigiert: “Leihgaben für interessierte Museen oder Ausstellungen in Form von Zurverfügungstellen von Originalen wird es weiterhin geben, es sind hier vom Vorstand keinerlei prinzipielle Einschränkungen geplant”, hieß es in einem Schreiben an die KoPRA. “Im Gegenteil, der Vorstand versteht auch die weitere langfristige Ausrichtung der Kernaufgaben eines zugänglichen Forschungsarchivs, der Edition des Werks von Rudolf Steiner etc. in gesteigerter Weise als eine öffentliche Aufgabe.”

Während des Treffens mit den drei KoPRA-Delegierten Ruth Bamberg, Detlev Hardop und Walter Hiller unterstrich der Vorstand die im Sinne Marie Steiners verstandene Aufgabe der Nachlassverwaltung, die Anthroposophie durch Öffentlichkeit zu schützen – eine Aufgabe, die mit zunehmend beschränkten Mitteln umgesetzt werden müsse. Gefordert sei nicht nur die Pflege eines der Forschung zugänglichen Archivs und die Herausgabe von Steiners Werken, sondern auch die Bearbeitung externer Anfragen nach Exponaten und Materialien. Aller gerade auch durch die verschiedenen Ausstellungen erreichten erfreulichen medialen Aufmerksamkeit zum Trotz sei die Frage ungeklärt geblieben, wie mit den beschränkten Mitteln wenigstens die Einrichtung an sich erhalten werden kann. Interne Diskussionen hätten dieses Dilemma nicht lösen können. Hintergrund der kritisch kommentierten Vorgänge sei die unzureichende Finanzierung der für die anthroposophische Bewegung zentralen Aufgabenwahrnehmung der Nachlassverwaltung.

Neben den aktuellen Versuchen des Vorstands, regelmäßige Mittelzuflüsse aus dem Bereich der “organisierten Anthroposophie” zu generieren, wird nach Auffassung der KoPRA-Delegation auch eine Bemühung des Vorstands selbst stehen müssen, die Situation der Nachlassverwaltung offener, vielleicht auch in erweiterter, internationaler Besetzung zu kommunizieren. Erfreut reagierten die KoPRA-Delegierten auf die Ankündigung des Vorstands, dass auch zukünftige Ausstellungsprojekte – evtl. auch unter Inanspruchnahme des bewährten Fachmanns Walter Kugler – möglich sind, wenn die Eigenfinanzierung solcher Unternehmungen gesichert ist. Zum Abschluss des von wachsendem wechselseitigem Verständnis geprägten Gesprächs haben die KoPRA-Mitglieder ihre weitere Unterstützung zugesagt.

Quelle: Walter Hiller (KoPRA)/Red.’
Dan moet ik ook melden dat de Steiner-biografie van Peter Selg naar voren is geschoven. Niet langer wordt november als maand van publicatie aangegeven, wat de website van het Ita Wegman Verlag eerder schreef, maar nu weer september. Op de website van de Luxemburgse uitgeverij ‘KairosEdition’ vond ik een ‘In Memoriam’ van ‘Prof. Dr. Wilhelm Maas (1937-2012)’. Wilhelm Maas kennen we door het boek ‘Arabisme, Islam en Christendom. Conflicten en overeenkomsten’, in 1993 door uitgeverij Christofoor op de Nederlandse markt gebracht. Volker Zotz schrijft nu over de auteur:
‘Wir trauern um unseren lieben Freund Wilhelm Maria Maas, der am Abend des 21. Mai 2012 völlig unerwartet verstarb. Noch am Vortag hatte er im Rahmen des Arbeitskreises für zisterziensische Spiritualität im Kloster Himmerod über Thomas Mertons Einsichten zur Sophiologie referiert.

Wilhelm Maas promovierte 1974 an der Theologischen Fakultät Paderborn bei Heribert Mühlen mit der Studie Unveränderlichkeit Gottes, in der er das Verhältnis des Gottesbildes griechischer Philosophen zum christlichen Verständnis untersuchte. Heribert Mühlen blieb er bis zu dessen Tod 2006 verbunden. Mühlens Denken wollte die abendländische Orientierung auf das Subjekt in eine Wir-Philosophie integrieren. Wilhelm Maas gab aus dem Nachlass seines Lehrers 2008 den Band Im-Wir-sein heraus.

Ein derart auf das Wir orientiertes Denken wird, wie Wilhelm Maas schrieb, von einem “radikal inkludierenden Charakter” bestimmt. In diesem Geist wirkte unser verstorbener Freund als Brückenbauer, dessen philosophische und spirituelle Heimat zwar Zentren kannte, aber keine Grenzen. Er war tief in der katholischen Theologie verwurzelt, wobei er sich seinem langjährigen Mentor Hans Urs von Balthasar theologisch-methodisch besonders nahe fühlte. Er vollzog eine intensive Begegnung mit dem Islam, den er unter anderem während mehrerer in Ägypten verbrachter Jahre studierte. Gründlich setzte er sich mit der Anthroposophie auseinander. Keine der großen Traditionen der Menschheit war Wilhelm Maas fremd.

Reich wie sein Denken waren seine Arbeitsfelder. Er hatte als Leiter des Theologischen Zentrums der Universität Kassel gewirkt, wo er Professor für Systematische Theologie war; er betätigte sich als reger Publizist und Islamforscher; er war ein geschätzter Lehrer, Vortragsredner und Autor. Aus dem beachtlichen literarischen Werk, das er hinterlässt, seien nur wenige Bücher genannt: Gott und die Hölle. Studien zum Descensus Christi (1979), Arabismus, Islam, Christentum (1991), Hölle – Abgrund der Existenz? (1999), Im Namen des barmherzigen Gottes? (2006).

Am Kloster Himmerod wirkte Wilhelm Maas im Arbeitskreis für zisterziensische Spiritualität bis zu seinem Tod dafür, eine weiblich akzentuierte Ökotheologie im Geist von Alanus ab Insulis und Thomas Merton fruchtbar zu machen. Über lange Zeit brachte er an diesem Kloster einer Studiengruppe das Werk des Mystikers Valentin Tomberg nahe, mit dem er sich über zwölf Jahre auseinandersetzte.

Freigiebig und immer gerne teilte Wilhelm Maas seine Erkenntnisse mit anderen. Wer ihm näher begegnete, profitierte von seinem umfassenden Wissen wie von seinen theologischen, philosophischen und spirituellen Einsichten. Wir durften unsagbar viel von ihm lernen. Der Kairos Edition fühlte sich Wilhelm Maas seit ihrer Gründung verbunden und beteiligte sich an ihren Aktivitäten. Stets erweis sich sein Rat als richtungweisend und wertvoll. An den Büchern Totus tuus (3. Auflage 2012) und Der wandernde Narr (2007) war er als Autor und Übersetzer unmittelbar beteiligt.

