Bedoeld is: antroposofie in de media. Maar ook: in de persbak van de wijngaard, met voeten getreden. Want antroposofie verwacht uitgewrongen te worden om tot haar werkelijke vrucht door te dringen. Deze weblog proeft de in de media verschijnende antroposofie op haar, veelal heerlijke, smaak, maar laat problemen en controverses niet onbesproken.

zondag 17 augustus 2008

Onder vuur

Drie weken terug heb ik het ook al eens gedaan (in ‘De eerste newe age-beweging’), en nu weer. Ik bedoel een oud stuk erbij pakken, uit de AntroBoulevard-tijd (begrijp me goed, van mezelf). Deze is van 11 december 2006 en spreekt voor zich (de aanleiding om het opnieuw te publiceren vormt mijn bijdrage van gisteren; dan ziet u de samenhang). Het nieuwsbericht uit 2006 droeg de titel: ‘Professor Baars onder vuur’.

Een bekend probleem: het oude valt het nieuwe aan, bang dat het zijn positie kwijtraakt. Het oude is in dit geval de traditionele landbouwmethode, het nieuwe de biologisch-dynamische benadering van het boerenbedrijf. Concreet gaat het om de positie van de eerste Europese bijzondere leerstoel voor biologisch-dynamische landbouw, die juni 2005 is ingesteld aan de universiteit van Kassel. Deze wordt de eerste zes jaar bezet door de Nederlander prof. Ton Baars.

Het bekende Duitse tijdschrift Der Spiegel bracht op 20 november een artikel in de rubriek ‘wetenschap’ met de fraaie titel ‘verlichting dankzij augurk’. Op de website van dit blad is er de nog mooiere aanduiding ‘brave keuterboeren op astrale weide’ boven geplaatst.
www.spiegel.de/dertag/pda/avantgo/artikel/0,1958,450235,00.html
De bedoeling is duidelijk: maak belachelijk wat je niet zint en ook niet wilt leren kennen. Hierin figureert de leerstoel van prof. Baars als mikpunt.

Inmiddels zijn commentaren vanuit antroposofische hoek verschenen in het Duitse maandblad Info3: [omdat de nieuwe website van Info3 nog steeds niet klaar is, maar veel oude stukken er wel afgehaald zijn, waaronder ook deze, laat ik dit in zijn geheel straks hieronder volgen, MG] en het Zwitserse weekblad Das Goetheanum: www.dasgoetheanum.ch/892.html?Hash=631afb0a27

Als oorzaak van het Spiegel-artikel wordt het machts- en krachtenspel beschouwd dat in Duitsland woedt in de de universitaire en wetenschappelijke wereld. Voorlopig is het gevaar geweken, want de soep blijkt niet zo heet gegeten te hoeven worden als die wordt opgediend. Het positieve oordeel van de wetenschapsraad over de leerstoel was namelijk net een week voor publicatie geveld. Bovendien heeft de universiteit van Kassel zich op 4 december in een officiële verklaring achter zijn bijzondere hoogleraar geschaard. Maar een investering door externe fondsen van een totaalbedrag van 1,1 miljoen euro voor deze leerstoel is dan ook niet te versmaden.

En hier is dan het opinieartikel van Jens Heisterkamp, hoofdredacteur van Info3, met als titel ‘“Spiegel” attackiert Lehrstuhl für bio-dynamische Landwirtschaft’ (in de rubriek Info3 News). Helemaal in het Duits, dat wel. U kunt het eventueel overslaan. Maar het is interessant genoeg (en zoals ik hierboven schreef, momenteel niet oproepbaar):

‘Mit einem Rundumschlag gegen die biologisch-dynamische Landwirtschaft im Allgemeinen und gegen den einzigen Lehrstuhl für biologisch-dynamische Landwirtschaft im Besonderen wartete der Spiegel in seiner Ausgabe vom 20. November auf. Auch in seiner online-Ausgabe präsentiert das Magazin den Beitrag und hat ihn kurzzeitig sogar um ein eigenes Diskussionsforum ergänzt. Der Artikel als solcher mit dem Titel „Erleuchtung durch die Gurke“ wäre kaum der Rede wert, zumal das in ihm verfolgte Prinzip, Menschen wegen ihrer spirituellen Orientierung zu beschimpfen, sich auch unter den Lesern des Spiegels immer mehr als ungeeignet erweisen dürfte. Vermutlich erregt ein Beitrag, bei dem als Argument gegen die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise hauptsächlich angeführt wird, es handle sich dabei um „Ausgeburten anthroposophischer Spinnerei“, mittlerweile mehr Interesse als Beifall. Publizistisch gesehen könnte man die Angelegenheit deshalb gelassen auf sich beruhen lassen, wäre da nicht noch die wissenschaftspolitische Dimension des Vorfalls: denn den hinter diesem Artikel stehenden Kritikern geht es ganz offensichtlich darum, das in Europa bisher einmalige Projekt eines Lehrstuhls für die von Rudolf Steiner begründete biologisch-dynamische Wirtschaftsweise an der renommierten landwirtschaftlichen Universität Kassel-Witzenhausen zu Fall zu bringen.

