Bedoeld is: antroposofie in de media. Maar ook: in de persbak van de wijngaard, met voeten getreden. Want antroposofie verwacht uitgewrongen te worden om tot haar werkelijke vrucht door te dringen. Deze weblog proeft de in de media verschijnende antroposofie op haar, veelal heerlijke, smaak, maar laat problemen en controverses niet onbesproken.

dinsdag 4 januari 2011

Wachtkamer


Ik meldde het al op 16 juni vorig jaar in ‘Kippen’. Maar Michael Eggert kwam er gisteravond op terug en voegde er nieuws uit de mond van medewerkers ter plekke aan toe. Dat gebeurde in ‘Archiv in Dornach geht das Geld aus’ (en zoals hij op het eind opmerkt, gaat het in de eerste plaats om het Rudolf Steiner Archief van de Rudolf Steiner Nachlassverwaltung, die de research doet voor de boeken van Steiner, en niet het Goetheanum-archief van de Algemene Antroposofische Vereniging, maar dit heeft natuurlijk wel invloed op het werk dat binnen deze vereniging zou moeten gebeuren):
‘Der Aufruf des Archivs (nach 500 Menschen, die je 500 Franken spenden) klang ja schon beinahe verzweifelt:

“Um die aktuellen Forschungsarbeiten weiterführen und die vor der Veröffentlichung stehenden nächsten Bände der Gesamtausgabe in der vorgesehenen Zeit und auf bewährt hohem Niveau publizieren zu können, muss das Rudolf Steiner Archiv bis Ende dieses Jahres CHF 250.000.– aufbringen. Die finanzielle Situation ist so angespannt, dass zusätzlich zu den bereits eingeleiteten Sparmassnahmen auch Stellen abgebaut werden müssten. Das wäre aber ein substanzieller Eingriff in die Tätigkeit des Archivs, denn damit würde das Know-how von spezialisierten und mit dem Werk Rudolf Steiners bestens vertrauten Fachkräften verloren gehen. Was einer Grundsatzentscheidung gleichkäme, in wieweit die in der Zukunft noch anstehenden anspruchvollen Aufgaben bei der Herausgabe des Werks Rudolf Steiners überhaupt erfüllt werden können.

Wie inzwischen von Mitarbeitern zu hören ist, hat auch dieser Aufruf keine geeignete finanzielle Basis ergeben, um das derzeitige Defizit abzuwenden. Es soll Anfang 2011 auch Personal abgebaut werden. Wenn in Kernbereichen der Archivarbeit, der Bibliothek und der Herausgabe der Werke Rudolf Steiners die bisherigen Aufgaben nicht mehr erfüllt werden können, stellen sich nun endlich wirklich existentielle Fragen an den Betrieb des Goetheanum. Hier wird ja nun die Arbeit geleistet, hier werden die Grundlagen für die Freie Hochschule geschaffen. Der Scherbenhaufen deutet sich schon lange an – nicht zuletzt bei der Diskussion um Beteiligungsverkäufe in Bezug auf Weleda. Auch in der “Christengemeinschaft” ist die Finanzierung der Gehälter und Pensionen ihrer Pfarrer nicht hinreichend gesichert.

Nimmt man noch das Ausbluten der anthroposophischen Zeitschriften und früher vielfältigen Verlage hinzu, sieht man eine Krise, die keinesfalls nur ein Produkt aktueller Finanz- und Wirtschaftskrisen ist, sondern ein langjähriger Niedergang, der auch Bereiche wie z.B. die Goetheanumsbühne ergriffen hat. Ein strukturelles Problem, das eine grundlegende Neuaufstellung erfordern müsste. Aber es ist nicht einmal eine offene Diskussion darüber zu sehen und zu hören. Statt eine generelle und zentrale Diskussion anzustoßen, werden die defizitären Tochter-Institutionen offenbar mit ihren Problemen allein gelassen.