In Himmerod, dessen Zisterzienserkloster er so tief verbunden war, findet Wilhelm Maas seine letzte Ruhe. “Hic est vere Claustrum Beatae Mariae Virginis,” hatte Bernhard von Clairvaux über diesen Ort seiner Klostergründung gesagt: “Hier ist wahrhaft der Schoß der seligen Jungfrau Maria.” – Wir verneigen uns in Dankbarkeit vor einem Freund, der das Leben vieler Menschen bereicherte.’
Tot slot moet ik hier nog iemand gedenken. Vandaag was in Gouda de begrafenis van Albert Heetebrij, leerkracht aan de vrijeschool in Den Haag en aan het Marecollege in Leiden. Hij overleed op woensdag 30 mei. De vrijeschool Den Haag bracht voor het weekend deze ‘Droeve tijding’:
‘Forever young – Bob Dylan

May God bless and keep you always,
May your wishes all come true,
May you always do for others
And let others do for you.
May you build a ladder to the stars

De droeve tijding heeft ons bereikt dat onze zeer geliefde collega en klassenleraar Albert Heetebrij volkomen onverwachts is overleden.

Gisteren is verteld dat het een zelfgekozen dood betreft. Er werd ’s ochtends in een bijeenkomst met de hele school een gedicht voorgedragen en we hebben samen gezongen ter nagedachtenis van Albert Heetebrij, o.a. “In the quest of the Holy Grail do we wander from land to land...”

Daarna hebben alle klassen onder leiding van de klassenleraren in hun periodelokaal met elkaar gesproken over deze gebeurtenis. De leerlingen reageerden geschokt. Met de klassen zijn herinneringen opgehaald, waarbij naast groot verdriet ook af en toe ruimte was voor een bescheiden lach.

In de school zijn vier gedenkplaatsen ingericht waar leraren en leerlingen op hun eigen wijze kunnen stil staan bij zijn overlijden. Op vrijdag 1 juni werden de meeste lessen hervat, maar met ruimte voor rouwverwerking en gesprekken met de leerlingen.

De school heeft slachtofferhulp ingeschakeld om leerlingen bij te staan in het verwerkingsproces.

Wegens de uitvaart van Albert op as donderdag 7 juni zal de Waalsdorperweg (afd. V.O.) de gehele dag gesloten zijn, er is dus geen les voor klas 7-12 en examenklassen havo-vwo. Om 10.00u zal de uitvaartdienst plaats vinden in de Sint-Janskerk te Gouda. Adres: Achter de Kerk nr.16.

Alle leerlingen en betrokkenen zijn uitgenodigd om daarbij aanwezig te zijn. Aan de school is gevraagd om met de hogere klassen tijdens de dienst te zingen in de kerk onder leiding van Leo Rijkaart.

Na de dienst zal Albert om 12.30 uur begraven worden in het bijzijn van zijn naasten en collega’s op de begraafplaats IJsselhof, Goujanverwelledijk 6 te Gouda. Het is de bedoeling dat we van de kerk in een stoet naar de begraafplaats lopen.

De leerlingen van zijn (voormalige) mentorklassen zullen meegaan naar de begraafplaats. De andere leerlingen mogen dan naar huis.

Van de leerlingen wordt verwacht dat ze op eigen gelegenheid of met hun ouders naar de Sint-Janskerk komen. Houd er rekening mee dat rond de kerk geen parkeerplaats is. Vanaf het centraal station Gouda is het ca 20 minuten lopen.

Het wordt op prijs gesteld als iedereen in kleurrijke kleding komt en één bloem naar eigen keuze meeneemt. Wij hopen op deze manier goed afscheid van Albert Heetebrij te kunnen nemen.’
In een oud nummer van ‘Bijblijven’, de schoolkrant van deze school, namelijk nummer 7 van 13 maart 2009, vond ik dit artikel van Albert Heetebrij en Roelof Jan Veltkamp, ‘Samenwerken met een Chinese school’:
‘In Centraal-China, tussen de lage heuvels en grote rivieren, ligt de onbekende miljoenenstad Changsha. “Chairman Mao” volgde er de lerarenopleiding en hij gaf er ook twee jaar les. Op drie kwartier rijden van deze stad ligt de GaoJiaFangSchool waarmee we sinds dit schooljaar zijn gaan samenwerken.

Hier wordt sinds twee jaar op proef een projectweek Kids and Science in de twee laagste klassen gedaan door Miranda Xu. Zij is enorm enthousiast en idealistisch en probeert Kids and Science te verbreiden in China. Dick Wife, ouder van drie kinderen bij ons op school en grondlegger van dit programma, bestendigt één dezer dagen de proef officieel. Hiermee hebben onze scholen een gemeenschappelijk onderdeel van het curriculum. Hij zal met het planten van een vriendschapsboom de wederzijdse banden van onze scholen een tastbare vorm geven. Het samenwerkingsverband is ontstaan op verzoek van de GaoJiaFangSchool. Zowel voor de leraren als voor de Chinese leerlingen is internationale communicatie zeer aantrekkelijk. Ze willen graag weten hoe we over ze denken en zijn nieuwsgierig naar ons en onze gewoontes.

Daarom is Albert Heetebrij met klas 8-1 een briefwisseling gestart, aanvankelijk in het kader van de periode aardrijkskunde, maar ook als concrete taalopgave vanuit de lessen Engels. Alle leerlingen uit Den Haag hebben een brief geschreven, waarin ze het Hollandse leven en zichzelf beschreven. Dit pakket heeft de weg naar China gevonden.

Na een lange Chinese vakantie (Nieuwjaar) kwamen de antwoordbrieven van “onze Chinese vrienden”. Het contact moet gaan groeien en hopelijk ontstaan er interessante en wellicht langdurige vriendschapsbanden tussen de leerlingen uit deze zo verschillende culturen. We zullen voor een volgende Bijblijven fragmenten kiezen om een idee te geven van de briefwisseling.

In september was Roelof Jan Veltkamp een dag op de GaoJiaFangSchool. Er werd bij de kennismaking lange tijd gesproken over het waarom en hoe van “morele opvoeding”, een thema dat voor beide scholen uiterst belangrijk is. Op onze aanpak werd heel welwillend en instemmend gereageerd. En dat terwijl bekend is dat vele Chinese scholen een soort militaire discipline proberen te handhaven en (mede door de grote klassen) strenge eenvormige eisen stellen aan leerlingen en leraren. Er zijn bijvoorbeeld elk trimester min of meer centrale voortgangstoetsen en dat legt natuurlijk een enorme druk op het onderwijsproces. Ook zijn veel Chinezen bijzonder ambitieus wat onderwijs en carrière betreft, en moeten ouders van kinderen die na de Kids Garden (4-6 jaar) en de Primary School (6-15 jaar, van 12-15 jaar ook wel Middle School genoemd) door willen gaan op de Secondary School (15-18 jaar) er veel geld voor over hebben, omdat het niet meer verplicht is. Ze moeten leermiddelen, uniform en meestal de kostschool zelf betalen.

Er zijn ca. 50 leerlingen per klas, met een mentor, die elk half jaar een oudergesprek heeft en elk jaar een huisbezoek aflegt. Het contact met thuis vraagt extra aandacht, omdat veel ouders voor werk elders in de provincie of in het land wonen en de leerlingen dan bijv. door hun grootouders worden opgevoed.

