Bedoeld is: antroposofie in de media. Maar ook: in de persbak van de wijngaard, met voeten getreden. Want antroposofie verwacht uitgewrongen te worden om tot haar werkelijke vrucht door te dringen. Deze weblog proeft de in de media verschijnende antroposofie op haar, veelal heerlijke, smaak, maar laat problemen en controverses niet onbesproken.

donderdag 25 november 2010

Buchmesse


Buchmesse? Nu nog? Ja inderdaad. Want ik heb aan die in Frankfurt begin oktober weliswaar al aandacht besteed in ‘Levensloop’ op 19 oktober. Maar dezelfde verslaggever toen, Helge Mücke,
‘geb. März 1942, nach weit gespanntem Studium – Germanistik und Biologie – Promotion über Spielverhalten von Menschenaffen; nach verschiedenen beruflichen Tätigkeiten, u.a. Zoopädagoge, Waldorflehrer, Übersetzer, Verlagslektor, jetzt schreibend aktiv; u.a. Öffentlichkeitsarbeit für Anthroposophie in Hannover, s. Anthroblog Hannover
heeft voor de nieuwe Die Drei van november een uitvoerig verslag van deze gebeurtenis geschreven. Hoewel daarin veel voorkomt wat wij hier al eerder voorbij hebben zien komen, is het toch goed alles nog een keer op een rijtje te hebben. En er is een feit dat mij tot nu toe onbekend was: er is een Steinerbiografie van Helmut Zander in aantocht! Zal dat opnieuw vuurwerk geven? Kortom, we gaan naar Die Drei, naar het novembernummer, en dan de pagina’s 72-75, onder de titel ‘Rudolf Steiner auf der Buchmesse. Publikationen im Blick auf den 150. Geburtstag 2011’ door Helge Mücke:
‘»Steiner gehört nicht den Anthroposophen allein«, hat Markus Brüderlin gesagt, Direktor des Kunstmuseums Wolfsburg und Kurator der Ausstellung »Rudolf Steiner und die Kunst der Gegenwart«. Gemeint war sicher auch: Steiner gehört allen. Aber stimmt das auch? Oder ist das nur Wunschdenken? Reicht seine Wirksamkeit ein wenig tiefer oder breiter? Lässt sich das verändern?

Während der Buchmesse in Frankfurt konnte man eine Probe aufs Exempel machen. Wer mit der U-Bahn anfuhr, dem konnte es passieren, dass in einer der Stationen der Blick auf ein Plakat fiel, z.B. auf ein altes Gesicht mit vielen Falten und Runzeln, schwarz-weiß, und der Bemerkung »... weil der Geist unsterblich ist« (eine Kampagne der Medienstelle Anthroposophie). Wer dann in die Buchmesse und bis in Halle 3 vorgedrungen war und sich mit dem Menschenstrom schrittweise, manchmal stockend, im Längsgang D des 1. Stocks vorgeschoben hatte, dessen Blick konnte auf einen großen viereckigen Turm fallen – oben das Foto Rudolf Steiners auf allen vier Seiten, darunter die Bibliothek seiner imponierenden Fülle an Werken. Kein Elfenbeinturm? Ein einladend offener Stand mit Menschen und Büchern. Einige anthroposophische Verlage – nicht alle – hatten sich zu einem Gemeinschaftsstand zusammengetan, in Vorbereitung auf das Jubiläumsjahr 2011: Rudolf Steiners 150. Geburtstag am 27. Februar. Ein ungewohnter, aber erfrischender Anblick; sichtbare Gemeinschaftsleistung mit vielen Helfern. An jedem Buchmessentag fand hier eine Veranstaltung statt: Am Donnerstag gab es ein Gespräch Sebastian Gronbachs (Info3-Redakteur) mit Hartwig Schiller, dem Generalsekretär der Anthroposophischen Gesellschaft in Deutschland zu dem Thema »Steiners Spiritualität heute«. Meinem Eindruck nach zog das sehr gut geführte – allgemeinverständliche – Gespräch durchaus Aufmerksamkeit auf sich. Die aufgestellten Klappstuhlreihen wurden rasch besetzt, dahinter blieben immer mehr Menschen stehen, etliche hörten dem Gespräch bis zum Ende zu. Vielleicht hat es jemanden erreicht, der noch nie von einer Anthroposophischen Gesellschaft gehört hat?