Noch eine Verdeutlichung: Das Archiv am Goetheanum mit der Bibliothek am Goetheanum beherbergt das Gesellschaftsarchiv und nicht den Nachlass von Steiner (mit Ausnahme einiger weniger Dokumente).
Es gibt zwar in der Nachlassverwaltung auch eine Bibliothek, diejenige, die Steiner persönlich gehörte. Finanziell ist das Steiner Archiv unabhängig vom Goetheanum-Betrieb. Die Nachlassverwaltung ist sozusagen eine eigene “Strömung”. Marie Steiner hat sich ja bekannterweise aus der Gesellschaft in den 40iger-Jahren mitsamt Steiners Nachlass herausgezogen und dies hat sich bis heute nicht geändert. (Danke für den Hinweis)’
Verder heb ik voor vandaag een mooie bijdrage van Lorenzo Ravagli. Op zijn AnthroBlog had hij afgelopen vrijdag al ‘Im Wartesaal geboren’ geplaatst. Precies op tijd om het jubileumjaar van 150 jaar Steiner met deze vertelling over de jonge jaren van Steiner in te gaan. Ik geloof niet dat het veel nieuws brengt voor wie al in de nieuwe Steiner-biografie van Ed Taylor is begonnen. Maar het geeft wel weer een duidelijk beeld van bepaalde opvattingen van Steiner die in zijn latere leven sterk terugkomen. Zou hij die werkelijk gewoon van zijn omgeving op jonge leeftijd hebben overgenomen?
’Im Februar 1913 hielt Steiner einen autobiographischen Vortrag, in dem er auf seine Kindheit zurückblickte. Darin teilte er einige Details mit, die sich sonst nirgends erwähnt finden.

Als Sohn eines kleinen Beamten der österreichischen Südbahn wuchs Rudolf Steiner auf Provinzbahnhöfen auf. Zu seinen bevorzugten Aufenthaltsorten gehörten die Wartesäle, die meistens leer waren. Obwohl es sich um kleine, unbedeutende Orte wie Mödling, Pottschach oder Neudörfl handelte, kam der kleine Rudolf dennoch mit den modernsten Techniken der damaligen Zeit in Berührung: mit der Eisenbahn und der Telegraphie. Mit diesen technischen Errungenschaften kontrastierte die Naturumgebung, in der er aufwuchs, besonders in der Zeit, als die Familie in Pottschach, am Fuß der steirisch-niederösterreichischen Kalkalpen lebte. Im Winter leuchteten die Schneefelder vom Sonnwendstein und anderen Gipfeln herunter und erweckten in ihm erste Ahnungen vom Erhabenen, das sich durch die Natur offenbart.

Die Familie, besonders der Vater, war freigeistig orientiert, hatte weder mit der Obrigkeit noch mit der Kirche etwas im Sinn. Selbst hier in der Provinz konnte Steiner die Auflösungserscheinungen des Katholizismus beobachten und Zeuge der weltanschaulichen Kämpfe zwischen Freimaurern und Jesuiten werden. Aus dem Nachbarort kam öfter ein Pfarrer zu Besuch, der die Sympathien seines Vaters genoss, weil er ebenso freigeistig dachte, wie er. Er schimpfte über die Jesuiten und hatte kaum ein gutes Wort für die Kirche übrig. Keiner wusste, warum er eigentlich Pfarrer war. Eines Tages erhielt der Pfarrer Besuch vom Bischof. Aber das schien ihn nicht sonderlich zu kümmern, denn man musste ihn mit der Nachricht, der hohe geistliche Würdenträger stünde schon in der Kirche, aus dem Bett holen.

Da die Einstellungen der Eltern in diesem Lebensalter mehr als später auf die Kinder abfärben, verwundert es nicht, dass auch der kleine Rudolf einen »gewissen Freiheitssinn im Leibe hatte«. Er weigerte sich, Vorgesetzte des Vaters oder Sommerfrischler zu grüßen und machte wohl kaum einen wohlerzogenen Eindruck. Er verkroch sich dann in eine Ecke des Wartesaals und studierte in einem Bilderbuch, das von einer Figur handelte, die eine Mischung aus Kasperl und Eulenspiegel war, wahrscheinlich ein Vorläufer des heutigen Comic.

Auch später, in Neudörfl, unweit von Wiener Neustadt, gehörte der Pfarrer gewissermaßen zum Inventar des Bahnhofs. Auch von diesem neuen Pfarrer erfuhr Steiner nichts über Religion, aber dafür brachte er ihm die Grundlagen des kopernikanischen Weltsystems bei, das damals noch als ketzerisch galt. Er war ein glühender magyarischer Patriot und ebenso glühend lehnte er die Freimaurer ab, die damals in Neudörfl eine Loge eröffnet hatten.