Im März 2005 erst war an dieser führenden Forschungs- und Lehranstalt für ökologischen Landbau in Deutschland eine Stiftungsprofessur für biologisch-dynamische Landwirtschaft eingerichtet worden. Wie bei Stiftungsprofessuren üblich, wird das Projekt zunächst weitgehend von privater Seite, in diesem Fall von mehreren Stiftungen sowie der Biosupermarktkette Alnatura, finanziert. Als erster Professor wurde der ausgewiesene niederländische Agrarexperte Ton Baars auf den neu geschaffenen Lehrstuhl berufen, dem selbst der Spiegel attestiert, „die harte Prüfung der Berufungskommission bestanden“ zu haben. „Die Integration der biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise in Forschung und Lehre ist ein wichtiger Baustein zur Stärkung des Universitätsstandortes Witzenhausen“, hatte der Präsident der Universität Kassel, Prof. Dr. Rolf-Dieter Postlep, zur Eröffnung des neuen Fachbereichs erklärt. In fünf Jahren jedoch steht eine Übernahme des Lehrstuhls durch das Land Hessen in Aussicht – dann wäre die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise dauerhaft auf einem von insgesamt 19 Lehrstühlen in Witzenhausen präsent.

Dagegen laufen nun offenbar bestimmte Kräfte innerhalb und außerhalb der Hochschule Witzenhausen Sturm. Einer der externen Kritiker, auf den sich der Spiegel-Bericht als Gewährsmann beruft, ist dabei der Molekulargenetiker Professor Hans Jörg Jacobsen, der Steiner als einen „durchgedrehten Säulenheiligen“ diffamiert. Jacobsen ist vormaliger Präsident des Verbands Deutscher Biologen, eines Lobbyverbandes, der sich unter anderem für die Freigabe gentechnischer Landwirtschaft in Deutschland stark macht und auf seiner Website mit exzellenten Kontakten zu Pharma- und Chemiekonzernen wirbt. Eine besondere Spezialität des Verbandes Deutscher Biologen ist außerdem die ideologische Absicherung darwinistischen Gedankengutes, das in jüngster Zeit verschiedentlich auch von Fachwissenschaftlern kritisch hinterfragt wurde. Jacobsen und insbesondere sein Kasseler Biologie-Kollege Professor Ulrich Kutschera führen beispielsweise seit Monaten im Namen ihres Verbandes eine offenbar auf Entlassung abzielende Kampagne gegen einen Angehörigen des Kölner Max-Planck-Instituts, der als Genetiker die Zufalls-Theorie Darwins in Zweifel gezogen hatte. Kutschera hatte hier u.a. mit tendenziösen Veröffentlichungen in Fachzeitschriften gedroht, um das Institut in Verruf zu bringen (info3 berichtete in Ausgabe 3/2006). Da es sich im Falle Witzenhausen nicht um einen einzelnen Mitarbeiter, sondern um einen ganzen Lehrstuhl handelt, ist zu erwarten, dass auch hier der Spiegel-Artikel nur das Fanal einer langfristigen Kampagne darstellt. Jacobsen und Kutschera geben sich dabei als fanatische Materialisten zu erkennen, denen es nicht um eine kritische wissenschaftliche Auseinandersetzung, sondern um die radikale Ausmerzung unliebsamer Alternativen geht. Im Vorfeld des Artikels soll laut Spiegel die Website des Instituts von Professor Baars bereits vorauseilend z.B. um Inhalte wie Lebenskräfte oder Darwinismus-Kritik „bereinigt worden sein. Damit dürften sich die Hardliner der „Deutschen Biologen“ allerdings kaum zufrieden geben.
Jens Heisterkamp
Dieser Eintrag wurde am Freitag, 24. November 2006 um 13:37 Uhr geschrieben.’

3 opmerkingen:

barbara zei

nanu, warum bringst du hier den kalten kaffee? von der sorte des spiegel artikels gab es in den jahren schon mehrere. mit der schlimmste war blut und bohnen von peter treue in der faz.
das eine biologisch dynamische stiftungsprofessur aneckt, sogar innerhalb des agrarwissenschaftlichen fachbereichs und die weltanschauung in der regel immer für den kampf um ressourcen herhalten muss, ist leider so.
in meinen augen war die besetzung des lehrstuhles nicht die beste, von denen die sich dort beworben haben.
ich habe tom baars einmal bei einem forschertreffen zu einem biogasgülleversuch kennen gelernt, das hat meine auffassugn leider nicht verbessert eher das gegenteil.