De collega die Kids and Science geeft, Miranda, heeft een broer van 2 jaar ouder. Haar ouders woonden op het platteland en daar mag je gewoon twee kinderen krijgen. In de stad soms ook, als je als stel allebei uit een één-kind-gezin komt, én soms tegen betaling als je als oudste een dochter krijgt. Maar velen in de stad zijn met een dochter als enig kind al tevreden, want het leven is duur en voor een zoon moet je een bruidschat bij elkaar sparen...

Het één-kind-beleid heeft tot gevolg dat veel kinderen verwend zijn en niet gewend zijn om met andere kinderen te delen en samen te werken. Daarom worden er extra cursussen gegeven op de GaoJiaFangSchool, zowel voor ouders als voor kinderen die enigst kind zijn om te leren hoe je hier toch zo goed mogelijk mee kan omgaan. Maar dat zou bij Miranda dus niet nodig zijn geweest.

Ze heet in het Chinees Xu Lan Fang. Haar familienaam is Xu, Lan betekent “mooiste purperen bloem” en Fang is de sterkste mythische drakenvoedende vogel. Ze herkent wel iets van deze eigenschappen in zichzelf.’
In ‘Bijblijven’ nummer 2 van 8 oktober 2010 stond dit korte berichtje, ‘FOREVER YOUNG speelt BOB DYLAN’:
‘Om 14.00 uur zal FOREVER YOUNG, bestaande uit leerkracht Albert Heetebrij en een aantal leerlingen van de bovenbouw, een spetterend optreden verzorgen! Komt allen luisteren!’
En in nummer 5 van 18 januari 2008 schreef Albert Heetebrij als leerkracht van klas 7-I ‘De vierde koning ben jij!’
‘Op 6 januari, Driekoningen, vond de tocht van de 4e koning opnieuw plaats. Ouders met hun kinderen verzamelden zich ’s avonds in hartje Den Haag. Ze maakten lampionnen en gingen op zoek naar het kind.

Een verademing, zo’n eenvoud en lange traditie tussen al die Hema’s, Bijenkorven en H&M’s door! De tocht eindigde in het Stadsklooster aan het Westeinde. Overigens, lang naar het kind hoef je in dit klooster niet te zoeken. Talloze kerststallen met herders en koningen zijn hier aanwezig. Een aanrader om eens te bezoeken wanneer je de 6e niet aanwezig was.

In het klooster werden we ontvangen door een prachtig koor van 7e- en 8e-klassers. Nog veel dank hiervoor. Na afloop was er warme chocolademelk en wat lekkers. Hoe eenvoudig en inspirerend kan het leven zijn?’

dinsdag 5 juni 2012

Notitieboek

Wat te melden als je ruim een week afwezig bent geweest? Het liefst zou ik beginnen met het opinieartikel gisteren in NRC Handelsblad, maar die krant laat weinig zomaar meer los. Zoals de meesten tegenwoordig trouwens. Dus kan ik het hier niet gewoon overnemen. Het was getiteld ‘Werk die staatsschulden weg met zon en wind’ en werd zo ingeleid:
‘De zwakkere eurolanden kunnen een flink deel van hun staatsschuld met groene stroom terugbetalen, zo stellen vijf financiële en energie-experts.’
Wie die vijf experts dan zijn? Er zitten een paar bekende bij:
‘Sylvester Eijffinger is hoogleraar financiële economie aan de universiteit Tilburg, Klaas van Egmond is hoogleraar geowetenschappen aan de universiteit Utrecht, Wim Sinke is hoogleraar duurzame energiesystemen aan de universiteit Utrecht, Herman Wijffels is hoogleraar duurzaamheid en maatschappelijke verandering aan de universiteit Utrecht, Marco Witschge is directeur Nederland Krijgt Nieuwe Energie.’
Het artikel begint als volgt (en dat kan ik hier wel laten zien, dan heeft u een idee waarover het gaat):
‘Griekenland, Italië, Portugal, Spanje en Ierland hebben bijzonder goede omstandigheden om energie op te wekken uit zon, wind en aardwarmte. Waarom krijgen deze landen niet de mogelijkheid om via deze weg een substantieel deel van hun schulden in te lossen? Hoe? Door schuldeisers concessies in deze landen te geven voor grootschalige investeringsprogramma’s in duurzame energie, die over een lange periode voldoende financieel rendement opleveren. Denk aan zonnepanelen, windparken, of geothermische centrales.’
Wilt u hun berekeningen nalezen, zult u NRC Handelsblad moeten raadplegen. Want op de website van Klaas van Egmond staat dit artikel (nog) niet. Na enig zoeken vind ik het echter vandaag toch door een enthousiasteling ergens elders op internet geplaatst. Dus dat valt weer mee. Wat is het volgende te melden? Misschien dit bericht van 24 mei op de website van het Louis Bolk Instituut, ‘Projecten Louis Bolk in Trouw’:
‘In dagblad Trouw van 24 mei 2012 is onderzoeker Nick van Eekeren geïnterviewd voor het paginagrote artikel “Wormen, sorghum en klaver tegen drogere grond”. Het project Bufferboeren, waarvan Van Eekeren projectuitvoerder is, staat vol in de belangstelling. Agrarische ondernemers en waterbedrijven hebben namelijk de handen ineengeslagen voor onderzoek naar klimaatbestendige grond.

Een week eerder is in dagblad Trouw het opiniestuk van onderzoeker Udo Prins geplaatst, getiteld “Nederlands landschap kan nog veel mooier”. Hierin pleit Prins voor een veel hechtere samenwerking tussen natuurbeheerders en agrarische ondernemers, zoals die in het project Natuurlijk Boeren tot stand is gekomen.’
Dan dit nieuws van donderdag 31 mei in het Fries Dagblad, ‘Grote instelling verslavingszorg bij Ravenswoud’:
‘De Arta Lievegoed Stichting uit Bilthoven heeft plannen om een historische boerderij buiten Ravenswoud te verbouwen tot instelling voor verslavingszorg. Het instituut zou 28 voltijdsbanen met zich mee brengen. Burgemeester en wethouders staan positief tegenover de plannen en zijn bereid de bestemming ervoor te wijzigen. De gemeenteraad en de provincie moeten nog wel akkoord gaan.

Kansen op lokale werkgelegenheid zijn een belangrijk argument voor B en W om aan de plannen mee te werken, blijkt uit een deze maand overgenomen ambtelijk advies. Bovendien biedt vestiging van personeel in de regio kansen voor de middenstand. Daarnaast wil bouwbedrijf Buiteveld uit Oosterwolde investeren in het vastgoed, wat ook weer goed zou zijn voor de lokale werkgelegenheid.

De boerderij aan de Lycklamavaart, gelegen in het Fochteloërveen, twee kilometer buiten de dorpskern van Ravenswoud, wordt als de plannen doorgaan met 342 vierkante meter uitgebreid. Arta Noord wil er een tuinderij beginnen voor de cliënten.