Die Buchmesse sei zum Anlass genommen, einen Blick auf Publikationen zu werfen, die Bezug zum Steiner-Jubiläum haben. Es gibt, das sei vorweggenommen, das gesamte mögliche Spektrum: von extra neu geschriebenen Büchern über geschickte Zusammenstellungen bis hin zum unveränderten Nachdruck.

Drei neue Steiner-Biographien

Drei nicht-anthroposophische Verlage, C. H. Beck, DVA und Piper, haben die Chance erkannt und je mit einer eigens geschriebenen Biografie ergriffen. Heiner Ullrich mahnt an, eine kritische Gesamtdarstellung von Leben und Lehre des Esoterikers sei längst überfällig. Seinen Versuch (C.H. Beck, für Ende November angezeigt) nennt der Professor für Erziehungswissenschaften der Universität Mainz Rudolf Steiner. Leben und Lehre. »Der Anspruch des vorliegenden Buches«, schreibt Ullrich in der Einleitung, die mir vorab zugänglich gemacht wurde, »ist bescheidener: Es will auf dem neuesten Forschungsstand und mit größtmöglicher Fairness in das Leben und die Entwicklung der Lehre Rudolf Steiners einführen.« – Die Deutsche Verlagsanstalt kündigt für Januar 2011 von Miriam Gebhardt den Titel Rudolf Steiner. Ein moderner Prophet an. »Gebhardt bettet«, heißt es in der Vorschau, »Steiner in den Kontext seiner Zeit ein und verortet ihn in der Reformbewegung des frühen 20. Jahrhunderts. ... Aber wie kaum einem anderen gelang es ihm, bis in die Gegenwart zu wirken. Nicht nur Waldorfschulen erfreuen sich großer Beliebtheit, auch Lebens- und Pflegemittel aus anthroposophischer Produktion finden sich heute in fast jedem Supermarkt.« Die 1962 geborene Miriam Gebhardt ist (Sozial-)Historikerin und Journalistin und lehrt an der Universität Konstanz als Privat-Dozentin. Zu ihren Arbeitsschwerpunkten gehören Themen wie Kindheitsgeschichte und moderne deutsch-jüdische Geschichte. – Und schließlich schreibt Helmut Zander, der Verfasser des Monumentalwerkes Anthroposophie in Deutschland (Göttingen 2007) »die große Biographie des Vaters der Anthroposophie«. »Man kann die vielen Praxisfelder der Anthroposophie nutzen, aber man wird ihren Herzschlag nicht verstehen, wenn man nicht ihren Vater und Ideengeber kennt: Rudolf Steiner, das Kind aus einem Krähwinkel des Habsburger reiches, der einer der großen Esoteriker des 20. Jahrhunderts wurde. Helmut Zander schreibt die kritische Biografie des kantigen Querdenkers, der seiner unangepassten Grundsätze wegen bis heute Gläubige und Gegner provoziert.« (Piper Verlag). Das Buch soll ebenfalls im Januar erscheinen.

Der Versandbuchhändler mit Verlag Zweitausendeins hat bereits eine Textsammlung der Grundwerke im Verkauf. »Das Wichtigste vom großen Stichwortgeber unserer Moderne«, meint die Werbung; über 1000 Seiten für zehn Euro. Philosophie der Freiheit, Aus der Akasha-Chronik, Mein Lebensgang und Theosophie sind darunter. Ein unhandlicher Dünndruck-Wälzer in kleiner Schrift. Ob das den Zugang erleichtert?

Neuerscheinungen und Neuauflagen

Eine solche Maßnahme ist dem Verlag Freies Geistesleben gelungen, Kompliment! Er hat Themenheftchen in ansprechendem Blau mit ausgewählten (Vortrags-)Texten Steiners herausgebracht, jeweils rund 50 Seiten, mit einer kleinen Einleitung – »Impulse« 1 bis 12, z.B.: Idee und Wirklichkeit, Wirken mit den Engeln, Werde ein Mensch mit Initiative. Die Hefte können einzeln gekauft werden, jeweils 4 Euro, oder in einer Kassette für knapp 40 Euro. Sie lassen sich sogar zu einem spielerischen Ganzen zusammenfügen: Legt man die 12 Heftchen der Reihe nach nebeneinander, ergibt sich ein weiterer Sinnspruch: »Handle so, wie, nach deiner besonderen Individualität, nur du handeln kannst.« Das ist eine pfiffige Art der Wiederverwertung (vgl.  Buchbesprechung S. 90f).