Michel Gastkemper zei

Liebe Barbara,
Ich verfolge in diesem Blog u.a. die Wissenschaftsstreit um die Anthroposophie. Das hat seinen Anlass in mehrere Fernsehprogrammen in der letzten Zeit über Komplementärmedizin. Die Anthroposophen vergraben sich dabei am liebsten, vermutlich weil wer sich exponiert, auch angegriffen werden kann. Ich habe einige Diskussionen verfolgt zwischen ein in Witten/Herdecke ausgebildete Komplementärprofessor (kein Anthroposoph) und die keine, aber sehr aktive Gesellschaft gegen Quacksalber. Vielleicht haben Sie das in meinem Blog wahrgenommen.
Was betrifft die Anthroposophen habe ich angefangen mit Gerhard Kienle und auch Bernard Lievegoed, und ihre Initiative fur eine Freie Europäische Akademie für Wissenschaften, die inzwischen gescheitert ist. Jetzt verfolge ich welche Bestrebungen heute auf Wissenschaftsgebiet betrieben werden. Die grössten Arbeitsgebiete der Anthroposphie sind auch in die Niederlande wahrscheinlich Medizin, Pädagogik, Landwirtschaft. Gestern habe ich den Übergang gemacht von der Medizin zu der Landwirtschaft, was auch zusammenhängt mit den beiden Brüder Baars. Um auch Ton Baars im Blickfeld zu bekommen, der nach Deutschland übersiedelt ist, habe ich einen alten Nachricht hervorgeholt, um den Streit zu kennzeichnen, die sich auch dort abspielt. Welche Kräfte kommen da in Betracht? Wie kann man zuvorkommen dass man untergeht? Und was ist überhaupt in diesen Arbeitsgebiete heutzutage an Erneuerungen zu erreichen?
Und weil ich keinen Propagandist sein möchte, sondern mehr einen richtigen Journalist, gebe ich Stimme pro und kontra, wie ich sie gerade vorfinde. Daher freut es mich, dass Sie auch zugleich einstimmen und Ihre Meinung dazu geben. So viele Fachleute haben wir nicht, die solche Sachen auch ‘fachfräulich’ beurteilen können und wollen!
Herzlichen Gruss,
Michel Gastkemper

barbara zei

lieber michel,
jetzt verstehe ich die olle kamelle, un doben las ich, das tom baars schon drei von den 5 jahren herum hat, dachte nicht, das es so schnell geht, wenn dann die uni eine planstelle zur verfügung stellen soll, wird es noch mal zoff geben, denke ich. wenn er seine webseite im vorauseilenden gehorsam bereinigt statt für das spezifisch biologisch dynamische zu kämpfen, dem thema seiner diss nach müsst er erkenntnistheoretisch besattelt sein. bestätigt das meine auffassung eigentlich. die kämpfer waren von der berufungskommission nicht gewollt.
für mich erstaunlich ist, dass alle ,die nach witzenhausen gehen, quasi in der versenkung verschwinden, sprich man liest kaum mehr etwas von ihnen. das ist bei tom baars auch nicht anders.
interessanter finde ich, dass edith lammers von bueren bei euch den pflanzenzüchtungslehrstuhl bekommen hat. kommt der in deinem blog auch noch dran?
aber auch bei uns sind die lebensfelder bekannter als die eigentlich anthroposophie.

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(Hilversum, 1960) – – Vanaf 2016 hoofdredacteur van ‘Motief, antroposofie in Nederland’, uitgave van de Antroposofische Vereniging in Nederland (redacteur 1999-2005 en 2014-2015) – – Vanaf 2016 redacteur van Antroposofie Magazine – – Vanaf 2007 redacteur van de Stichting Rudolf Steiner Vertalingen, die de Werken en voordrachten van Rudolf Steiner in het Nederlands uitgeeft – – 2012-2014 bestuurslid van de Antroposofische Vereniging in Nederland – – 2009-2013 redacteur van ‘De Digitale Verbreding’, het door de Nederlandse Vereniging van Antroposofische Zorgaanbieders (NVAZ) uitgegeven online tijdschrift – – 2010-2012 lid hoofdredactie van ‘Stroom’, het kwartaaltijdschrift van Antroposana, de landelijke patiëntenvereniging voor antroposofische gezondheidszorg – – 1995-2006 redacteur van het ‘Tijdschrift voor Antroposofische Geneeskunst’ – – 1989-2001 redacteur van ‘de Sampo’, het tijdschrift voor heilpedagogie en sociaaltherapie, uitgegeven door het Heilpedagogisch Verbond

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