Plaatselijk Belang Ravenswoud is niet op de hoogte van de plannen. Voorzitter Hielke Merkus heeft daarom ook nog geen mening hierover. Wel geeft hij aan dat de nodige inwoners van Ravenswoud in de zorg en hulpverlening werken, waaronder ook in de gevangenissen van Veenhuizen. Ook in het nabijgelegen Appelscha bevinden zich veel zorginstellingen.

De Lievegoed Zorggroep is een antroposofisch geïnspireerde grote instelling voor hulpverlening aan verslaafden, verstandelijk beperkten en psychiatrische patiënten. De groep heeft een werkgelegenheid van 480 fte en is voornamelijk actief in het midden van het land.’
Ongeveer in dezelfde categorie is dit nieuws van maandag 28 mei uit Klik Nieuws uit de regio Veghel, ‘Open dag bij Bronlaak als vanouds’:
‘De open dag die op Pinkstermaandag bij woon-en werkgemeenschap Bronlaak werd gehouden, was als vanouds. Mede dankzij het prachtige weer wisten zeker 4.000 bezoekers de weg naar Oploo te vinden. Ze genoten met volle teugen, evenals de bewoners.’
Staan er vervolgens vele mooie foto’s bij, met deze onderschriften:
‘Mannen van de bosgroep lieten de spieren werken, op de achtergrond lopen bezoekers netjes volgens de route.

In tuinderij De Kiem gaven Erwin Jansen en zijn collega’s uitleg over de biologisch-dynamische land- en tuinbouw.

Het nieuwe woongebouw (links) trok ook veel belangstelling, net als het hoofdgebouw de monumentale villa (achtergrond).

Er was ook een minimarkt, waar produkten van Bronlaak werden aangeboden.

Wagenspeelgroep Karrespel uit Oploo bracht de klucht “Windbuil en Platzak”.

Het publiek in de schaduw keek geboeid naar de confrontatie van twee brutale zwervers en een Turks slagersechtpaar.

Het close harmonykoor Sezako uit Sevenum kreeg de handen veelvuldig op elkaar.

Paul Vens & Friends strooide vanuit de koeienstal zachte klanken over de bezoekers.’
Overigens kan ik melden dat er ook bij de Raphaëlstichting veel nieuws op de website is te vinden. Daar had ik totnogtoe geen aandacht aan besteed. Ik geef het in de volgorde zoals dat er daar onder ‘Actueel’ staat:
‘25 mei – “Premtime” op Dijkgatshoeve

Ter gelegenheid van de officiële opening van Dijkgatshoeve verzorgde Prem Shivram Shaw Radhakishun een radiouitzending vanuit de zorgboerderij. Het werd een feestelijke uitzending met interviews met o.a. initiatiefnemer Rob Hardewijn en tal van bewoners. >geluidsopname. >foto’s.

26 mei: 700 bezoekers op openingsfeest Dijkgatshoeve!

26 Mei Het openingsfeest van Dijkgatshoeve werd een daverend succes. Wel 700 mensen vierden het feest mee! Vrijdag 25 mei vond de officiële opening plaats door gedeputeerde Jaap Bond.

26 mei: feest Croon en Bergh

Zorgtuinderij Croon en Bergh vierde haar tweejarig bestaan met een feestelijke markt met eigen producten en streekproducten. Voor kinderen was er een draaimolen.

Midgard opent muziekkapel met zonnig Pinksterfeest

Midgard heeft de officiële ingebruikname van de muziekkapel op het centrale plein, gevierd met een uitbundig (en zonnig) Pinksterfeest. De instelling in Tuitjenhorn is een nieuw “hart” rijker. >fotoimpressie

april 2012 – Kinderen van De Appelboom in nieuw pand

Ruimte, licht, grote lokalen, een mooie zaal voor ochtendopeningen en prachtige wandschilderingen! Medewerkers en kinderen van De Appelboom zijn blij met het nieuwe gebouw aan de rand van het terrein van Midgard. Klik op de afbeelding voor foto’s.

27 maart – Sportochtend voor kinderen De Appelboom

Op 27 maart hebben 7 leerlingen van de examenklas Sport Dienstverlening Veiligheid v/d MEIJ College te Alkmaar een sportochtend voor alle kinderen van de Appelboom verzorgd. In de sporthal van Tuitjenhorn waren verschillende parcours uitgezet. Het was een groot succes.

Maart – 10 jaar Rozemarijn

Met een feest voor medewerkers (aangeboden door de ouders) vierde Rozemarijn haar 10-jarig bestaan. Ook werd er een circusvoorstelling voor de kinderen georganiseerd. Klik hier voor een artikel over de biografie van deze instelling.

maart 2012 – Groen Licht voor jongvolwassenenhuis Scorlewald

Het zorgkantoor heeft positief gereageerd op het verzoek van Scorlewald voor 14 extra plaatsen voor een nieuw te bouwen huis voor jongvolwassenen. Het is nu nog wachten op de bouwvergunning van de gemeente. Het ontwerp is van Yaike Dunselman.

27 januari – afscheid Marinus van der Meulen

Vrijdag 27 januari vond op Scorlewald de afscheidsreceptie plaats van Marinus van der Meulen. Er werden toespraken gehouden door Wouter van Ewijk (voorzitter Raad van Toezicht) en Pim Blomaard en er was een prachtig optreden van het Scorlewald orkest o.l.v. Willem Nijman. In zijn dankwoord benadrukte Marinus van der Meulen het “talent-gehalte” dat in de Raphaëlstichting zo rijk aanwezig is. De receptie markeerde het eind van een ware “afscheidstournee” langs de instellingen.

11 januari – Midgard “scoort” Veiligvoedsel-certificaat met stip op 10!