Eine weniger kluge Form ist der bloße Nachdruck. Du Mont hat das Standardwerk von Walter Kugler Rudolf Steiner und die Anthroposophie. Eine Einführung in sein Lebenswerk (zuerst 1978) wenigstens »grundlegend« überarbeiten lassen, wozu auch ein aktuelles Vorwort vom Autor gehört. Wieder aufgelegt als »Jubiläumsausgabe« mit fast 700 Seiten hat der Verlag Freies Geistesleben die Chronik von Christoph Lindenberg. Neu geschrieben ist dagegen die im gleichen Verlag erschienene Einführung von Wolfgang Held: Anthroposophie – Brücke zum Leben. Anthroposophie könne, so schildert Held, als vierfache Brücke zum Leben gesehen werden: als Brücke zum eigenen Selbst, zum anderen Menschen, zur Natur und zum Höheren. Gerade erfahre ich, dass der christlich orientierte Verlag SCM Hänssler in seiner Reihe »kurz und bündig« von Jürgen Kuberski den Titel Anthroposophie. Mehr als nur Naturkosmetik und Waldorfschule herausgegeben hat. Nach einer Leseprobe über Waldorfschulen zu urteilen, wird das Für und Wider relativ sachlich beschrieben. – Weitere Pläne nicht-anthroposophischer Verlage gibt es offenbar nicht, wie meine Mail-Umfrage gezeigt hat.

Hier noch eine knappe Übersicht über weitere Neuerscheinungen anthroposophischer Verlage: Erkenne dich selbst hat der Rudolf Steiner Verlag eine kluge Textauswahl genannt, die Andreas Neider eingeleitet und kommentiert hat – in der Reihe »Die kleinen Begleiter«. Bei der Gelegenheit ist mir aufgefallen, welch verwirrende Fülle an Reihentiteln es gibt – ich nenne Beispiele: »Themenwelten«, »Thementexte«, »Die kleinen Begleiter«, »Spirituelle Perspektiven« (Rudolf Steiner Verlag), »Themen aus dem Gesamtwerk«, »Falter« oder »Einblicke« (Freies Geistesleben) – wer soll da noch durchblicken? Der Verlag am Goetheanum hebt im Zusammenhang mit dem Steiner-Geburtstag die Dokumentation Wilfried Hammachers hervor: Die Uraufführung der Mysteriendramen von und durch Rudolf Steiner – München 1910-1913. Bereits in 2. überarbeiteter Auflage liegt hier auch das Bändchen von Peter Selg vor: Rudolf Steiner – zur Gestalt eines geistigen Lehrers. Geplant ist noch ein Steiner-Brevier. – Der info3-Verlag hat, wenn man so will, seine Pioniertat bereits hinter sich – ich spreche von der Rudolf Steiner Story des Nicht-Anthroposophen Gary Lachman (2008, 2. Auflage 2010), die sich durchaus frisch und angenehm liest. Eine ungewohnte Perspektive hat auch Taja Gut mit seiner Selbstbefragung eingenommen: Wie hast du’s mit der Anthroposophie?, die einigen als umstritten gilt (Pforte 2010; vgl. Andreas Laudert: Freies Geleit für Rudolf Steiner!, in: die Drei 5/2010).

Die anderen mittleren bis kleinen Verlage haben – soweit ich das herausbekommen konnte – keine Pläne, die marktgerecht auf das Jubiläum zielen. Sie machen einfach ihre verdienstvolle Arbeit in Ruhe weiter. Beachtenswert sind auch die Initiativen einzelner Menschen, die in kleiner Auflage in die Öffentlichkeit kommen. Gerade habe ich eine sehr hilfreiche kleine Textsammlung der Hamburger Antiquarin Ruth Jäger in die Hände bekommen: Aussagen Rudolf Steiners zur Wiederkunft Christi, gedruckt als book on demand. Ob Rudolf Steiner durch all diese Bemühungen, zu denen auch noch eine Reihe von Veranstaltungen kommen werden (vgl. die Nachrichten in diesem Heft) bekannter oder gar populärer wird, lässt sich erst Ende 2011 beurteilen. Man darf gespannt sein.