Schließlich berichtet Steiner über einen weiteren Geist­lichen, einen Zisterzienser, der es als Bauernsohn zum Geistlichen gebracht hatte, worauf das Dorf besonders stolz war. Weniger stolz dürfte es darauf gewesen sein, dass der Geistliche, der in jährlichen Abständen seinem Dorf einen Besuch abstattete, zusammen mit einer Frau einen Wagen vor sich her schob, der sich von Jahr zu Jahr mit mehr Kindern anfüllte. Ironisch bezeichnet Steiner diese Kinder als »Beigaben zum Zölibat«. Im Pfarrhaus lebte ein Knabe, der dieselbe Klasse wie Steiner besuchte. Zu Neujahr und den Namenstagen der Eltern mussten die Kinder immer Glückwünsche verfassen. Einmal warf der kleine Rudolf einen Blick in das Glückwunschschreiben des Knaben vom Pfarrhof und stellte fest, dass er im Unterschied zu den anderen Kindern mit »Ihr herzlich ergebener Neffe« unterzeichnete. Da er nicht wusste, was dieser Ausdruck bedeutete, aber vermutete, er könne nur eine besondere Form von Herzlichkeit beinhalten, unterschrieb er die Glückwünsche an seine eigenen Eltern ebenfalls mit »Ihr herzlich ergebener Neffe.« Seine Eltern klärten ihn dann allerdings über das Verhältnis jenes »Neffen« zu seinem »Onkel« auf.

Dieses Sittengemälde aus Österreich wäre nicht vollständig, wenn nicht auch noch eine Geschichte erwähnt würde, die die Kehrseite der freigeistigen Atmosphäre, in der der Knabe aufwuchs, spiegelte. Auch diese Episode spielt in einem Wartesaal.

Eines Tages saß der etwa siebenjährige Rudolf wieder einmal allein in dem kahlen, nur mit einem Ofen und Sitzbänken bestückten Raum. Da tat sich die Tür auf und eine Frau trat herein. Sie begann unter lebhaften Gebärden zu dem Knaben zu sprechen und bat ihn um Hilfe. Schließlich verschwand die Frau im Ofen. »Der Knabe hatte niemanden in der Familie, zu dem er von so etwas hätte sprechen können, und zwar aus dem Grunde, weil er schon dazumal die herbsten Worte über seinen dummen Aberglauben hätte hören müssen«, kommentiert Steiner. Tage später erfuhr Rudolf, dass sich ein nahestehendes Familienmitglied das Leben genommen hatte. In seinem Vortrag lässt er keinen Zweifel daran, dass ihm damals die Seele der Verstorbenen erschienen war. Von diesem Tage ab veränderte sich das Seelenleben des Knaben. Er sah in der äußeren Natur nicht mehr nur die Bäume, Bäche und Pflanzen, sondern auch die schaffenden Wesen, die Geister der Natur. Es wäre also nicht völlig verfehlt zu sagen, dass die Anthroposophie im Wartesaal eines Bahnhofs geboren wurde.’

1 opmerking:

Foersterliesel zei

danke für die Publikation dieser
Steiner-Erinnerungen!

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(Hilversum, 1960) – – Vanaf 2016 hoofdredacteur van ‘Motief, antroposofie in Nederland’, uitgave van de Antroposofische Vereniging in Nederland (redacteur 1999-2005 en 2014-2015) – – Vanaf 2016 redacteur van Antroposofie Magazine – – Vanaf 2007 redacteur van de Stichting Rudolf Steiner Vertalingen, die de Werken en voordrachten van Rudolf Steiner in het Nederlands uitgeeft – – 2012-2014 bestuurslid van de Antroposofische Vereniging in Nederland – – 2009-2013 redacteur van ‘De Digitale Verbreding’, het door de Nederlandse Vereniging van Antroposofische Zorgaanbieders (NVAZ) uitgegeven online tijdschrift – – 2010-2012 lid hoofdredactie van ‘Stroom’, het kwartaaltijdschrift van Antroposana, de landelijke patiëntenvereniging voor antroposofische gezondheidszorg – – 1995-2006 redacteur van het ‘Tijdschrift voor Antroposofische Geneeskunst’ – – 1989-2001 redacteur van ‘de Sampo’, het tijdschrift voor heilpedagogie en sociaaltherapie, uitgegeven door het Heilpedagogisch Verbond

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