Op 11 januari ontving Otto Moison uit handen van de directeur Gert Jan Hemmers van de Stichting Veiligvoedsel het Veiligvoedsel-certificaat. Otto Moison benadrukte dat alle eer natuurlijk toekwam aan de keukenbrigade die het laatste half jaar alles op alles heeft gezet om aan de ruim 350 criteria te voldoen. Midgard behaalde een score van 9,3 en werd daarmee meteen 2e op de lijst van 100 zorginstellingen in Noord Holland! en 10e van Nederland > fotoimpressie’
Zo zijn we weer bij wat het afgelopen half jaar betreft. Als je ze zo onder elkaar ziet, valt op dat de kopjes boven de berichten qua vorm nogal inconsequent zijn. Maar een kniesoor die daar op let. Dan moet ik, na dit ‘institutionele rondje’, zeker melden dat John Wervenbos na bijna een jaar is teruggekeerd naar het land van de weblogs. Op zaterdag 2 juni kondigde hij namelijk in ‘Weer aan de bak’ zijn herstart aan:
‘Na een tamelijk lange time-out ga ik weer bloggen. Minder intensief dan voorheen, maar wel met een zekere regelmaat. Naar bezoekers, lezers en mensen die reageerden op mijn blogberichten: excuses voor het feit dat ik de time-out niet aankondigde of toelichtte en spoorloos van de virtuele snelweg verdwenen leek.’
Op zondag voegde hij er in ‘Dienstmededeling: internetadres Cahier gewijzigd’ aan toe:
‘Voorheen gaf ik dit blogspot.com blog het internetadres krabbelboek.blogspot.com mee, heb dit gisteren echter gewijzigd in voor- en achternaam: johnwervenbos.blogspot.nl. Dat lijkt me toch doelmatiger en duidelijker. Nadeel hierbij is wel dat in Google oude blogberichten/artikelen nog altijd geïndexeerd staan op het oude internetadres en mensen die tot dusver hun weg konden vinden tot dit digitale notitieboek voor een verrassing kunnen komen te staan, zouden kunnen denken dat Cahier opgeheven is.’
Dezelfde dag schreef hij over ‘De eigenlijke Europese munt: eureka’s’:
‘Hoe lang kan een Uur U duren? Dubbel en dwars meer dan een stief kwartiertje; x (aantal minuten) tot de macht n. Zeker als het gaat om de immer slepende EU en EMU perikelen, waarbij climaxen en anticlimaxen elkaar zo snel afwisselen dat ze onderling in conjunctie lijken te staan. Bovendien: wat de ene persoon als een regelrechte doorbraak en panacee ziet of lijkt te zien of graag wil zien, acht weer een ander een zekere weg, een enkele reis, richting gapende afgrond. Europa, oh Europa..., zo sterk in stellige en gefingeerde eureka’s.

Morgenavond, 4-6-2012, wordt in een kring van leden en belangstellenden van AViN Rotterdam de wereldwijde economische crisis besproken. Zulks belicht en bekeken vanuit diverse kanten en dimensies. Natuurlijk komen daarbij de Europese Economische en Monetaire Unie en de Europese Unie met haar lidstaten niet in de laatste plaats aan bod: Programma ledengroep afdeling AViN Rotterdam – januari tot en met juni 2012.

Een prominent en invloedrijk econoom uit Amerika, oud Nobelprijswinnaar (2008) Paul Krugman, een neo-keynesiaan, ook wel aangeduid als een apostel van de befaamde John Maynard Keynes (1883-1946), volgt dit jaar de euro en EU crisis met zowel argus- als haviksogen. Ja vooral haviken (mensen zoals hij met doortastend gewaarzijn en snedige pen of vlotte en scherpe tong) ligt (gepaste) argwaan en oplettendheid (Argus) wel.

Krugman is op dit moment bezig met een Europese tour en menig persbureau, bijkans de gehele nieuwsmedia, zit achter hem aan voor een interview. Die geeft hij dan ook veelvuldig. Een prima kort interview hem zeer recent afgenomen staat in de huidige weekend-editie van NRC Handelsblad afgedrukt (2-6-2012) getiteld: “De euro was een vergissing”. Ja een uitspraak en stelling van Krugman, maar hij zegt er wel bij dat de Europeanen er in zijn ogen nu in ieders belang beter maar mee door kunnen gaan.

Veelzeggend is ook het TV interview dat hem enige dagen geleden door de Channel 4 News (Verenigd Koninkrijk, Londen) afgenomen werd. Krugman trekt in dat interview een rechtstreekse parallel met de onrealistische eisen tot herstelbetalingen welke over Duitsland werd uitgevaardigd na de Eerste Wereldoorlog met de bekende gevolgen van dien. Juist Duitsland zou daardoor beter moeten weten bij het opleggen van wurgende bezuinigingsoperaties die per saldo geen perspectief bieden aan mediterrane landen in EU/EMU verband, aldus de econoom: TV Interview econoom Paul Krugman afgenomen door Channel 4 News (eind mei 2012). Bekijken en beluisteren van dit korte interview is een zeker een aanrader.

Juist ook de Amerikaanse economische en politieke belangen zijn groot, zeker ook voor de gevestigde macht aldaar; zie wat dat aangaat met name een signaal dat president Barack Obama gisteren afgaf bij een persconferentie: Obama geeft Europa de schuld voor problemen.’
Wordt vervolgd, schrijft John erbij. Fijn dat hij weer van de partij is. Anders is het vrij eenzaam in het antroposofische weblog-landschap. Nederlandstalige landschap, moet ik erbij zetten, want in het buitenland is dit wel anders. Er zijn hier niet zo veel relevante stemmen meer, Hugo Verbrugh laat nauwelijks van zich horen; Ridzerd van Dijk gelukkig des te meer, met elke keer heel mooie Steiner-citaten. Maar dan heb je het over antroposofie in het algemeen wel ongeveer gehad. Wel heb je nog website-initiatieven van nieuwe collectieven, zoals de Aardespiegel. Op de website van de Antroposofische Vereniging verscheen vandaag het bericht ‘Ontmoetingsdag De Aardespiegel’:
‘De Aardespiegel, podium voor geesteswetenschappelijke onderzoeksjournalistiek, bestaat een jaar. Om dit te vieren en de impuls te vernieuwen, is op 23 juni een ontmoetingsdag met symposiumkarakter voor alle betrokkenen en geïnteresseerden. De Aardespiegel biedt ruimte aan mensen, die geloven in de kracht en de realiteit van ideeën. Vernieuwing vanuit de antroposofie is de gemeenschappelijke basis. Tegelijkertijd schept De Aardespiegel een kader waarin iedereen de gelegenheid krijgt om met eigen onderzoek te beginnen, of ermee voor het voetlicht te treden. Er wordt ruimte geboden om vragen en antwoorden uit te wisselen ten behoeve van alle mensen die vanuit de antroposofie inzichten willen verwerven. Het streven is om de chemie tussen schrijvers en lezers in een proces van co-creatie te brengen en te houden en zo een kennisgemeenschap te vormen. De nieuwsbrief van De Aardespiegel verschijnt tweewekelijks. Zie: www.aardespiegel.nl’
Op 21 april in ‘Feedback’ gaf ik de zorgen van initiatiefnemer Jac Hielema weer over de financiën en het voortbestaan van dit online tijdschrift. Op 31 mei verscheen nummer 26, waarbij de redactie schreef:
‘Inmiddels is het Pinksteren geweest. En weer valt er een nieuw nummer van De Aardespiegel in uw mailbox. Na dit nummer volgen er nog vier voor de zomervakantie. En na de zomer? We werken eraan om van 20 september 2012 t/m 25 juli 2013 elke vier weken een gedrukte versie bij u op de deurmat te laten vallen. Of ons dat gaat lukken, hangt ook van u af. Als u wilt dat De Aardespiegel zich verder ontwikkelt, kunt u zich aanmelden voor de ontmoetingsdag van zaterdag 23 juni en/of geld schenken aan de Stichting ter Bevordering van Geesteswetenschappelijke Onderzoeksjournalistiek.
Jac Hielema gaf in dit nummer actuele informatie over ‘De Aardespiegel in cijfers’:
‘Inmiddels hebben zich 350 mensen aangemeld voor De Aardespiegel. Slechts een tiental mensen daarvan schonk tot nu toe in totaal € 1782,50 aan de Stichting ter Bevordering van Geesteswetenschappelijke Onderzoeksjournalistiek voor jaargang 2012/2013. Dat is nog veel te weinig. Inmiddels schrijft de kernredactie ook fondsen aan. Niet alleen om een gezonde financiële basis te creëren voor de verdere ontwikkeling van De Aardespiegel, maar ook om de samenwerking aan te gaan met andere mensen met hart voor antroposofie. Want ons inziens vraagt de tijdgeest om zoiets als De Aardespiegel, een podium waarop antroposofen het algemeen maatschappelijke gesprek over actuele vraagstukken kunnen bevruchten vanuit de geesteswetenschap. Aan ons dus om zoveel mogelijk mensen te interesseren om dit mogelijk te maken. Onze vraag aan iedereen is dan ook: willen jullie dat het algemeen maatschappelijk gesprek over onderwijs, kunst, landbouw, gezondheidszorg, economie, financiën, recht, de vrije wil, religie, geschiedenis, wetenschap enzovoorts bevrucht wordt vanuit de geesteswetenschap? Zo ja, lever dan een bijdrage in welke vorm dan ook. Door vragen te stellen, door initiatieven te nemen, door geld te schenken, door aanwezig te zijn, door lief te hebben, door teksten te schrijven, door eenvoudigweg een besluit te nemen. Mochten we in juli om wat voor redenen dan ook besluiten om de stekker er uit te trekken, dan krijgen alle mensen die na 1 maart 2012 wel geld geschonken hebben hun geld terug.’
Het nieuwste bericht op de website is van eergisteren, door Evelien Nijeboer, getiteld ‘Intussen in onderwijsland’:
‘Met de Vrije Scholen gaat het ogenschijnlijk goed: in een razend tempo zijn alle “zwakke” Vrije Scholen omgetoverd tot scholen die goede resultaten halen in de ogen van de inspectie. Er hangt wel een prijskaartje aan. De verbeteringen bestaan er voornamelijk uit dat de kinderen cito-getoetst worden, soms zelfs al in de kleuterklassen. Een groot deel van het lesprogramma wordt zodoende direct voorgeschreven door de overheid, die bepaalt immers op welke lesstof er cito-getoetst zal worden. Voor echt vrije-school onderwijs (waarin rekening wordt gehouden met leerrijpheid, waar geleerd wordt door kunstzinnige aktiviteiten en spel, waarin een ander tempo wordt voorgestaan in het omgaan met abstracties) is alleen in de marges nog wat ruimte. Veel leraren haken hierdoor af. Helaas zijn dat vaak juist díe leraren die graag zouden lesgeven vanuit hun idealen en enthousiasme voor het echte Vrije School onderwijs.