Bibliographische Angaben
– Miriam Gebhardt: Rudolf Steiner. Ein moderner Prophet, DVA Verlag, München – angekündigt für Januar 2011, ca. 300 Seiten, ca. 22,99 EUR.
– Taja Gut: Wie hast du’s mit der Anthroposophie? Eine Selbstbefragung, Pforte Verlag, Dornach 2010, 17 EUR.
– Wilfried Hammacher: Die Uraufführung der Mysteriendramen von und durch Rudolf Steiner – München 1910-1913, Verlag am Goetheanum, Dornach 2010, 656 Seiten, mit vielen farbigen Abb., 75 EUR.
– Wolfgang Held: Anthroposophie – Brücke zum Leben, Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2010, 160 Seiten, 16,90 EUR.
– Ruth Jäger: Aussagen Rudolf Steiners zur Wiederkunft Christi. Eine Textsammlung, book on demand – epubli Verlag, Berlin 2010, 28 Seiten, 4,50 EUR (Bezug über antiquariat-jaeger@email.de)
– Jürgen Kuberski: Anthroposophie. Mehr als nur Naturkosmetik und Waldorfschule, Verlag SCM Hänssler, Holzgerlingen 2010, 96 Seiten, 7,95 EUR.
– Walter Kugler: Rudolf Steiner und die Anthroposophie. Eine Einführung in sein Lebenswerk, Dumont Verlag, Köln 2010, 318 Seiten, 12,95 EUR.
– Gary Lachman: Rudolf Steiner Story. Ein neuer Blick auf Leben und Werk eines spirituellen Pioniers, 2. Auflage, Info3 Verlag, Frankfurt am Main 2010, 178 Seiten, 19,80 EUR. (vgl. Besprechung von Stefan Weishaupt in: die Drei 5/2009)
– Christoph Lindenberg: Rudolf Steiner – Eine Chronik, Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2010, 656 Seiten, 39 EUR.
– Peter Selg: Rudolf Steiner – zur Gestalt eines geistigen Lehrers, 2., überarbeitete Auflage, Verlag am Goetheanum, Dornach 2010, 93 Seiten, 14 EUR.
– Heiner Ullrich: Rudolf Steiner. Leben und Lehre, C. H. Beck Verlag, München 2010 (voraussichtlich November), 272 Seiten, ca. 19,95 EUR.
– Helmut Zander: Rudolf Steiner. Die Biographie, Piper Verlag, München – angekündigt für Januar 2011, ca. 512 Seiten, 24,95 EUR
– Rudolf Steiner: Gesammelte Werke, 1100 Seiten, Verlag Zweitausendeins, Frankfurt am Main 2010, 9,99 EUR (nur über den Zweitausendeins Versand bzw. die Zweitausendeins Läden erhältlich: www.zweitausendeins.de)
– Rudolf Steiner: Werde ein Mensch mit Initiative. Grundlagen – Ressourcen – Perspektiven. Zwölf Wege zum Schöpferischen im Menschen, hg. von Jean-Claude Lin, 12 Bände in Kassette, Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2010, 39,90 EUR (einzeln: je 4 EUR)’

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(Hilversum, 1960) – – Vanaf 2016 hoofdredacteur van ‘Motief, antroposofie in Nederland’, uitgave van de Antroposofische Vereniging in Nederland (redacteur 1999-2005 en 2014-2015) – – Vanaf 2016 redacteur van Antroposofie Magazine – – Vanaf 2007 redacteur van de Stichting Rudolf Steiner Vertalingen, die de Werken en voordrachten van Rudolf Steiner in het Nederlands uitgeeft – – 2012-2014 bestuurslid van de Antroposofische Vereniging in Nederland – – 2009-2013 redacteur van ‘De Digitale Verbreding’, het door de Nederlandse Vereniging van Antroposofische Zorgaanbieders (NVAZ) uitgegeven online tijdschrift – – 2010-2012 lid hoofdredactie van ‘Stroom’, het kwartaaltijdschrift van Antroposana, de landelijke patiëntenvereniging voor antroposofische gezondheidszorg – – 1995-2006 redacteur van het ‘Tijdschrift voor Antroposofische Geneeskunst’ – – 1989-2001 redacteur van ‘de Sampo’, het tijdschrift voor heilpedagogie en sociaaltherapie, uitgegeven door het Heilpedagogisch Verbond

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