Leraren met lef

Niet alleen Vrije-school-leraren hebben er moeite mee dat hun de lesstof wordt voorgekauwd: inmiddels zijn er van alle gezindten “leraren met lef” (een groep van ruim 800 leraren), die het initiatief terug willen in hun onderwijs. Ook in het reguliere sijpelt langzaam door dat creativiteit in het onderwijs, en leren door te doen essentieel is voor kinderen. Voor geïnteresseerden: hier is nog een site voor leraren en opvoeders (www.hetkind.org), die de ontwikkeling van het kind als uitgangspunt willen nemen.

Hieronder een lezing van Roxanne McCarthy, vrije school-lerares in Amsterdam (Geert Groote School, Hygiëaplein). Ze gaat regelmatig de boer op om bewustzijn te wekken voor de noodzaak tot veranderingen in het onderwijs. In haar lezing vermeldt ze onder andere, dat zes van de acht vriendinnen waarmee ze afstudeerde aan Helicon inmiddels niet meer werkzaam zijn in het onderwijs, omdat ze de spagaat tussen hun idealen en de overheidsvoorschriften niet konden en wilden volhouden. Hier een interview met haar, over dyslexie.’
Nu zie ik op de website van de Vereniging van vrijescholen dat juist voor morgen een Algemene Ledenvergadering is gepland:
‘Locatie: Grote Tuinzaal, Landgoed De Reehorst, Driebergen Begintijd: 15.30 Eindtijd: +/ 19.00
Vergadering bestemd voor de leden van de Vereniging van vrijescholen.’
Op de homepage wordt gewezen op het ‘Jaarbericht’:
‘Het jaarbericht van 2011 staat nu online.’
De link leidt naar ‘Download hier de PDF versie van het Jaarbericht 2011’. Dat is een erg onhandig pdf-document om op de computer te lezen. Dat was de vorige keer ook al zo, en men is blijkbaar niet tot het inzicht gekomen dat je zo’n document veel beter per pagina kunt aanbieden. Ik heb er paar relevante dingen voor u uitgehaald. Als titel van dit jaarbericht geldt blijkbaar (alleen verticaal te lezen): ‘Het is tijd voor onderwijs waar IQ en EQ belangrijk zijn’. Het bestuur, bestaande uit Francien Kleemans, Els Blacquière, Frans Ebskamp en Leo Stronks, schrijft inleidend onder de kop ‘Ingesleten’:
‘De kracht van gletsjers schiep de Fjorden. Ingesleten in het landschap zijn ze een fenomenaal natuurverschijnsel, gladde wateren, ruige rotsen. Hoog, diep, steil. De dynamiek is oneindig. De kracht van de vrijeschool werkt al bijna 100 jaar in het onderwijsbestel, zoals dat ongeveer 200 jaar geleden ontstond. We horen dus in het onderwijslandschap, we werken op haar in, groeien met haar mee.

De afgelopen jaren hebben scholen in Nederland gewerkt aan transparantie en leiderschap. Aanbevelingen van ouders en overheid hebben een plaats gekregen in de schoolorganisatie, ook bij de vrijescholen. Dat is belangrijk omdat we afgerekend willen worden op de normen die gesteld worden. Maar niet tegen elke prijs. Het is de menselijke maat die de kwaliteit van het onderwijs bepaalt. De relatie tussen beroepskrachten, (jonge)kinderen en adolescenten. Bij die kwaliteit ligt de norm én onze waarde.

Het werk in 2011 heeft opnieuw tot betere afstemming geleid. Betere afstemming in en tussen de organisaties. Afstemming op regionaal niveau. Bewustzijn houden op de impuls van het vrijeschoolonderwijs. Soms het trotseren van de woelige wateren. Koers houden. Met regionalisatie en het verleggen van projecten, staan we aan de vooravond van grote veranderingen: het veranderen van het Verenigingsprofiel.

Doel is naast meer duidelijkheid en transparantie en het verbeteren van het imago, onze lobby en aanwezigheid te versterken in het maatschappelijke debat, zeker ook met gebruik van sociale media. De Vereniging slankt tegelijkertijd verder af, omdat veel van de huidige taken naar de regionale besturen gaan en omdat de organisatie flexibeler moet kunnen inspelen op vragen die ontstaan vanuit de maatschappelijke discussie.

In 2011 zijn de eerste verkenningen geweest om Hogeschool Helicon, bij de Hogeschool Leiden onder te brengen. Een kansrijke ontwikkeling. De wens is uitgesproken om een leerstoel in te richten. Een leerstoel ten dienste aan het vrijeschoolonderwijs. Dit moet de kwaliteit van onze visie op opvoeden en onderwijs ook wetenschappelijk ankeren. In die zin moeten we onderwijs koesteren, zoals de Vikingen hun fjorden. Zij zagen niet alleen een spectaculair landschap, maar ook veilige havens tegen ruwe zeeën. De kunst is de interne cultuur, onze kwaliteitsstandaard zo te laten resoneren, dat ze de wanden van de fjord ontstijgt en zichtbaar en bruikbaar wordt voor iedereen.’
In het jaarbericht worden de verschillende vrijeschoolonderdelen apart nader uitgelicht. Eerst het jonge kind:
‘Het belang

De Vereniging erkent het belang van het werkveld van het jonge kind. Het bestuur van de Vereniging is daarom per 29 september 2010 uitgebreid met Els Blacquière. Zij heeft ruime ervaring in het werkveld van het jonge kind. Zij vertegenwoordigt de Vereniging in de International Association for Steiner Waldorf Early Childhood Education (IASWECE). Ten behoeve van het jonge kind organiseert de Vereniging een jaarlijkse conferentie. Het thema lopen, spreken en denken komt achtereenvolgens in de jaren 2010, 2011 en 2012 aan de orde.

Het platform Kinderopvang houdt zich drie keer per jaar bezig met het vormgeven van kinderopvang van uit de inspiratie van de antroposofie. In het platform hebben de deelnemende instellingen speciale werkgroepen ingericht. Op deze wijze heeft de Vereniging de werkzaamheden ten behoeve van het jonge kind geïntensiveerd.

Zoeken naar een plaats

De Vereniging van vrijescholen is de enige sectororganisatie in het onderwijs die zich ook richt op het kind in de leeftijd van 0 tot 4 jaar. Het platform Kinderopvang functioneert nu een jaar en richt zich actief op het vormgeven van het werkgebied. Aan het platform nemen 32 instellingen voor kinderopvang deel. Ontwikkelingsvragen worden gerelateerd aan de inspiratie die de antroposofie kan bieden. De aanpak is deels heel praktijkgericht, maar ook de lange termijnonderwerpen komen aan de orde.

Betekenis geven

Een leven lang leren is als het gaat om vrijeschoolonderwijs van wezenlijk belang. Onderdelen daarvan zijn het ontwikkelingsgerichte leerplan van klas 1 tot en met 12, de kleuterschool, de peuterspeelzaal, de kinderopvang voor kinderen in de leeftijd van 0 tot 4 jaar en de buitenschoolse opvang voor kinderen van 4 tot 13 jaar. De diverse werkgebieden hebben als uitgangspunt een integrale menskundige benadering die zijn inspiratie vindt in de antroposofie. Het menskundige uitgangspunt geplaatst in de context van een leven lang leren is een maatschappelijk statement dat waard is om verder uitgedragen te worden.

Input output

Kinderopvang en kleuteronderwijs vormgegeven vanuit de antroposofie wordt in zijn eigen kwaliteit door ouders onmiddellijk herkend en geeft antwoord op de vraag van ouders. Ouders zoeken naar kwaliteit in de omgang met het kind. Een zorgvuldig vormgegeven omgeving. Een plaats waar het kind echt centraal staat. Hoewel de politieke trend sterk gericht is op economische motieven is de maatschappelijke vraag als het gaat om het jonge kind sterker. Het werkveld van het jonge kind heeft of kan zich een sterke positie verwerven.’
Dan gaat het over de basisschool, het primair onderwijs:
‘Naar een termijnvisie. Voorbij de waan van de dag

Scholen voor primair onderwijs staan onder druk. Het onderwijs ziet zich geplaatst voor belangrijke opvoedkundige vragen. Tegelijkertijd stijgen de eisen die aan het niveau van schoolse vaardigheden gesteld worden. Het spanningsveld tussen sociale en deze vaardigheden wordt groter, terwijl er aan alle kanten bezuinigd wordt op het onderwijs. De belangen zijn groot en de belanghebbenden dichtbij. De blik raakt vernauwd door de dagelijkse gang van zaken. Om de grote lijn te zien is afstand nodig. Het team en de schoolleiding zijn door de druk vaak nauwelijks in staat om voldoende waarnemingsruimte te creëren. Het lijkt een vicieuze cirkel.

Organiseer het veld

Zonder samenwerking is ontwikkeling van vrijeschoolonderwijs in Nederland niet mogelijk. Daarom is als speerpunt de regionalisering geformuleerd. Organiseer in vijf regio’s een breed gedragen regionaal schoolleidersoverleg. Door het op deze wijze inrichten van de processen in en tussen de scholen wordt ondersteuning geboden aan het perspectief op ontwikkeling van het kind in de klas. Daarmee wordt kwaliteit van het vrijeschoolonderwijs in Nederland zichtbaar.

Weer in gesprek

Als vrijescholen de afgelopen jaren de landelijke pers haalden was het meestal in negatieve zin. Dat beeld is langzaamaan gekanteld. Vrijescholen worden niet meer in negatieve zin aangehaald. Dat is in belangrijke mate te danken aan de kwaliteitsontwikkeling van vrijescholen, die ook beter verantwoord wordt. Ook in de verschillende gesprekken met het Ministerie van Onderwijs die vooral gericht waren op de ontwikkeling van de kwaliteit, het analysemodel, de gekozen aanpak en de methode om de kwaliteitsverbeteringen te borgen, is duidelijk geworden dat vrijescholen een toegevoegde waarde hebben.’
En hoe is de aansluiting bij het middelbaar onderwijs? Voor vrijescholen geen gemakkelijke zaak. Daarover het volgende:
‘Het systeem

In Nederland kennen we een vmbo-t leerroute die 4 jaar, een havo route die 5 jaar en een vwo route die 6 jaar duurt. Het oorspronkelijke vrijeschoolleerplan ging uit van een leerroute van klas 1 t/m klas 12, van 6 tot 18 jaar. In 2000 voegen de vrijescholen VO zich in het reguliere bestel en krijgen als besturenclusters een vmbo-t, havo en vwo licentie. Het is nu zo dat de leerlingen eind 10e klas vmbo-t, eind 11e of 12e klas havo examen en eind 12e klas vwo doen. Door deze invoeging kwam er druk te staan op de eigen pedagogische leerlijn. Vaak doen de havo leerlingen pas in klas 12 examen nadat ze eerst vmbo examen hebben gedaan.

Dat is voor de inspectie een legale weg. Voor de praktische stromen geldt dat de inspectie ziet dat er heel goed werk geleverd wordt op pedagogisch-didactisch gebied. Het voldoet ook aan een vraag van leerlingen en ouders. De vraag ligt nu voor of de 6 jarige havo route in stand gehouden kan worden zonder vmbo route vooraf. Wat is het vraagstuk hierin vanuit onze pedagogische uitgangspunten. Het vrijeschoolleerplan omvat niet voor niets 12 jaar. Dit komt op een bijzondere manier tot uitdrukking in klas 11 en 12. In deze schooljaren heeft de ontwikkeling van het zelfstandig oordeelsvermogen een centrale plaats. Dat wat in de jaren daarvoor is aangelegd komt nu tot uitwerking.

Maar hoe zit het dan met een leerling die een vmbo-t route volgt en na de 10e klas de school verlaat? Hoe geef je een antwoord op deze vraag bij leerlingen die meer baat hebben bij een praktische stroom? Interessante vragen waarbij we vanuit de aanpak onderscheidend kunnen zijn in onze menskundige visie.

Kwaliteit laten gelden

Hoewel vrijescholen voor voortgezet onderwijs een licentie hebben voor vmbo-t, havo en vwo zoeken vrijwel alle scholen oplossingen voor leerlingen die meer praktisch gericht zijn of leren via het doen. Dat is niet eenvoudig en levert weerstand op, omdat het niet is toegestaan leerlingen aan te nemen die geen vmbo-t curriculum volgen en hierin examen doen. Er loopt een project dat in kaart brengt hoe het ervoor staat in de praktische stromen. Met welke adviezen van het primair onderwijs komen de leerlingen binnen, hoe ontwikkelen ze zich in de vier leerjaren en waar gaan ze daarna naar toe? Hoe ziet het leerplan en de lessen tabel van de praktische stromen eruit? Kortom, er wordt in kaart gebracht hoe het praktische stroom onderwijs eruit ziet, hoe er gewerkt wordt en wat de resultaten zijn.

In de zorg voor deze groep kan een belangrijke kwaliteit van het vrijeschoolonderwijs zichtbaar worden. Ruimte scheppen voor de ontwikkeling van elk kind. De uitkomsten van dit onderzoek zullen worden besproken met de Inspectie van het Onderwijs. Gekeken wordt naar de juridische component en de (on)mogelijkheden van het voortbestaan van de praktische stromen.

Identiteit in samenhang met lifelong learning

Een vanzelfsprekende nieuwsgierigheid en belangstelling voor de omgeving is de mens eigen. In algemene zin moeten we oppassen dat deze kwaliteiten in het onderwijs afstomen [dat woord hier begrijp ik niet, MG] of worden beperkt. Vrijeschoolonderwijs richt zich op het maximaal ontwikkelen van nieuwsgierigheid en belangstelling. Leraren in vrijescholen stellen zich voortdurend de vraag hoe ze de nieuwsgierigheid kunnen oproepen. Dan wordt leren een proces dat nooit stopt, maar hoort tot de kern van het mens zijn en in belangrijke mate bijdraagt tot een proces waarin er sprake is van lifelong learning.

Maar één kans

Het onderwijs is in guur weer terechtgekomen. Dat de bezuinigingen ook voor een deel bij de onderwijsinstellingen terechtkomen is niet onredelijk. Zorgelijker is het politieke klimaat. Steeds sterker worden de scholen afgerekend op harde resultaten. De onderwijsinspectie, publicaties in Trouw en Elsevier dragen daar aan bij. De ontwikkeling van het kind wordt gemeten in cijfers met de nadruk op een beperkt aantal (taal- en reken) vaardigheden. Het kind wordt een economisch goed. Vrijescholen proberen de jonge mens te ondersteunen in een brede, evenwichtige ontwikkeling. Ze doen dat door in de stroom een eigen koers te kiezen.’
Moeilijke vraagstukken zat voor deze vereniging, die niet zo makkelijk te tackelen zijn. Veel wijsheid gewenst morgen op de Algemene Ledenvergadering! Tot slot nog twee korte vrijeschoolberichtjes. Eerst dit van 23 mei van ‘Purmerend op zondag’, getiteld ‘Subsidie voor Vrijeschool’:
‘Het college kent een ISV-subsidie van maximaal 25.000 euro toe aan de Vrijeschool Waterland voor bredeschoolontwikkeling. Het Investeringsbudget Stedelijke Vernieuwing (ISV) is een rijksbijdrage gericht op stedelijke vernieuwing en geldt voor een periode van vijf jaar. Stedelijke vernieuwing is verankerd in de wet stedelijke vernieuwing.

De aanvraag richt zich op de onderdelen bredeschoolontwikkeling en het verbeteren van de leefbaarheid in de buurt. Dat past binnen de doelstellingen van het ISV-programma dat in maart 2010 is vastgesteld door de gemeenteraad. Ook de provincie Noord-Holland, die toeziet op de juiste aanwending van ISV-gelden door gemeenten, is akkoord.’
Het tweede gaat over het ‘Steinercollege in oprichting’:
‘Deze website is nog in ontwikkeling en zal telkens worden aangevuld met nieuwe informatie.

Op 14 juni is er een informatieavond over de start van de Vrije School voor voortgezet onderwijs in Roermond. Onder het kopje “informatieavond” links onderaan in de kantlijn kunt u hierover meer vinden.

Het Steinercollege in oprichting is een Vrije School voor voortgezet onderwijs in de regio midden limburg en omstreken. De school is gebaseerd op de antroposofische pedagogiek van Rudolf Steiner.

Vanuit de Vrije School Christophorus (basisonderwijs) is een initiatiefgroep opgericht die zichzelf als doel heeft gesteld om kinderen in de regio midden limburg ook in de gelegenheid te stellen het voortgezet onderwijs van de Vrije School te kunnen volgen. Onder het kopje “Initiatiefgroep” is meer informatie te vinden over deze groep.

Voor het oprichten van het Steinercollege zijn wij in gesprek met het Mundium College in Roermond en de Bernard Lievegoed school in Maastricht.

Op deze site zullen we regelmatig over de voortgang rapporteren. Ons streven is om in het schooljaar 2013-2014 te kunnen starten met de eerste klas van het Steinercollege.’

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(Hilversum, 1960) – – Vanaf 2016 hoofdredacteur van ‘Motief, antroposofie in Nederland’, uitgave van de Antroposofische Vereniging in Nederland (redacteur 1999-2005 en 2014-2015) – – Vanaf 2016 redacteur van Antroposofie Magazine – – Vanaf 2007 redacteur van de Stichting Rudolf Steiner Vertalingen, die de Werken en voordrachten van Rudolf Steiner in het Nederlands uitgeeft – – 2012-2014 bestuurslid van de Antroposofische Vereniging in Nederland – – 2009-2013 redacteur van ‘De Digitale Verbreding’, het door de Nederlandse Vereniging van Antroposofische Zorgaanbieders (NVAZ) uitgegeven online tijdschrift – – 2010-2012 lid hoofdredactie van ‘Stroom’, het kwartaaltijdschrift van Antroposana, de landelijke patiëntenvereniging voor antroposofische gezondheidszorg – – 1995-2006 redacteur van het ‘Tijdschrift voor Antroposofische Geneeskunst’ – – 1989-2001 redacteur van ‘de Sampo’, het tijdschrift voor heilpedagogie en sociaaltherapie, uitgegeven door het Heilpedagogisch Verbond

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